Das Taj Mahal in Agra ist das Wahrzeichen Indiens.

4.6.2013

Indien

Außen- und Sicherheitspolitik

Rüstung
Durch eine Indiskretion wurde im März 2012 ein Brief des scheidenden Armeechefs, General Vijay Kumar Singh, an Premierminister Singh bekannt, in dem die mangelnde Verteidigungsbereitschaft der Streitkräfte beschrieben wurde: Es fehle an moderner Technologie, Munition und Waffen. Zu einem ähnlichen Befund war eine Regierungskommission bereits 2002 gelangt; dass sich daran trotz der seither kräftig gestiegenen Rüstungsimporte nichts grundlegendes geändert hat, wird weithin auf die unfähige Militärbürokratie und die grassierende Korruption im Beschaffungswesen zurückgeführt. Die realen Probleme der Streitkräfte standen im Gegensatz zu den indischen Großmachtambitionen, die am 19.4.2012 mit dem Test einer Langstreckenrakete vom Typ Agni-V, die über eine Reichweite von 5000 km verfügt, unterstrichen wurden.

Pakistan
Die Regierung setzte ihre Bemühungen um eine Entspannung der Beziehungen zu Pakistan fort: Am 26./27.7.2011 empfing Außenminister S.M. Krishna seine pakistanische Amtskollegin Hina Rabbani Khar zu Gesprächen in Neu-Delhi , am 28.9. folgte ein Besuch des pakistanischen Handelsministers Anand Sharma - in beiden Fällen hatten vorherige Bombenanschläge in Neu-Delhi bzw. Mumbai, mutmaßlich von muslimischen Terroristen, nicht zur Absage der Treffen geführt. Der Gegenbesuch einer indischen Handelsdelegation im Februar 20.112 bahnte den Weg zu engeren Handelsbeziehungen - bereits am 2.11.2011 hatte das pakistanische Kabinett die Meistbegünstigung indischer Waren beschlossen, zuvor hatte Indien das Notstandsrecht in Jammu und Kashmir gelockert. Am 8.4.2012 kam der pakistanische Staatspräsident Zardari zu einem privaten Besuch nach Neu-Delhi und traf bei dieser Gelegenheit Singh zu einem Mittagessen.

Bangladesch
Beim Besuch von Premierminister Singh in Dhaka am 6./7.9.2011 sollten die seit dem Machtwechsel im Nachbarland verbesserten Beziehungen weiter vertieft werden. Die Visite wurde durch die Schwäche der Regierungskoalition in Neu-Delhi um den größten Erfolg gebracht: Die Führerin des Trinamool Congress, Mamata Banerjee, hatte am 4.9. einem bereits ausgehandelten Abkommen über die Wasserteilung am Teesta die Unterstützung versagt, weshalb auch ein für Indien wichtiges Transitabkommen auf Eis gelegt wurde (Bangladesch).


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