"Lauf Junge Lauf"

"Lauf Junge Lauf"

1942. Ständig in der Angst ermordet zu werden, flieht der 8-jährige Srulik aus dem Warschauer Ghetto. Zuflucht sucht der jüdische Junge in den Wäldern der Umgebung, doch auch hier wird er gejagt. Basierend auf einer authentischen Geschichte erzählt die Literaturverfilmung "Lauf Junge Lauf" aus Kindersicht von den Gräueln der Judenverfolgung und Kriegsjahren. Das vorliegende Spezial wirft einen Blick auf diese Holocaust-Erfahrung.

Trailer des Films "Lauf Junge Lauf" (© 2014 NFP)

Plakat zum Film "Lauf junge Lauf"

Lauf Junge Lauf

Subjektive Verlusterfahrung als Geschichtszeugnis

"Lauf Junge Lauf" schildert die dreijährige Flucht des jüdischen Waisenjungen Srulik während der Besetzung Polens durch das nationalsozialistische Regime. Regisseur Pepe Danquart hat einen bewegenden Film zum Thema Holocaust gedreht, in dessen Mittelpunkt der Überlebenskampf eines jungen Menschen steht, der im Zweiten Weltkrieg seine Familie und seine Identität verliert - und der nach Kriegsende erst wieder lernen muss, seine Herkunft zu akzeptieren. Weiter...

Jurek

Hintergrund

Du musst deinen Namen vergessen

Die eigene Identität verbergen, um zu überleben - das ist eines der prägenden Themen in Pepe Danquarts Verfilmung und dem zugrundeliegenden biografischen Roman "Lauf Junge Lauf". Weiter...

Filmstill aus "Lauf Junge Lauf"

Subjektive Holocausterfahrungen im Film

"Den Krieg durch die Augen eines Kindes sehen"

Anlässlich der Weltpremiere von Pepe Danquarts Film "Lauf Junge Lauf“ in Polen erklärte Yoram Fridman, auf dessen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg die gleichnamige Romanvorlage und deren Verfilmung basieren, dass er alle Szenen des Films "genau so" erlebt habe. Da Roman und Film Fridmans Lebensgeschichte fiktionalisieren, wirft seine Äußerung Fragen nach der Rolle des subjektiven Erlebens von geschichtlichen Zusammenhängen auf. Denn die persönlichen Erfahrungen und die mit ihnen verbundenen Geschichten von Opfern des Holocausts werden in Geschichtsbüchern nur selten überliefert. "Lauf Junge Lauf" erweitert eine auf Fakten und Daten gestützte Geschichtsschreibung um den Aspekt der subjektiven Erfahrung und ermöglicht es auf diese Weise, die Bedeutung historischer Ereignisse empathisch zu vermitteln. Weiter...

Pepe Danquart

Interview mit Pepe Danquart

"Bestimmte ikonographische Bilder, die Spielberg und Polanski in ihren Filmen verwendet haben, brauchten wir nicht."

In einem Gespräch für die bpb spricht Regisseur Pepe Danquart über die Dreharbeiten in Polen, die Suche nach seinen Hauptdarstellern und der Schwierigkeit, Authentizität im Spielfilm darzustellen. Als Pepe Danquart die Filmrechte an der Lebensgeschichte von Yoram Fridman angeboten wurden, las er Uri Olevs Romanadaption innerhalb von einer Nacht und bekundete am nächsten Morgen sein Interesse. Nachdem er sich ein Bild von Danquarts Filmarbeit gemacht hatte, stimmte Fridman zu. Weiter...

 

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