Die "Tagesschau"-Sprecher Manfred Schmidt, Cay Dietrich Voss, Karl-Heinz Köpcke, Martin Thon und Dieter von Sallwitz (v.l.n.r.).

Kinderprogramme

Fernsehen für Kinder hatte sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR über viele Jahre den Hauptanspruch, erzieherisch zu wirken – natürlich mit unterschiedlichen politischen Vorzeichen, Weltbildern und Werten. Mit der Zulassung kommerzieller Fernsehsender in den 1980er Jahren dann spielte vermehrt die Unterhaltung eine Rolle im Kinderprogramm. Doch auch Wissensvermittlung und Information waren und sind wichtige und erfolgreiche Bausteine des Kinderfernsehens: "Löwenzahn" und "Die Sendung mit der Maus" fesseln nach wie vor das junge Publikum, neuere Formen wie "Wissen macht Ah!" und "pur+" sind ebenfalls erfolgreich, und Nachrichtensendungen wie "logo!" (täglich) und "neuneinhalb" (wöchentlich) zeigen, wie das aktuelle Weltgeschehen kindgerecht vermittelt werden kann. Neben den großen Linien in der Entwicklung des Kinderfernsehens in der BRD, der DDR und dem wiedervereinigten Deutschland werden in diesem Themenbereich auch Fragen zu Werbung, Qualität und Senderprofilen erörtert.

Begriffe

"Kinderfernsehen ist, wenn Kinder fernsehen" – mit diesem knappen und überzeugenden Statement hat der "Papst" des bundesdeutschen Kinderfernsehens, Gert K. Müntefering, 1970 sehr deutlich gemacht, dass die Interessen der Kinder weit über das für sie speziell geschaffene "Kinderprogramm" hinausgehen. Müntefering hat zuvor erstmals "Zehn Thesen zum Kinderfernsehen" verfasst, die u. a. deutlich machen, Kinder nicht zu unterschätzen: "Die Fähigkeit der Kinder, Fernsehmaterial automatisch gewissen Qualitätskontrollen zu unterwerfen, ist hoch entwickelt. Sendungen für Erwachsene dienen als Maßstab. Die Inszenierung des Kinderfernsehens nach professionellen Kriterien ist daher durch nichts ersetzbar, am wenigsten durch Begleitpapiere."

Das DDR-Kinderfernsehen der sollte primär einen politischen Auftrag erfüllen. Denn das Fernsehen der DDR verstand sich insgesamt als ein großes Erziehungsprojekt, das gleichzeitig sowohl moralische Wertvorstellungen, politische Überzeugungen und konstruktive Lebenshilfe vermitteln als auch kreativ-ästhetische Maßstäbe setzen wollte. Das Kinderfernsehen in der DDR sollte sozialistische Ideen mittels attraktiver Sendungen massenhaft verbreiten und dem Kinderfernsehen wurde schon von Beginn an zugetraut, Kinder zu aktiver geistiger Auseinandersetzung mit dem Dargestellten anzustiften.

Weiter Informationen: Siehe Hintergrund-Informationen

PDF-Icon Literaturverzeichnis "Kinderfernsehen"

Die Augsburger Puppenkiste

ARD-Kinderprogramm: die Anfänge

Wenn schon Kinderfernsehen, dann sollte es auch einen pädagogischen Sinn haben. In der "Kinderstunde mit Dr. Ilse Obrig", konzipiert nach dem damals gebräuchlichen Konzept einer 'musischen Bewahrpädagogik', wurden Basteleien und Spiele vorgeführt. Weiter...

Die Darsteller Puppen der Sesamstraße "posieren" in einem Atelier im Studio Hamburg nach der Geburtstagsfeier zum 30. Jubiläum der Sendung für die Fotografen. Vor 30 Jahren kam die deutsche Version der "Sesame Street" auf den Bildschirm, Ernie und Bert kamen extra über den großen Teich und besuchten ihre deutschen "Sesamstrassen"-Kollegen zur Geburtstagsfeier.

1970er Jahre: Umbruch und Reformen (BRD)

Als Musterbeispiel für gutes Kinderfernsehen gilt heute vielen Eltern "Die Sendung mit der Maus". Die "Lach- und Sachgeschichten", vom WDR produziert und 1971 auf Sendung gegangen, sind so alt wie viele der Eltern junger Kinder selbst. Weiter...

Der jetzige Moderator Guido Hammesfahr (l) und der frühere Moderator Peter Lustig posieren anlässlich des 30. Geburtstags der ZDF-Sendung "Löwenzahn" für die Kamera (27.04.2010).

Aufbau: Kinderprogramm im ZDF (BRD)

Das Zweite Deutsche Fernsehen hatte bei Programmbeginn keine Kindersendungen vorgesehen. Erst 1967 kam es zur Bildung einer Redaktion "Kinder und Jugend". Weiter...

Gerhard Behrendt, der künstlerische Leiter des Fernseh-Trickfilmstudios und "Vater" des Sandmännchens

Kinderfernsehen bis 1969 (DDR)

Die DDR entwickelte das Fernsehen zu einem Massenmedium, und auch die Kinder sollten schon früh Anteil daran haben. Kindersendungen im DDR-Fernsehen erreichten parallel zur Verbreitung des Fernsehens auch immer mehr Kinder. Weiter...

Pittiplatsch (li.) und Schnatterinchen

Themen und Formen ab 1970 (DDR)

Programm-Macher reagierten auf Einflussnahmen der SED unterschiedlich. Der Ehrgeiz, gute Sendungen zu machen, war ebenso vertreten wie die Auffassung, in einer besseren Gesellschaft zu leben, und dies den Kindern zu vermitteln. Weiter...

Der Entertainer Wolfgang Lippert

Unterhaltung ab 1980 (DDR)

Das Kinderprogramm im DDR-Fernsehen wurde unterhaltsamer. Eine der erfolgreichsten Live-Unterhaltungssendungen wurde "He-Du!". Hier traten Schüler zweier Schulklassen gegeneinander an und mussten Fragen beantworten. Weiter...

Der Li-La-Launebär und "Metty" Krings

Kommerzialisierung (BRD)

Mit dem Beginn der kommerziellen Programme in der Bundesrepublik 1984 sendeten diese auch Kindersendungen. Sie wollten schon frühzeitig Kinder als gegenwärtige und zukünftige Konsumenten gewinnen. Weiter...

Titel: Filmfestival Goldener Spatz
Bildrechte: Verwendung weltweit
Rechtevermerk: picture alliance / dpa
Fotograf: Michael Reichel
Notiz zur Verwendung: (c) dpa
Caption: Das Maskottchen "Goldener Spatz" begrüßt am 26.05.2013 bei der
Eröffnung von Deutschlands größtem Kinder-Medien-Festival in Gera
(Thüringen) die Kinder. 38 Film- und Fernsehproduktionen für Kinder stehen
bis Freitag im Wettbewerb um die Hauptpreise,

Qualität im Kinderprogramm

Eltern und Kinder haben höchst unterschiedliche Vorstellungen von Qualität. Von Eltern sind meist nur negative Bestimmungen zu hören. Doch auch Fachleute tun sich schwer damit, Qualität im Kinderfernsehen zu definieren. Weiter...

Kinder müssen "Werbekompetenz" erlernen.

Kinderfernsehen und Werbung

Seit Jahren plädieren Politiker immer wieder mal dafür, Werbung im Umfeld von Kindersendungen völlig zu verbieten. Die möglichen Konsequenzen für die Sender werden dabei weitgehend ignoriert. Weiter...

Die Comic-Kultfigur "Kleines Arschloch" (li.) zusammen mit seinem leidgeprüften Vater in der gleichnamigen Verfilmung der Cartoons von Walter Moers

Besondere Formate: Zeichentrick

Die KiKA-Serie "SimsalaGrimm" entpuppte sich als eine der wenigen deutschen Animationsserien, die sich eines weltweiten Zuspruchs erfreute. Aufgrund der hohen Kosten können Zeichentrickserien kaum noch von einem Sender alleine finanziert werden. Weiter...

"Maus" und "Elefant" aus der "Sendung mit der Maus" in Erfurt.

Wissensformate für Kinder

Neben den Klassikern "Löwenzahn" und der "Maus" gibt es heute eine Reihe von Wissensformaten für Kinder, abgestimmt auf die verschiedene Altersgruppen. Thematisch wird viel geboten: Von Alltagsfragen über Politik bis Wissenschaft und Forschung ist alles dabei. Weiter...

Europäische Missionare übten mit der Einführung der lateinischen Schrift einen großen Einfluss auf die afrikanische Literatur aus. © Nikolaj Bourguignon, SXC.hu

Hintergrund-Informationen

Hier finden Sie viele zusätzliche Hintergrund-Informationen zum Themenbereich "Kinderprogramme". Weiter...

Löwenzahn

Multimedia

Hier finden Sie Videos zum Kapitel "Kinderprogramme". Weiter...

 

Ausprobiert "Tele-Visionen. Wenn Fernsehen verbindet"

Die DVD-ROM “Tele-Visionen – Fernsehgeschichte Deutschlands in Ost und West” können Interessierte aus dem Bildungsbereich "Tele-Visionen" kostenlos testen! Weiter... 

Dossier

Medienpolitik

Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern. Weiter... 

Publikation zum Thema

Coverbild Politik in Fernsehserien

Politik in Fernsehserien

Fernsehserien haben in den letzten Jahren eine Konjunktur und Popularität erfahren. Serien wie House of Cards, Homeland oder Borgen sprechen dabei ganz explizit politische Fragestellungen an. Das Veranstaltungsplakat weist als limitierter Sonderdruck auf die Relevanz der Tagung hin.Weiter...

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