Afrika

20.5.2005 | Von:

Gesellschaftlicher Wandlungsprozess

Krankheiten

Die afrikanischen Großstädte mit ihrer hohen Bevölkerungsdichte und ihren schlechten hygienischen Bedingungen spielen eine große Rolle bei der Verbreitung von ansteckenden Krankheiten. Dennoch ist die Gesundheitslage der Menschen in den ländlichen Gebieten oft weit schwieriger. Während in den Städten eine einfache medizinische Versorgung zumindest ansatzweise gewährleistet ist, sieht dies in den ländlichen Gebieten völlig anders aus. In den meisten Ländern Afrikas hat sich der Staat weitgehend aus dem ländlichen Gesundheitswesen verabschiedet. Private Organisationen, Entwicklungseinrichtungen, religiöse Gemeinschaften und kommunale Initiativen versuchen eine medizinische Minimalversorgung der ländlichen Bevölkerung aufrecht- zuerhalten. Insgesamt liegt Afrika bei der ärztlichen Versorgung mit 18514 Menschen pro Arzt/Ärztin weit unter dem Durchschnitt der Entwicklungsländer (5833 Menschen pro Arzt/Ärztin).

Trotz dieses negativen Befundes wurden auch im Gesundheitswesen in Afrika – ähnlich wie im Bildungssektor – durchaus Erfolge erzielt. Die erheblich gestiegene Lebenserwartung in Afrika seit 1960 – von 39,9 auf 49,9 Jahre (1994) ist hiervon ein deutlicher Ausdruck. Allerdings liegt sie damit noch immer weit unter dem Wert der arabischen Staaten (63 Jahre) oder dem Südasiens (61,3 Jahre).

Die Wahrnehmung der Gesundheitsprobleme in Afrika wird seit Jahren vor allem von der AIDS-Epidemie großen Ausma- ßes geprägt. Keine Region ist von dieser Seuche so betroffen wie das subsaharische Afrika. Diese bedrückende Entwicklung sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Haupttodesursachen in Afrika nach wie vor andere Krankheiten sind: Unter diesen ragt im gesamten tropischen Raum die Malaria deutlich heraus.

Während das Problem der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum eher im Fehlen medizinischer Einrichtungen und geschulten Personals liegt, stellt sich die Lage für die Einwohner der Großstädte anders dar. In den meisten afrikanischen Großstädten existiert heute ansatzweise eine qualifizierte Infrastruktur und ein entsprechendes medizinisches Personal. Allerdings ist die Inanspruchnahme der Leistungen dieses Sektors für die Masse der städtischen Bevölkerung kaum bezahlbar. Hier macht sich das Fehlen eines Minimums an Sozialstaatlichkeit und die weitgehende Ökonomisierung der Sozialbeziehungen deutlich bemerkbar: Wenn weder der Patient noch seine Verwandten über genügend liquide Geldmittel verfügen, kommt es vor, daß auch akut Schwerkranke in den Gängen afrikanischer Großstadtkrankenhäuser ohne jegliche Behandlungsbemühungen durch das medizinische Personal vor sich hin siechen.

Auch in den Großstädten sind normale Krankheiten die wichtigsten Probleme, bleiben Säuglings- und Kindersterblichkeit bedrückend hoch. Aber gerade dort sind AIDS und Geschlechtskrankheiten (in der Folge der Auflösung der restriktiven Sexualnormen der traditionell dörflichen Gesellschaften bei gleichzeitig kaum vorhandener Aufklärung über Präventionsmöglichkeiten) auf dem Vormarsch. Sie verursachen vor allem in den ökonomisch aktivsten Altersgruppen eine steigende Sterblichkeit.


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