kulturelle Bildung

Fachtagung: "Streiten lernen. Wer streitet mit wem und wie?"

Begrüßung durch Sabine Dengel (bpb) und Jürgen Wiebicke (phil e.V.)Begrüßung durch Sabine Dengel (bpb) und Jürgen Wiebicke (phil e.V.) (© Ast/Juergens)

Am 3. Juni 2019 veranstaltete die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb gemeinsam mit dem phil. e.V. – Verein zur Förderung der Philosophie eine philosophische Fachtagung, die sich einem Wesenskern der Demokratie widmete: dem Streiten. In ihrer vierten Auflage lud die Tagung über 300 Teilnehmende dazu ein gemeinsam über das Thema "Streiten lernen. Wer streitet mit wem und wie?" nachzudenken und kulturtheoretisch wie didaktisch mit dem Kosmos Schule zu verknüpfen.

In seiner Begrüßung bemerkte der Tagungsmoderator Jürgen Wiebicke, dass die derzeit hitzig geführten politischen Debatten deutlich machen, dass die Zeit der Gemütlichkeit und des "Konsenskitsches" vorbei sei. Dr. Sabine Dengel, Leiterin der Projektgruppe Politische Bildung und Kultur der bpb, attestierte weitergreifend eine spürbare Polarisierung der Gesellschaft, in der das Streiten einen bestimmten Charakter habe, weil es zunehmend von verschiedenen politischen Akteur/-innen, aber auch im Klassenraum emotionalisiert werde.

Aus Sicht der politischen Bildung, die sich auf Kontroversität und das Überwältigungsverbot von Schüler/-innen stütze, sei dieser Umstand besonders brisant. Dengel zufolge werde zunehmend um kulturelle Faktoren wie Heimat oder Identität gestritten.

Im Fokus der Fachtagung stand somit zum einen die begriffliche Klärung und Versachlichung des demokratischen Streitens sowie die damit verbundene Frage, wo die Demokratie unter Umständen in politischen Auseinandersetzungen rote Linien ziehen müsse. Zum anderen gehörte zu dieser Diskussion aber auch die Überlegung, wer diese Linien festlegt und ob in heterogenen Gesellschaften auch wirklich alle eingeladen sind inklusiv mitzustreiten.

Aus diesem Blickwinkel pflegen das demokratische Streiten und das Prinzip der gesellschaftlichen Teilhabe einen engen Verweisungscharakter. Bestrebung der Fachtagung war es, mithilfe der Philosophie dieses Verhältnis kritisch zu reflektieren und mit Bildungsansätzen aus dem schulischen und außerschulischen Feld in Berührung zu bringen.

Wer streitet mit wem? Und wie streiten wir richtig? Diese Fragen standen im Zentrum unserer Fachtagung "Streiten lernen" am 3. Juni im Rahmen der phil.cologne. Wir haben mit einigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern über ihre Eindrücke gesprochen. (© 2019 Bundeszentrale für politische Bildung)


Hannes Loh gab Beispiele und Argumente aus der Praxis im Umgang mit Gangsta-Rap

Fachtagung "Streiten lernen"

Aus der Praxis: Hannes Loh und Stephan Versin, Gangsta-Rap und Ethik

Zum Auftakt der Tagung erörterten die Pädagogen und Didaktiker Hannes Loh und Stephan Versin, wie pädagogische Streitformen und das (sub-)kulturelle Phänomen Gangsta-Rap eigentlich zusammengehen.

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Marie-Luisa Frick sprach zum Umgang mit verstörender Rede.

Fachtagung "Streiten lernen"

Vortrag: Prof. Dr. Marie-Luisa Frick, Universität Innsbruck, Ohnmacht der Argumente? Vom souveränen Umgang mit verletzender, schockierender und verstörender Rede

Im Mittelpunkt des Vortrags der Philosophin Marie-Luisa Frick standen Perspektiven für den souveränen Umgang mit verletzender Rede in einer Demokratie.

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Alexander Grau kritisierte "Konsenskitsch"

Fachtagung "Streiten lernen"

Impuls: Dr. Alexander Grau, Kultur- und Wissenschaftsjournalist, Widerstreit statt Konsenskitsch. Verständigung in heterogenen Gesellschaften

In seinem Impulsvortrag nahm der Philosoph und Wissenschaftsjournalist Alexander Grau die demokratische Streitkultur aus einer kultursoziologischen Perspektive in den Blick.

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Riem Spielhaus verdeutlichte Aspekte diskursiver Ausgrenzung.

Fachtagung "Streiten lernen"

Impuls: Prof. Dr. Riem Spielhaus, Universität Göttingen, Wenn Mitdiskutieren verbieten verboten ist

Als Replik auf Graus Impulsvortrag analysierte Riem Spielhaus die demokratische Streitkultur aus einem migrationspädagogischen Standpunkt.

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Riem Spielhaus und Alexander Grau im Gespräch.

Fachtagung "Streiten lernen"

Streitgespräch zwischen Alexander Grau und Riem Spielhaus

Im gemeinsamen Streitgespräch wagten sich Alexander Grau und Riem Spielhaus daran, ihre unterschiedlichen Perspektiven auf die Rolle des Streitens in einer Demokratie zusammenzudenken.

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Dirk Hänschen von QUA-Lis NRW und Anne Sprakel der St. Josef Grundschule in Greven.

Fachtagung "Streiten lernen"

Aus der Praxis: QUA-LiS NRW, Demokratiebildung als Aufgabe der Schule – Fortbildungskonzepte und Einblicke in die Praxis einer Kinderrechteschule.

Im Tagungsbeitrag von QUA-LiS NRW erläuterte Dirk Hänschen die Ziele der Demokratiepädagogik, die am Praxisbeispiel der Kinderrechte Grundschule St. Josef Greven exemplarisch vorgestellt wurden.

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Sabine Döring im intensiven Gespräch mit Teilnehmenden nach ihrem Vortrag zu Emotion und Argument.

Fachtagung "Streiten lernen"

Impuls: Prof. Dr. Sabine Döring, Universität Tübingen, Emotion und Argument

In ihrem Impulsvortrag untersuchte die Philosophin Sabine Döring die Rolle von Emotionen in politischen Auseinandersetzungen.

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Ulaş Aktaş und Sabine Dengel (bpb) erörterten im Abschlussgespräch konstruktive Handlungsoptionen zum gemeinsamen Streiten.

Abschlusspanel: Jun. Prof. Dr. Ulaş Aktaş, Kunstakademie Düsseldorf, im Gespräch mit Dr. Sabine Dengel (Bundeszentrale für politische Bildung/bpb )

Im Gespräch mit Sabine Dengel (bpb) und den Teilnehmenden kommentierte Ulaş Aktaş, Professor für Pädagogik, die Tagungsbeiträge und analysierte sie aus einer migrationspädagogischen Perspektive.

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Die vierte Fachtagung im Rahmen der phil.cologne behandelte das Thema "Streiten lernen".

Fachtagung "Streiten lernen"

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Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden.

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Autonome Kunst in der DDR

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