kulturelle Bildung

21.8.2010 | Von:
Norbert Sievers

Modell-Land kulturelle Bildung Nordrhein-Westfalen

Seit mehreren Jahren stärkt Nordrhein-Westfalen die kulturelle Bildung. Im Rahmen der Modell-Land-Initiative wird die Zusammenarbeit wichtiger Institutionen der Kinder- und Jugendarbeit gefördert - mit dem Ziel: die unterschiedlichen Programme miteinander zu vernetzen, ihren Wirkungsgrad zu erhöhen sowie neue Angebote anzuregen und umzusetzen.

Rund 47 Millionen Euro kostet das Projekt "Jedem Kind ein Instrument" in NRW. Fachleute sind jedoch davon überzeugt: Jeder Cent ist genau richtig investiert.Foto: ullstein bild - Imagebroker.netRund 47 Millionen Euro kostet das Projekt "Jedem Kind ein Instrument" in NRW. Fachleute sind jedoch davon überzeugt: Jeder Cent ist genau richtig investiert. (© ullstein bild - Imagebroker.net)

Die kulturelle Bildung hat seit einigen Jahren an Bedeutung in der Kulturpolitik gewonnen. Spätestens seit die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages "Kultur in Deutschland" ihren Bericht vorgelegt hat (Dezember 2007), stehen die schulischen und außerschulischen Aktivitäten, Angebotsformen und Strukturen im Bildungs- und Kulturbereich im Zentrum des kulturpolitischen Interesses. Die Länder, allen voran Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Berlin u.a., wetteifern mit neuen Programmen, um vor allem Kinder und Jugendliche an Kunst und Kultur heranzuführen. Sogar der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien schließt sich diesem Trend an, richtet ein eigenes Förderreferat ein und schreibt einen Preis für kulturelle Bildung aus, der im Jahr 2009 zum ersten Mal vergeben wurde.


Die Motive, die hinter diesem neuen Interesse an kultureller Bildung vermutet werden dürfen, sind unterschiedlich. Es ist zum Teil eine Reaktion auf die Engführung des Schulunterrichts auf kognitiv-instrumentelle Lerninhalte und die Vernachlässigung der Persönlichkeitsbildung als Ziel des pädagogischen Bemühens und der kulturellen Sozialisation. Es hat aber auch zu tun mit der Sorge, dass den öffentlich geförderten Kultureinrichtungen perspektivisch das Publikum ausgehen könnte. [1] Denn, so wird allenthalben konstatiert, wenn Kinder und Jugendliche nicht in frühen Jahren mit Kunst und Kultur in Berührung kommen, fehlen ihnen wichtige Voraussetzungen für die kulturelle Teilhabe im späteren Leben.

Aus diesen Gründen will auch das Land Nordrhein-Westfalen die kulturelle Bildung als Grundlage für kulturelle Teilhabe stärken. Bereits im Dezember 2006 fiel der Startschuss für die Initiative "Modell-Land Kulturelle Bildung Nordrhein-Westfalen". Ziel dieser Initiative des Ministeriums für Schule und Weiterbildung, des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration sowie der Kulturabteilung der Staatskanzlei ist die Förderung einer systematischen und dauerhaften Zusammenarbeit aller Institutionen, die in der Kinder- und Jugendarbeit, im Kulturbetrieb und in der Bildung tätig sind. Es geht darum, deren Programme im Land miteinander zu vernetzen, ihren Wirkungsgrad zu erhöhen sowie neue Angebote anzuregen und umzusetzen. Im Folgenden soll versucht werden, diese Kooperations- und Vernetzungsinitiative ausgehend vom Kulturbereich zu beschreiben. [2]

Fußnoten

1.
Siehe Deutscher Bundestag 2007, S. 379.
2.
Siehe dazu auch Arbeitsstelle "Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW" 2009.

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