Afrika

5.12.2005 | Von:
Dr. Belachew Gebrewold

Wenn Kriege zum Geschäft werden

Einleitung

WaffenstuhlWaffenstuhl (© Nick Winchester, SXC.hu)
Langwierige und besonders gewaltsame Konflikte in Angola, Mosambik und derzeit in der Region Darfur und im Gebiet der großen Seen werfen die Frage auf, unter welchen Bedingungen Konflikte entstehen und wie sie sich über Jahre und Jahrzehnte halten können. Vordergründig geht es bei den meisten Krisen und Bürgerkriegen - nicht nur in Afrika – um eine regionale oder nationale Machtausübung sowie um den Zugang zu lebensnotwendigen oder besonders gewinnbringenden Ressourcen. Ethnische und religiöse Auseinandersetzungen sind hierbei häufig nur ein Vorwand, um Machtansprüche zu begründen und die Bevölkerung zu instrumentalisieren. Ab einer gewissen Intensität und Dauer entwickeln Konflikte allzu oft eine Eigendynamik. Es bilden sich finanzielle und strategische Interessen an der Aufrechterhaltung der Konfliktsituation heraus, da diese eine geeignete Plattform für profitable Geschäfte, wie dem Schmuggel, dem Handel mit Rohstoffen oder der Erhebung von Schutzzöllen bildet. Der Konflikt wird letztendlich selbst zum Geschäft und dementsprechend gering sind die Bemühungen um eine Beendigung der instabilen Lage.

Betrachtet man einen Konflikt als ein umfassendes System mit einer Vielzahl von Ursachen und Akteuren, so beschränken sich die wenigsten gewaltsamen Auseinandersetzungen Afrikas auf eine rein nationale Ebene, sie nehmen vielmehr regionale, wenn nicht sogar internationale Dimensionen an. Man spricht hier von Konfliktsystemen auf drei Ebenen, die ineinander greifen und deren Interaktivität folglich bei der Bewertung einer konfliktuellen Lage sowie bei Konflikttransformationen berücksichtigt werden muss.


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