Der Berliner Reichstag

41. Weltwirtschaft, Dritte Welt und Umwelt 1990 - 1998

6.- 8. Juli 1992

Auf dem 18. Weltwirtschaftsgipfel in München einigen sich die sieben großen Industriestaaten (G7) darauf, Haushaltsdisziplin zu üben, das Wirtschaftswachstum zu fördern, den Welthandel (15. 4. 1994) zu liberalisieren und den Entwicklungsländern ebenso wie den postkommunistischen Reformstaaten Hilfe zur Selbsthilfe zu gewähren. Nach dem beschlossenen »Zehn-Punkte-Programm« zur Unterstützung Russlands ist die Auszahlung weiterer Kredite davon abhängig, dass marktwirtschaftliche Reformen - wie angekündigt durchgeführt werden. Ein 24-Milliarden-Dollar-Hilfsprogramm für die GUS soll u. a. den Rubel stabilisieren helfen und der Umschuldung dienen. Bundeskanzler Kohl als Gastgeber betont, dass die finanzielle Belastung der BRD »bereits an der Obergrenze angelangt ist«; denn sie habe gegenüber den Nachfolgestaaten der Sowjetunion (GUS) fast zwei Drittel aller westlichen Hilfen (Kredite, Nahrungsmittel, Medizin, Technik u. a.) geleistet, gegenüber den mittel- und osteuropäischen Staaten ca. ein Drittel der Unterstützung. Der russische Präsident Boris Jelzin trifft offiziell nach dem Ende des Weltwirtschaftsgipfels mit den Staats- und Regierungschefs der G7 zusammen. Auf dem Londoner Weltwirtschaftsgipfel (15 - 17. 7. 1991) hatte Gorbatschow als »Gast« die Sowjetunion vertreten. Als erster Schritt der westlichen »Hilfe zur Selbsthilfe« waren »besondere Beziehungen« der Sowjetunion zur Weltbank und zum Internationalen Währungsfonds hergestellt worden.

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