Koffer

1.4.2008 | Von:
Andreas Damelang
Max Steinhardt

Zur Arbeitsmarktintegration von Ausländern

Anhand ausgewählter Indikatoren wird im Folgenden die Platzierung von Ausländern in den jeweiligen städtischen Arbeitsmärkten illustriert.
Murat Atasoy steht auf dem Hof des Polizeipräsidiums Frankfurt/Main neben einem Streifenwagen (Foto vom 14.12.2010). Der Polizeihauptkommissar ist Einstellungsberater der Frankfurter Polizei. Der 33 Jahre alte Atasoy, der vor rund 13 Jahren bei der Schutzpolizei anfing, hat türkische Wurzeln.Frankfurter Polizist mit Migrationshintergrund. (© picture-alliance/dpa)

 
Beschäftigungsanteile und Arbeitslosenquoten
 
BeschäftigungsanteileArbeitslosenquote
20052006
in %in %
BerlinDeutsche93,917,7
Ausländer6,141,9
FrankfurtDeutsche85,410,4
Ausländer14,619,4
HamburgDeutsche92,310,8
Ausländer7,725,4
KölnDeutsche89,612
Ausländer10,428
MünchenDeutsche85,46,8
Ausländer14,616
StuttgartDeutsche867,3
Ausländer1416,1
Quelle: Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, eigene Berechnungen

Vergleicht man die Anteile ausländischer Beschäftigter in den städtischen Arbeitsmärkten, zeigen sich enorme Unterschiede. So beträgt der Anteil ausländischer Erwerbstätiger in Hamburg und Berlin nur 8 %, in Frankfurt, München und Stuttgart ist er fast doppelt so hoch. Natürlich wird dieser Indikator von den jeweiligen Bevölkerungsanteilen beeinflusst und soll zunächst nur die Bedeutung ausländischer Arbeitskräfte in den Städten veranschaulichen. Aussagekräftiger ist hingegen die nach Deutschen und Ausländern getrennt ausgewiesene Arbeitslosenquote. Dieser Vergleich ist unter zwei Aspekten lohnenswert: Erstens zeigen sich große Niveauunterschiede hinsichtlich der Arbeitslosenquote zwischen den Städten, und zwar unabhängig von der Nationalität. So hat Berlin anteilsmäßig ca. zweieinhalb Mal so viele deutsche und ausländische Arbeitslose wie München und Stuttgart. Zweitens weist der innerstädtische Vergleich, mit Ausnahme von Frankfurt, einen jeweils mehr als doppelt so hohen Anteil ausländischer wie deutscher Arbeitsloser aus.

Jedoch müssen beim innerstädtischen Vergleich die genannten Niveauunterschiede berücksichtigt werden. So ist z. B. der Anteil ausländischer Arbeitsloser in München und Stuttgart niedriger (je 16 %) als der von Deutschen in Berlin (18 %). Interessant ist auch der Vergleich zwischen Frankfurt und Hamburg, da beide eine ähnliche Arbeitslosenquote für deutsche Erwerbspersonen (ca. 10 %), aber große Unterschiede in Bezug auf ausländische Erwerbspersonen aufweisen. So hat Frankfurt sechs Prozentpunkte weniger ausländische Arbeitslose als Hamburg (19 % vs. 25 %). In Frankfurt sind Ausländer im Vergleich zur allgemeinen Arbeitsmarktlage somit besser platziert als in anderen Städten.

Als weiterer aufschlussreicher Indikator zur Beschreibung der Arbeitsmarktintegration von Ausländern dient der Durchschnittslohn (pro Tag), differenziert nach deutschen und ausländischen Arbeitnehmern. Der Anteil der Beschäftigten mit sekundärer oder tertiärer Bildung gibt zudem Auskunft über die Qualifikation der ausländischen Beschäftigten.

 
Bildungsniveau und Durchschnittslohn
 
Anteile der Beschäftigten mit sekundärer oder tertiärer BildungDurchschnittslohn (pro Tag)
20052004
in %in €
BerlinDeutsche65,370,3
Ausländer29,149,7
FrankfurtDeutsche72,4102
Ausländer38,872,2
HamburgDeutsche68,486,8
Ausländer35,361,4
KölnDeutsche68,688,2
Ausländer36,564,2
MünchenDeutsche73,697,1
Ausländer42,072,8
StuttgartDeutsche78,998,1
Ausländer46,674,8
Quelle: Statistisches Bundesamt, IABS, eigene Berechnungen

Auch hinsichtlich des Durchschnittslohnes schneiden ausländische Beschäftigte schlechter ab als deutsche. Wiederum gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Städten, die sich vor allem mit der unterschiedlichen Wirtschaftskraft der Regionen erklären lassen. So verdienen Arbeitnehmer in Berlin unabhängig von der Nationalität im Durchschnitt am wenigsten. Erwartungsgemäß ist das Lohnniveau in Frankfurt, Stuttgart und München am höchsten. In Stuttgart und München beträgt der relative Lohnabstand zwischen ausländischen und deutschen Beschäftigten nur 24 % bzw. 25 %, während er in den anderen Städten bei knapp 30 % liegt [1]. Die Auswertungen weisen somit darauf hin, dass das Integrationspotential für ausländische Arbeitskräfte in Frankfurt, München und Stuttgart am höchsten ist.

Fußnoten

1.
Der relative Lohnabstand wird gemessen als Lohndifferenz in Prozent des Lohnes von deutschen Beschäftigten.

Kurzdossiers

Länderprofile

Länderprofile Migration: Daten - Geschichte - Politik

Ein Länderprofil enthält Informationen über Zuwanderung, Flucht und Asyl sowie Integration in einem bestimmten Land. Diese Informationen bestehen aus: Daten und Statistiken, Geschichtlichen Entwicklungen, Rechtlichen und politischen Maßnahmen, Aktuellen Debatten in den Ländern.

Mehr lesen

Infografiken

Zahlen zu Asyl in Deutschland

Wie viele Menschen suchen in Deutschland Asyl? Woher kommen sie? Wie viele Asylanträge sind erfolgreich? Und wie viele Menschen werden abgeschoben? Wir stellen die wichtigsten Zahlen zum Thema Asyl und Flucht monatlich aktualisiert in einfachen Infografiken dar.

Mehr lesen