A file picture dated 16 april 2016 shows an 'All Gender' bathroom sign at the San Diego International Airport in San Diego, California, USA. According to reports from 13 May 2016, the US administration plans to direct public schools to allow transgender students use whichever bathroom they prefer to match their gender identity.

LSBTIQ-Lexikon

Gender_Gap / Gender*Sternchen

Der sogenannte "Gender_Gap", zu Deutsch die "Geschlechter-Lücke", soll allen anderen als den beiden dominanten Geschlechtern einen Platz geben (z.B. Wähler_innen). Mit ihr wird ein Zwischenraum in der Sprache geschaffen und sichtbar, damit die Existenz von Zwischengeschlechtern ins Bewusstsein rückt.

Die Idee zum Unterstrich als Möglichkeitsraum zwischen den männlichen und weiblichen Wortendungen stammt von Steffen Kitty Herrmann, wobei sie die explizite Bezeichnung Gender_Gap (oder auch Gender-Gap) nicht eingeführt hat, sondern allgemein vom "_" als einem Ort schreibt, der Möglichkeiten offenlässt. [13] Der Terminus Gender_Gap ist erst durch die zunehmende Verwendung in der deutschen trans*-Community ab Mitte der 2000er Jahre etabliert worden.

Analog zum Unterstrich wird in letzter Zeit häufiger auch das "Gender*Sternchen“ verwendet, das dieselbe Funktion erfüllt (z.B. Wähler*innen). Das Sternchen bzw. der Asterisk findet in der Computertechnik als Platzhalter für eine beliebige Anzahl von Zeichen Verwendung und taucht schon länger in den Begriffen "Trans*" oder "Inter*" auf, um einer unbestimmten und unbestimmbaren Vielfalt an geschlechtlichen Identitäten und Selbstdefinitionen Raum zu geben. [14]


Sauer, Arn (2018): LSBTIQ-Lexikon. Grundständig überarbeitete Lizenzausgabe des Glossars des Netzwerkes Trans*Inter*Sektionalität (http://transintersektionalitaet.org/?page_id=36). Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn.



27.03.2017

Fußnoten

  1. Hermann, Steffen Kitty (2003): Performing the Gap - Queere Gestalten und geschlechtliche Aneignung, in: arranca!, 28, S. 22 - 26. Er wurde auch schon vor dem Bundesverfassungsgerichtsurteil (vom 10.10.2017, 1 BvR 2019/16) zur Einführung des 3. Geschlechtes in das deutsche Personenstandsrecht von einigen öffentlichen Ämtern und Behörden verwendet, vgl. die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (2017): Diskriminierung in Deutschland. Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Berlin, hier online abrufbar oder Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg zu Berlin (2016): Was bedeutet dieser Unterstrich (Gender-Gap)? Berlin, hier online abrufbar.
  2. Vgl.:http://feministisch-sprachhandeln.org/leitfaden/kapitel4/.



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