Der Berliner Reichstag

34.1. DDR: »Wir wollen raus«: Massenflucht und politischer Wandel als Vorläufer der »Wende« 1989

19. September 1989

Als vierte Mission muss die Botschaft der BRD in Warschau den Publikumsverkehr wegen des Zustroms ausreisewilliger DDR-Bürger vorläufig einstellen. Die nicht kommunistische Regierung Mazowiecki sagt zu, dass die Flüchtlinge nicht in die DDR abgeschoben werden. In Polen war die seit 1980 bestehende oppositionelle Gewerkschaft »Solidarnosc« am 17. 4. 1989 legalisiert worden. Sie hatte mit der kommunistischen Regierung am Runden Tisch politische und wirtschaftliche Reformen aushandeln können. Bei den freien Parlamentswahlen am 4. 6. 1989 und den folgenden Stichwahlen erlitt die regierende kommunistische »Polnische Vereinigte Arbeiterpartei« eine vernichtende Niederlage. Tadeusz Mazowiecki, Kandidat des siegreichen »Bürgerkomitees Solidarnosc «, wurde am 24. 8. 1989 vom Sejm (Parlament) zum ersten nicht kommunistischen Regierungschef eines Warschauer-Pakt-Staates gewählt; im Kabinett besetzten jedoch noch Kommunisten Schlüsselressorts wie Inneres und Verteidigung. In seiner Regierungserklärung vom 12. 9. 1989 kündigte Mazowiecki an, die Marktwirtschaft einzuführen, die Verfassung zu reformieren und zur polnisch-deutschen Aussöhnung beizutragen. (26. 11. 1980)

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