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Rasenstück mit Sonderbriefmarke zur Fußball WM 2006 in Deutschland. Auf der Briefmarke ist das Maskottchen Goleo im Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu sehen.

5.12.2005 | Von:
Flurin Clalüna

Schweiz

Der Verlauf der WM-Qualifikation

Die Schweizer Fussballer qualifizierten sich zum achten Mal (1934, 1938, 1950, 1954, 1962, 1966, 1994) für eine WM-Endrunde. Die Mannschaft von Köbi Kuhn verlor in der Qualifikationsgruppe 4 genau wie die weiteren Favoriten Frankreich und Israel keine einzige Partie – die Medien in den betroffenen Ländern schrieben bereits von der "Remis-Falle". Am Ende, nach zehn Spielen ohne Niederlage, belegten die Schweizer hinter Zidane und Co. den zweiten Gruppenrang; die Barrage gegen die Türkei musste entscheiden. Das Hinspiel im Stade de Suisse in Bern gewann das Heimteam in überzeugender Manier 2:0, doch das Rückspiel im November in Istanbul wurde zu einem Ereignis – die Bilder gingen um die Welt. Es war ein 98-minütiger Kampf mit den Nerven im hochgepeitschten Fenerbahce-Stadion, ein Drama, welches die Extreme touchierte und Grenzen überschritt und an dessen Ende die 2:4-Niederlage der Schweizer Fussballer stand - und damit aufgrund der Auswärtstorregel die Qualifikation für die WM in Deutschland im nächsten Sommer. Es war ein Spiel, das manchmal keines mehr war, mit Angst, Scharmützeln, eigentlichen Hetzjagden, sogar Verletzten und Szenen, die niemand sehen wollte. Der Weltfussballverband Fifa sah sich gezwungen, Sanktionen gegen einzelne Spieler und den türkischen Fussballverband zu ergreifen. 27 verschiedene Spieler setzte Kuhn in den 12 Partien auf dem Weg an die WM ein; als einzige absolvierten Goalie Zuberbühler, Captain Vogel sowie der Innenverteidiger Patrick Müller (Lyon) das volle Pensum von 1080 Minuten. Alex Frei traf in zehn Spielen sieben Mal.

Chancen des Schweizer Teams an der WM 2006

Die Planung des Nationaltrainers Kuhn war seinem Amtsantritt immer auf langfristige Ziele ausgerichtet. Die Qualifikation für die Euro 2004 war ein unerwarteter Erfolgsfall; niemand, auch die Verantwortlichen im SFV nicht, hatten damit gerechnet, dass das junge Team bereits an der Endrunde in Portugal teilnehmen würde. Am Turnier selber gewannen die Schweizer gegen Kroatien, Frankreich und England jedoch keine Partie – eine leise Enttäuschung machte sich bemerkbar. Für die WM in Deutschland hat sich die Mannschaft andere, höhere Ziele gesetzt. Kuhn sagte, dass das Team die Vorrunde (gegen Frankreich, Korea und Togo) überstehen müsse, danach sehe man weiter. Nach dem Testspiel im März in Glasgow gegen Schottland (3:1) bemerkte der Coach, sein Team könne auch in Deutschland weit kommen.