Gladbach Fans auf der voll besetzten Tribüne des Bökelbergstadions am 2. Mai 1965

18.6.2014 | Von:
Nicole Selmer

"Wir sind keine Cheerleader, wir stehen nicht am Rand"

Weibliche Fans im Männerfußball

"Not here for your entertainment". Frauen in der aktiven Fanszene

Die Senorithas, weibliche Ultragruppe des FC Carl Zeiss Jena.Die Senorithas, weibliche Ultragruppe des FC Carl Zeiss Jena. (© imago/Picture Point)


Frauen, die sich in der Fanszene bewegen, setzen sich mit den dort herrschenden Strukturen und Vorurteilen, aber auch den sich bietenden Freiräumen auseinander – als einzelne Fans im Stadion ebenso wie als organisierte Fanklubs, Ultragruppen oder informelle Netzwerke. Das Spektrum der von weiblichen Fans – mehr oder weniger bewusst – eingesetzten Strategien im Umgang mit der "männlichen Grammatik" der Fankultur ist bunt und vielfältig. Weibliche Fans kennen das Vorurteil, sie würden nur ins Stadion gehen, um sich die gut trainierten Männer anzuschauen. Diese Unterstellung impliziert zum einen, dass männliche Fans dies nicht tun, zum anderen, dass Fans generell so etwas nicht tun, und schließlich auch, dass Frauen, die Spieler betrachten wollen, vom Spiel selbst nichts verstehen.

Diese Meinungen werden auch von vielen Frauen geteilt. Sie grenzen sich bewusst und offensiv von vermeintlichen Groupies ab. Kommentare über das Aussehen der Spieler können peinlich auffallen und sind für ihren eigenen Status als Frau beim Fußball alles andere als hilfreich. Einen anderen Umgang wählte schon vor rund zehn Jahren der Frauenfanklub "Always Ultras Cologne". Die Kölnerinnen ließen mehrere Saisons die Zuschauerinnen im Stadion den "Mr. FC Köln" unter den Spielern küren, der dann mit Schärpe und Urkunde ausstaffiert wurde. "Wir haben uns gesagt, die wollen das Klischee, wir geben ihnen das Klischee", sagt eine der Frauen des Fanklubs[25].

Frauenfanklubs und Ultragruppen

Nicht nur in Köln, auch an anderen Orten wie Aachen, Bochum, Dortmund, Frankfurt, Nürnberg oder Wolfsburg gab oder gibt es Fanklubs nur für Frauen, die als "Red-Black Crazy Girls", "Betzemääd" oder "BVB-Schicksen" mehr oder weniger sichtbar im Stadion selbst und auch auf Webseiten in Erscheinung treten. Die Motive für den Zusammenschluss sind dabei ganz unterschiedlich, ebenso wie bei gemischten oder rein männlichen Fanklubs. Von der buchstäblichen Schnapsidee einer Freundinnenrunde über den organisatorischen Rahmen für einfacheren Ticketkauf und gemeinsame Auswärtsfahrten bis zum Anliegen, damit auch ein Zeichen für die Präsenz von Frauen auf den Rängen zu setzen: So schreiben etwa die "Betzemääd" des 1. FC Kaiserslautern auf ihrer Website: "Frauen interessieren sich für Fußball und sonst nichts. Wir möchten in erster Linie unseren FCK unterstützen und demonstrieren, dass auch Frauen sich für Fußball interessieren, mitfiebern und mitleiden und sich gerne gemeinsam Fußballspiele anschauen."

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    "Frauen interessieren sich für Fußball und sonst nichts. Wir möchten in erster Linie unseren FCK unterstützen und demonstrieren, dass auch Frauen sich für Fußball interessieren, mitfiebern und mitleiden und sich gerne gemeinsam Fußballspiele anschauen."

    "Betzemääd", 1. Frauen-Fan-Club des 1.FC Kaiserslautern zitiert aus: http://www.betzemaed.de/
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    "Nur weil es mehr weibliche Fans und Ultras in den Kurven gibt, bedeutet das nicht gleichzeitig auch, dass sie so respektiert und behandelt werden, wie es sich gehört."

    "Blickfang Ultra", Magazin zur deutschen Ultraszene zitiert aus der Ausgabe vom Februar 2010
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    "Wir wollen akzeptiert werden, denn wir leben diesen Sport, wie viele andere Mädels auch. Wir geben 100 Prozent, 90 Minuten lang und versuchen unseren Verein bis aufs Letzte zu unterstützen. Ist das alles weniger wert, nur weil wir Frauen sind?!"

    "SenoritHas", weibliche Ultragruppe des 1. FC Carl Zeiss Jena zitiert aus: "If I where a boy"
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    "Wir versuchen also den Nachteil, der sich für die weibliche Minderheit beim Fußball ergibt, unter dem Namen „Chicas“ bewusst publik zu machen, anzupacken und zum Guten zu wenden. Dabei stehen unsere Jungs hinter uns und zeigen uns immer wieder, dass wir letztendlich als vollkommen gleichwertige Mitglieder gelten."

    "Chicas" Chicas sind alle weiblichen Mitglieder der Schickeria München, einer Ultragruppe des FC Bayern München
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    "Und brav, lieb und nett wollen wir auch nicht sein. Keine Engelchen, Mäuschens oder Schnuckis. Dann schon lieber Schicksen!"

    "BVB-Schicksen", Frauen-Fan-Club der Borussia Dortmund zitiert aus: http://www.bvb-schicksen.de/die-bvb-schicksen.html
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    "Wir sind ein reiner Frauenfanclub, keine Groupies, keine Feministinnen, sondern ganz normale weibliche Eintrachtfans! Und gegen Männer haben wir auch nix ;-) "

    "EFC Frieda", Frauen-Fan-Club von Eintracht Frankfurt zitiert aus: Nicole Selmer, 2011
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    "Ständig wiederkehrende Konflikte zwischen Gruppenmitgliedern aufgrund von lächerlichen Beziehungsproblemen und die 'Unbeständigkeit' einiger Männer in unseren Reihen, die anscheinend nur in unserer Gruppe aktiv sein wollten um Frauen kennenzulernen, brachten das Fass schließlich zum Überlaufen."

    "Ultrà Sankt Pauli", weibliche Ultragruppe des FC St. Pauli zitiert aus: "Kein Schritt zurück"
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Eine explizit feministische Position vertritt dabei kaum eine der Gruppen nach außen. Auch die weiblichen Fanklubs bewegen sich im Spannungsfeld, das die Situation von Frauen im Fußball prägt: Die eigene – subjektiv ganz selbstverständlich erlebte – Liebe zum Fußball kollidiert immer wieder mit der Infragestellung des Fanstatus von außen. Die Auseinandersetzung mit Klischees über weibliche Fans drückt sich ironisch gewendet in Namen wie "TivoliTussen" (Alemannia Aachen), "Milchschnitten" (FC St. Pauli) oder "Uschifront" (1. FC Köln) aus. Letztere präsentieren sich als Gruppe im Stadion zudem mit einer rosa Zaunfahne als Provokation und Umwertung der in der Kurve negativ besetzten Weiblichkeitsklischees.

2010: Transparent der 'Milchschnitten', weibliche Ultras des FC St. Pauli, anlässlich des 100-jährigen Vereinsjubiläums.2010: Transparent der 'Milchschnitten', weibliche Ultras des FC St. Pauli, anlässlich des 100-jährigen Vereinsjubiläums. (© imago/Claus Bergmann)


Almut Sülzle schreibt zu den Strategien der Umwertung. "Sie dienen der Aufdeckung 'verborgener', nicht thematisierbarer Ausschlussmechanismen und gleichzeitig dem Übertreten und Verwischen dieser eben dadurch aufgezeigten Grenzen. Die Frauen, die diese Taktiken einsetzen, wissen sehr wohl, dass es gerade diese Grenzziehung zwischen Frau und Fan ist, die ihnen das Leben im Fußball auf Dauer schwer macht"[26].

Auch in der Ultraszene ist das Thema "Frauen in der Kurve" auf verschiedenen Ebenen präsent: Transparente gegen Sexismus – wie es sie in den letzten Jahren unter anderem bei Darmstadt, Hannover und St. Pauli gegeben hat – sind nicht an jedem Spieltag zu sehen, aber es gibt sie. Das Magazin "Blickfang Ultra", Sprachrohr der Szene, lässt in seiner Ausgabe vom Februar 2010 auf mehreren Seiten über "Female ultrà contra Sexismus. Diskriminierung hat viele Gesichter" diskutieren. Dabei geht es um Vor- und Nachteile von Frauensektionen in Ultragruppen, um Sexismus und die Frage nach der Akzeptanz von weiblichen Ultras: "[N]ur weil es mehr weibliche Fans und Ultras in den Kurven gibt, bedeutet das nicht gleichzeitig auch, dass sie so respektiert und behandelt werden, wie es sich gehört"[27].

Die Jenaer "SenoritHAs", die auch mit einem eigenen Doppelhalter im Stadion präsent sind, fordern in einem Text ("If I were a boy") Respekt ein und berufen sich dabei auf die Ultraideale der Gemeinsamkeit, des unbedingten Einsatzes für den Verein: "Wir wollen akzeptiert werden, denn wir leben diesen Sport, wie viele andere Mädels auch. Wir geben 100 Prozent, 90 Minuten lang und versuchen unseren Verein bis aufs Letzte zu unterstützen. Ist das alles weniger wert, nur weil wir Frauen sind?!"[28]

Quellentext

SenoritHas Jena: If I were a boy…

Wenn ich ein Junge wäre, dann würde ich anziehen, was ich will, mit meinen Freunden Bier trinken gehen und dann zum Stadion fahren. Ich würde mir das Spiel angucken und schreien, bis ich keine Stimme mehr habe. Ich würde meinen Emotionen freien Lauf lassen und auch schimpfen, wenn mir etwas nicht passt. Wenn ich ein Junge wäre, würde ich mich anlegen mit wem ich will, würde 90 Minuten lang alles geben und dann den Abend in der Kneipe ausklingen lassen - aber ich bin nun mal kein Junge. Habe ich trotzdem das Recht all diese Dinge zu tun?

Man könnte meinen in unserer so liberalen emanzipierten Welt sollte dies kein Problem sein und doch finden sich immer wieder Orte, an denen das nicht der Fall ist. Die Medien bieten da das beste Beispiel. Wenn Frauen in Bierwerbespots vor ein Eislaufprogramm gesetzt werden, während der Mann gemütlich das Spiel ansieht und Frau bestenfalls noch für den Getränkenachschub sorgen darf, sind die Rollen klar verteilt. Kein Wunder, dass dieses Bild der Frauen dann auch von der Gesellschaft übernommen wird und die Stadionbetreiber diesen armen unwissenden Geschöpfen unter die Arme greifen wollen, indem sie die Eintrittspreise für Frauen herabsetzen. Spätestens jetzt ist auch der letzte Fan davon überzeugt, wenn man ihnen schon Preisnachlass gibt, dann muss es wirklich schlimm um die Frauenwelt stehen. Und schon ist man in eine Ecke gedrängt, ohne doch etwas falsch gemacht zu haben.

Wir wollen verdammt noch mal keinen Preisnachlass oder irgendwelche Sonderaktionen. Wir wollen keine mitleidsvollen oder belächelnden Blicke und wir wollen uns nicht rechtfertigen müssen für das was wir tun! Wir wollen akzeptiert werden, denn wir leben diesen Sport, wie viele andere Mädels auch. Wir geben 100%, 90 Minuten lang und versuchen unseren Verein bis aufs Letzte zu unterstützen. Ist das alles weniger wert, nur weil wir Frauen sind?! Muss ich mich wirklich verkleiden und auch den letzten Funken Weiblichkeit ablegen, nur um auch etwas Anerkennung für mein Tun zu bekommen?!

Wir betrachten Rassismus als veraltete Erscheinung, aber legitimieren es, wenn Frauen auf Grund ihres Geschlechtes anders behandelt werden. Ist das nicht auch diskriminierend? Muss ich meinen Namen in den Dreck ziehen lassen, damit gegnerische Fangruppen etwas zum provozieren haben? Und muss ich das alles weiterhin übersehen, um in der Männerwelt akzeptiert zu sein? Wir wollen nicht länger, dass unser Intellekt, unsere Meinung, unser Wissen und unsere Erfahrung herabgewürdigt werden, nur weil wir in die vermeintlich letzte Männerdomäne eingedrungen sind. Ist es nicht traurig, dass Männer sich so bedroht fühlen durch die bloße Anwesenheit des weiblichen Geschlechtes? Durch besonders grobschlächtiges Verhalten kaschiert man seine eigene Unsicherheit und macht den Stadionbesuch für die Frauen teilweise unerträglich. Ist das wirklich Sinn der Sache?

Wäre es nicht viel schöner, wenn alle zusammenarbeiten, schließlich wollen wir doch das Selbe: die grenzenlose Liebe und Hingabe zu unserem Verein. Wir haben es alle gemeinsam geschafft, den Rassismus aus unseren Stadien zu vertreiben und nun ist es an der Zeit gemeinsam den nächsten Schritt zu gehen und nicht mehr wegzusehen, sondern auch dem Sexismus den Kampf anzusagen!

Gemeinsam werden wir es schaffen, beim Fußball und überall!

Aus: SenoritHas Jena: If I were a boy…


Einen subversiv-ironischen Seitenhieb auf Vorurteile gegenüber Frauen in den Ultraszenen inszenierten die Frauen von "Ultrà Sankt Pauli" im Januar 2010, indem sie auf der Website der Gruppe ein Statement veröffentlichten: "Lange Jahre haben wir uns für ein gleichberechtigtes Miteinander ausgesprochen und eingesetzt und vertreten auch nach wie vor die Position, dass die Liebe, die uns mit dem FC Sankt Pauli verbindet, über Geschlechtergrenzen hinausgeht, doch seit einiger Zeit können wir unsere Augen nicht mehr vor den Tatsachen verschließen[29].

Quellentext

Ultra‘ Sankt Pauli: Kein Schritt zurück!

Nach langen Diskussionen haben wir, die weiblichen Mitglieder der Gruppe Ultra‘ Sankt Pauli, beschlossen, uns zur Rückrunde der Männer unserer Gruppe zu entledigen. Seit Jahren lastet die gesamte Arbeit, die USP zu der Gruppe macht, die sie ist, allein auf unseren Schultern. Da wir es leid sind, den Ertrag unserer Arbeit in diesem sexistischen Feld Fußball, nur von Männern repräsentiert zu sehen, haben wir uns entschieden, zu drastischen Mittel zu greifen und in einer flashmobartigen Aktion die männlichen Mitglieder gewaltsam zum Gruppenaustritt zu zwingen.

Lange Jahre haben wir uns für ein gleichberechtigtes Miteinander ausgesprochen und eingesetzt und vertreten auch nach wie vor die Position, dass die Liebe, die uns mit dem FC Sankt Pauli verbindet, über Geschlechtergrenzen hinausgeht, doch seit einiger Zeit können wir unsere Augen nicht mehr vor den Tatsachen verschließen. Den männlichen Mitgliedern unserer Gruppe mangelt es zu großen Teilen so grundlegend an dem von uns gelebten Verständnis von Ultra‘, dass es für uns nicht mehr tragbar erschien, sie in unserer Gruppe zu dulden.

Die zunehmenden Verschiebungen der Prioritäten, weg von fußball- und ultrà-relevanten Themen, hin zu einem popkulturartigen Ultrà-als-Hobby- Habitus, wurden für uns unerträglich. Ständig wiederkehrende Konflikte zwischen Gruppenmitgliedern aufgrund von lächerlichen Beziehungsproblemen und die "Unbeständigkeit" einiger Männer in unseren Reihen, die anscheinend nur in unserer Gruppe aktiv sein wollten um Frauen kennenzulernen, brachten das Fass schließlich zum Überlaufen.

Wir lassen uns nicht mehr von zeitaufwändigen Schwanzvergleichen in unserer Gruppenentwicklung bremsen und sehen nach endlosen, ertraglosen Debatten unsere Ideale in so großem Maße geringschätzt und durch den Dreck gezogen, dass wir die einzig bleibende Konsequenz gezogen haben- den gewaltvollen Ausschluss.

Aus:Ultra‘ Sankt Pauli: Kein Schritt zurück!, Januar 2010


Das dazugehörige Foto zeigt vermummte Frauen in szene- und fantypischer Kleidung mit Schlagstöcken und einer Bionade-Flasche. Es ist ein ernsthaftes Statement "echter" Fans, das sich der Mittel von Ironie und Subversion bedient. Die Aktion der USP-Frauen sorgte in Ultraforen für viel Aufmerksamkeit und wurde bei Weitem nicht von allen als ironisch verstanden. Die männliche Gruppenpose, hier inszeniert von weiblichen Ultras, und der ironische Umgang mit den Geschlechterstereotypen bringen offensichtlich Unruhe in die Geschlechterverhältnisse der Fankurven. Was Sophia Gerschel zusammenfassend für Frauen in der Ultraszene schreibt, kann so auch für weibliche Fans in anderen Bereichen des Fußballs gelten:

Zitat

Frauen tun das, was andere Ultras auch tun.

Wie kam es, dass sich Frauen einer solchen männerdominierten Szene anschlossen? Auf diese Frage gibt es keine frauenspezifische Antwort. Ihnen liegt einfach der Jenaer Fußball am Herzen, sie teilen die gleichen Ideale und Anschauungen wie die männlichen Ultras, wodurch ein Zusammenhalt der Gruppe entsteht, bei dem es keine Rolle spielt, ob man Frau oder Mann ist. Die Frauen nehmen an den regelmäßigen Treffen teil, sie helfen bei der Vorarbeit für die Choreographien und fahren mit zu den Auswärtsspielen. Sie tun das, was andere (männliche) Ultras auch tun.

Zitiert nach Sophia Gerschel 2009


Aktivitäten und Aktionen gegen Sexismus

Fortuna Fans gegen Homophobie"Fußballfans gegen Homophobie" (FfgH) ist eine vereinsübergreifende Aktion der Abteilung Aktive Fans des Berlinligisten Tennis Borussia und des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD), im Bild Fans der Fortuna Düsseldorf. (© imago/Moritz Müller)


Frauen als Teil der aktiven Fanszenen werden auch medial zunehmend wahrgenommen: Über die verschiedenen Frauen-Fanklubs sind mehrere Artikel, Porträts und Interviews erschienen, die sich zum überwiegenden Teil ernsthaft mit dem Fandasein der Frauen auseinandersetzen. Dem Thema weiblicher Ultras widmete sich im September 2012 die Sendung "Tracks" auf ARTE[30], ebenso wie ein Artikel der "tageszeitung" im Januar 2012[31].Von nachhaltigerer Wirkung für die Anerkennung von Frauen in der Kurve dürften jedoch Aktionen wie das Statement der "SenoritHAs", die Provokation der USP-Frauen sowie Fahnen und Doppelhalter sein, die die Präsenz von Frauen anzeigen und gegen Sexismus Position beziehen.

Zitat

Fußball, Frauen, Männlichkeiten

Meinem Eindruck nach haben in den letzten Jahren solche öffentlichen, explizit auf Veränderung des Geschlechterverhältnisses ausgelegte Aktivitäten und Aktionen gegen Sexismus – der auch als solcher beim Namen genannt wird – zugenommen.

Quelle: Almut Sülzle, 2011


Das seit 2004 bestehende Netzwerk "F_in Frauen im Fußball" von weiblichen Fans, Fanprojektmitarbeiterinnen, Wissenschaftlerinnen, Journalistinnen usw. hat sich die Sichtbarmachung solcher Aktionen ebenso auf die Fahnen geschrieben wie den Einsatz gegen Sexismus. Mit T-Shirts, Aufklebern oder einem Transparent, das in verschiedenen Kurven präsentiert wurde, macht "F_in" darauf aufmerksam, "dass Fußball auch Frauensache ist – auf den Rängen, auf dem Platz, in der Gesellschaft"[32].

Quellentext

F_in Netzwerk Frauen im Fußball

F_in steht für die Verbindung von Frauen und Fußball: dafür, dass Fußball auch Frauensache ist – auf den Rängen, auf dem Platz, in der Gesellschaft.

F_in ist ein internationaler Zusammenschluss von weiblichen Fans, Fanprojekt-Mitarbeiterinnen, Wissenschaftlerinnen und Journalistinnen Gegründet wurde das Netzwerk im Jahr 2004 im Rahmen der von der deutschen Koordinationsstelle Fan-Projekte (KOS) veranstalteten Tagung „Abseitsfalle!?“.

F_in will > Frauen in verschiedenen Bereichen wie Fanprojekten, Fanorganisationen, Journalismus, Wissenschaft, Mädchenarbeit vernetzen > Frauen im Fußballkontext sichtbarer machen > Sexismus und Diskriminierung im Fußball aufzeigen und bekämpfen

Aus: http://www.f-in.org/, der Homepage von F_in Netzwerk Frauen im Fußball


Fußnoten

25.
Zitiert nach Selmer 2004, S. 126
26.
Sülzle 2011, S. 338
27.
Blickfang Ultra 2010
28.
SenoritHAs online verfügbar unter http://www.f-in.org/app/download/345226714/If+I+were+a+boy%E2%80%A6+Senorithas+Jena.pdf?t=1250147342
29.
"Ultrà Sankt Pauli Femminile prügelt Männer aus der Gruppe", als PDF verfügbar unterhttp://www.f-in.org/app/download/1718100314/USP+Femminile+pr%C3%BCgelt+M%C3%A4nner+a+d+Gruppe.pdf?t=1266915130
30.
http://www.arte.tv/de/weibliche-ultras/6906836.htm
31.
http://taz.de/Frauen-als-radikale-Fussballfans/!85594/
32.
www.f-in.org
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Autor: Nicole Selmer für bpb.de
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