Ein syrischer Soldat mit einer AK-47 an einem Checkpoint In Damaskus, 21.08.2013.
15.2.2018 | Von:
Sebastian Sons

Arabischer Raum: Regionale Konflikte aus historischer Perspektive

Spätestens seit dem Ende des Osmanischen Reiches und der Kolonialisierung ist der arabische Raum auf der Suche nach Stabilität. Insbesondere im 20. Jahrhundert erlebte die Region gravierende soziale, politische und wirtschaftliche Umbrüche.

18. Januar 2018 in Kairo: Ein Ägypter feiert den 100. Geburtstag des früheren Staatschefs Nasser (15.01.1918).18. Januar 2018 in Kairo: Ein Ägypter feiert den 100. Geburtstag des früheren Staatschefs Nasser (15.01.1918). (© picture-alliance, Photoshot)

Die Auswirkungen des Kolonialismus

Der arabische Raum wird bis heute durch die Folgen der Politik der Kolonial- und Mandatsmächte Frankreich und Großbritannien geprägt. London und Paris einigten sich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches im sogenannten Sykes-Picot-Abkommen[1] von 1916 auf die Aufteilung ihrer Einflusssphären.[2] Um ihre direkte und indirekte Herrschaft zu sichern, wurden Siedlungsgebiete ethnischer, konfessioneller und sozialer Gruppen willkürlich durchtrennt. So sollten homogene soziokulturelle Strukturen aufgebrochen, angestammte Siedlungsgebiete aufgelöst und damit lokaler Widerstand gegen die Fremdherrschaft untergraben werden. Dadurch, dass von den Posten in den Verwaltungshierarchien und wirtschaftlichen Strukturen ausschließlich eng an die Mandatsverwaltungen gebundene lokale Eliten profitierten, schufen die Kolonial- und Mandatsmächte eine ihnen wirtschaftlich und politisch treu ergebene Klasse und schlossen zugleich eine breite Bevölkerungsmehrheit von den Gewinnen und Vorteilen der insgesamt bescheidenen Entwicklungsansätze aus. Die koloniale Herrschaft dauerte in manchen Teilen der arabischen Welt bis in die 1960er und 1970er Jahre.[3] Saudi-Arabien stand dagegen nie unter direkter Kolonial- oder Mandatskontrolle.

Getrieben von den neuen urbanen, z.T. an europäischen Universitäten ausgebildeten Eliten entwickelte sich in der Zwischenkriegszeit (1919-1939) ein arabischer Nationalismus, der sich am europäischen Vorbild dieser Zeit und teilweise sogar – wie im Irak – am deutschen Nationalsozialismus orientierte. Mit der Zuspitzung der sozialen Gegensätze wandten sich in den 1950er bis 1970er Jahren arabische Politiker, Offiziere und Intellektuelle dann verstärkt der Sowjetunion und ihren Verbündeten sowie sozialistischen Gesellschaftskonzepten zu. In Ägypten, Algerien, Syrien, Irak und Südjemen gelangten sie – meist durch Militärputsche – an die Macht.[4] In Syrien regiert noch heute offiziell die sozialistisch orientierte Baath-Partei, die im Irak nach dem Sturz Husseins aufgelöst wurde. Allerdings spielen heute die einstigen ideologischen Parteikonzepte für die autoritären Herrscher kaum noch eine Rolle; sie erscheinen beliebig und auswechselbar und dienen vor allem dem Machterhalt.

Auf der Suche nach einer arabischen Identität: Vom "Nasserismus" zum Islamismus

Einer dieser jungen, linksgerichteten Offiziere war Gamal Abd al-Nasser, der nach dem Putsch von 1952 zunächst ägyptischer Ministerpräsident und 1954 Staatspräsident geworden war. Er strebte u.a. danach, die lokalen und regionalen Unterschiede innerhalb der arabischen Welt zu überwinden und unter seiner autoritären Führung einen Pan-Arabismus sozialistischer Prägung durchzusetzen. Nasser, der in weiten Teilen der arabischen Welt als Held verehrt wurde, gelang es zwischen 1958 und 1961, Ägypten und Syrien in der "Vereinigten Arabischen Republik" (VAR) zusammenzuführen. Auch stellte er sich gegen den wachsenden Einfluss der beiden Supermächte USA und Sowjetunion im Kalten Krieg. Sein Ziel war es, möglichst viele ehemalige Kolonialländer in der Bewegung der "Blockfreien" als einen möglichst unabhängigen Faktor in der Weltpolitik zu positionieren.[5]

Die vernichtende Niederlage gegen Israel im Sechs-Tage-Krieg 1967 versetzte den regionalen Ambitionen Ägyptens allerdings einen Dämpfer und entzauberte Nasser als Führer der arabischen Welt.[6] Viele arabische Muslime sahen in der Niederlage ein Zeichen, dass man sich von Gottes Pfad verabschiedet habe. Sie sahen in der Rückbesinnung auf islamische Werte einen Weg, sich endgültig von der Dominanz westlicher Ideologien zu lösen, um eigene Antworten auf die Herausforderungen der Zeit zu finden. Bislang hatte man ausschließlich "fremde", westliche Ideologien adaptiert, nun wollte man zu den eigenen Wurzeln zurückkehren. Islamistische Ideologien gewannen seitdem deutlich an Zuspruch. Bewegungen wie die ägyptische Muslimbruderschaft, die unter Nasser jahrelang verboten und deren Anhänger verfolgt worden waren, wurden zunehmend populärer.

Das Epochenjahr 1979: die Geburtsstunde des militanten Islamismus

Die Geburtsstunde des militanten Islamismus sehen viele Beobachter im Jahr 1979, das auch als Epochenjahr der arabischen Welt bezeichnet wird. 1979 fand nicht nur die Besetzung der Großen Moschee im saudi-arabischen Mekka, sondern auch die "islamische Revolution" in Iran sowie der Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan statt. Obwohl alle drei Ereignisse keine direkte Verbindung untereinander aufwiesen, beeinflussten sie jedes für sich den Aufschwung des Islamismus in der arabischen Welt.

Die Besetzung der Großen Moschee in Mekka erschütterte nicht nur das saudische Königshaus, sondern die gesamte islamische Welt: Eine Gruppe militanter Islamisten hatte zur Gebetszeit die Moschee, eines der wichtigsten Heiligtümer des Islams, mit Waffengewalt besetzt. Ihr Anführer forderte den Sturz des "unislamischen", dekadenten und korrupten Königshauses, welches als Verbündeter der "heidnischen USA" vom "wahren Glauben" abgefallen sei. Die saudischen Sicherheitskräfte reagierten mit aller Härte, waren aber erst mithilfe französischer Spezialeinheiten in der Lage, unter hohem Blutzoll die Eindringlinge zu besiegen und die Moschee zurückzuerobern.[7] Die überlebenden Attentäter wurden hingerichtet.

Daraufhin begann das Königshaus, Milliardensummen in den Ausbau des religiösen Bildungssystems zu investieren. Seit 1986 nennt sich der König "Hüter der beiden Heiligen Stätte". Das Königshaus wollte beweisen, dass es sich den islamischen Werten und der Ideologie des saudischen Wahhabismus verpflichtet fühlt. Das Resultat war eine Re-Islamisierungspolitik im eigenen Land, welche den Klerus aufwertete und gesellschaftliche Freiheiten – vor allem für Frauen – beschnitt, sowie eine Missionierungskampagne im Ausland. Mit saudischem Geld aus den Öleinnahmen wurden Moscheen in Pakistan, dem Westlichen Balkan und Afrika gebaut, Koranexemplare verteilt und Prediger entsandt. Damit wurde Saudi-Arabien zum einflussreichen Verbreiter einer erzkonservativen und puristischen sunnitischen Islamauslegung.

War die religiöse und politische Legitimität des saudischen Königshauses durch militante Islamisten im Inland herausgefordert worden, bedrohte die Revolution in Iran die Sicherheit aller pro-westlichen arabischen Monarchien von außen. Die Iranische Revolution, die zu Beginn von unterschiedlichen religiösen, aber auch säkularen Kräften getragen worden war, ehe sie zu einer von Ayatollah Khomeini geführten schiitischen Bewegung wurde, führte vielen Arabern vor Augen, dass verhasste autoritäre prowestliche Regimes, wie das des Schahs, durch die Kraft einer breiten Massenbewegung gestürzt werden können. Mit der Islamischen Republik Iran erwuchs den arabischen Diktatoren und Königen ein neuer Widersacher. Immerhin zielte der von Khomeini proklamierte "Export der Revolution" ganz offen darauf ab, auch die arabische Welt zu erreichen. Als im September 1980 mit einem großangelegten Angriff des Irak gegen den benachbarten Iran der Erste Golfkrieg begann (1980-88), stellten sich die meisten arabischen Staaten auf die Seite des irakischen Präsidenten Saddam Hussein.[8]

Der angestoßene Re-Islamisierungsprozess wurde durch den Einmarsch der "gottlosen Sowjets" in das muslimisch geprägte "Bruderland" Afghanistan noch verstärkt: Mit Unterstützung der USA rüstete Saudi-Arabien in den 1980er Jahren die sunnitischen "arabischen Afghanen" auf, die als "heilige Krieger" (Mudschaheddin) gegen die Sowjetunion kämpften. Darunter befand sich auch der spätere Al-Qaida-Führer Osama bin Laden. Bin Laden förderte in den 1980er und 1990er Jahren von der sudanesischen Hauptstadt Khartum aus dschihadistische Gruppen in mehreren arabischen Ländern und organisierte Attentate (z.B. Jemen, Algerien, Libanon und Saudi-Arabien). Von Afghanistan aus initiierte er dann die Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center und das Pentagon.

Der Nahostkonflikt: Instrumentalisierung der palästinensischen Sache

Ohne den seit 1948 andauernden Nahostkonflikt zwischen Israel und Palästina kann die Politik der arabischen Staaten sowohl in der Region als auch gegenüber externen Mächten nicht verstanden werden. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, den Konflikt militärisch zu entscheiden (1948, 1967 und 1973), ist in der arabischen Welt ein zunehmend instrumenteller Umgang mit dem Konflikt zu beobachten. So schlossen Ägypten 1979 und Jordanien 1994 Frieden mit Israel, um die Rückgabe eroberter Territorien sowie Gratifikationen seitens westlicher Staaten in Form von Statusgewinnen und Finanzhilfen zu erreichen. Andere arabische Regime beschränkten sich mehr und mehr darauf, den Konflikt und das israelisch-zionistische Feindbild zur Mobilisierung ihrer Anhänger und für den eigenen Machterhalt zu nutzen. Allerdings gab es auch immer wieder arabische Vermittlungsversuche wie den saudischen "Abdullah-Plan" von 2002, der das Angebot der Normalisierung der Beziehungen zu Israel als Gegenleistung für den Rückzug aus allen 1967 besetzten Gebieten und die Anerkennung eines palästinensischen Staates enthielt. Auch bei der Beendigung des libanesischen Bürgerkriegs 1989 hatte Riad eine konstruktive Rolle gespielt.

Iran präsentiert sich dagegen seit der Revolution von 1979 als Gegenpol zu den "heuchlerischen" arabischen Staaten. Der Kampf gegen Israel ist Staatsdoktrin. Teheran nutzte gezielt die Krisen und geopolitischen Verschiebungen in der Region, um seinen Einfluss auf die arabischen Nachbarstaaten auszuweiten. Ziel ist die Schaffung eines schiitisch geprägten und vom Iran kontrollierten Korridors, der vom Irak über Syrien und Libanon bis an die israelische Grenze reicht. Iran profitierte zunächst davon, dass die amerikanischen Besatzungsbehörden im Irak nach 2003 eine schiitisch geprägte Regierung unter Nuri al-Maliki installierten, die die sunnitische Minderheit im Land systematisch ausgrenzte. Seit 2011 ist Iran als enger Verbündeter und Finanzier des syrischen Regimes unter Baschar al-Assad und der islamistischen Hisbollah im Libanon endgültig zu einem mächtigen regionalen Akteur in der arabischen Welt aufgestiegen.

Gewandelte Führungsmacht in der arabischen Welt: stabile Monarchien und geschwächte Präsidialdiktaturen

Die einstigen arabischen Regionalmächte Syrien, Irak und Ägypten sind heute vor allem mit internen Problemen beschäftigt: In Syrien tobt seit 2011 ein blutiger Mehrfrontenkrieg, der immer weiter internationalisiert wurde, ohne die Diktatur von al-Assad nachhaltig zu schwächen. Ägypten durchlief nach dem Ende der jahrzehntelangen Herrschaft von Hosni Mubarak eine kurze Phase der demokratischen Öffnung und der Islamisierung, ehe die Machtübernahme von General Abd al-Fattah as-Sisi 2013 die vorrevolutionären Zustände wiederherstellte. Irak durchlebte nach dem Einmarsch der USA und dem Sturz Saddam Husseins 2003 ein Jahrzehnt der politischen Destabilisierung, das geprägt war durch die Unterdrückung der sunnitischen Minderheit durch die schiitische Mehrheit, den steigenden Einfluss Irans sowie die Genese der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS).

Im Gegensatz zu den Präsidialdiktaturen haben sich die arabischen Monarchien Saudi-Arabien, die kleinen Golfstaaten, Marokko und Jordanien als deutlich widerstandsfähiger gegenüber politischen Krisen und oppositionellen Bewegungen gezeigt. Seit dem "Arabischen Frühling" versuchen sie, mit autoritärer Modernisierung die sozioökonomischen Herausforderungen zu meistern, ohne die eigene Herrschaft zu gefährden. Damit scheinen sie bislang (noch) erfolgreich zu sein. Die Gründe dafür sind einerseits, dass sie dank ihrer Öl- und Gasvorkommen über deutlich mehr Ressourcen verfügen und andererseits, dass sie infolge der traditionellen Verankerung der Königshäuser und dominierenden Herrscherfamilien mehr Akzeptanz in der eigenen Bevölkerung besitzen.

Auch hier stellt der Iran eine Ausnahme dar. Die neuen Eliten, die infolge der ursprünglich sozialen Revolution gegen den Schah an die Macht gelangten, haben von Anfang an den schiitischen Islam und die politische Ideologie des Islamismus für sich genutzt. Islam und Islamismus dienten der Legitimierung ihrer Herrschaft und der Schaffung einer breiten sozialen Basis – vom Klerus bis zu den verarmten Massen. Diese Fundamente der Macht der Mullahs beginnen zwar zu bröckeln, bleiben aber bislang intakt.

Der historische Prozess der Re-Islamisierung geht auch mit der Versuchung der regionalen Mächte einher, zur Durchsetzung ihrer geo- und sicherheitspolitischen Interessen religiöse Widersprüche zu instrumentalisieren. Gab es im Verhältnis zwischen Iran und Saudi-Arabien seit 1979 immer wieder auch Episoden gradueller Annäherung, ist die aktuelle Phase durch die Zuspitzung des konfessionellen Konflikts und gegenseitige Dämonisierung geprägt. Die Rivalität hat das Schisma zwischen Schiiten und Sunniten in extremer Weise politisiert und die Spaltung sowohl innerhalb der Gesellschaften als auch auf regionaler Ebene in einem bislang unbekannten Maße vertieft. Der regionale Machtkampf lässt einige Beobachter schon von einem Dreißigjährigen Krieg im arabischen Raum sprechen. In dem Konflikt geht es dabei längst nicht mehr nur um die Deutungshoheit über den "wahren" Islam, sondern um den Kampf um zunehmend rare Ressourcen wie Wasser, Öl und Gas oder landwirtschaftlich nutzbare Böden.[9]

Perspektiven

Alle arabischen Gesellschaften sehen sich einer historischen Strukturschwäche hinsichtlich der wirtschaftlichen und politischen Teilhabemöglichkeiten gegenüber, die soziale Gräben vertieft und das Wohlstandsgefälle verstärkt hat. Demokratie- und Partizipationsdefizite haben sich in den letzten Jahrzehnten noch intensiviert: Regierungsnahe Eliten werden vom Staat mit Macht, Geld und Einfluss hofiert, während sich die sozialen Missstände für breite Teile der Bevölkerung ausweiten. Oppositionelle werden verfolgt und Menschenrechte verletzt. Doch je weniger Ressourcen zu verteilen sind, desto mehr schwinden die Kooptions- und Korrumpierungsmöglichkeiten der Herrschenden. Dies führte auch schon vor 2010/11 zu Brotunruhen und Forderungen der benachteiligten Bevölkerung nach mehr Teilhabe und besseren soziökonomischen Perspektiven. Aufgrund der demographischen Struktur der arabischen Gesellschaften, die alle sehr jung sind, wird sich dieses Missverhältnis künftig noch verstärken. Längst findet ein Generationenkonflikt statt, der in den historischen Entwicklungen begründet ist. Dies stellt die alten Eliten vor einen enormen Handlungsdruck.

Literatur

Birk, Michaela/ Badawi, Ahmed (2010): Bedeutung und Wandel der Arabischen Friedensinitiative, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 9/2010, S. 35-40.

Filiu, Jean-Pierre (2011): The Arab Revolution. The Lessons from the Democratic Uprising, London: Hurst & Company.

Haarmann, Ulrich/ Halm, Heinz (Hrsg.) (2001): Geschichte der arabischen Welt, 4. Auflage, München: C.H. Beck. Halm, Heinz (1994): Der schiitische Islam. Von der Religion zur Revolution, München: C. H. Beck.

Höpp, Gerhard/ Wien, Peter/ Wildangel, René (Hrsg.): Blind für die Geschichte? Arabische Begegnungen mit dem Nationalsozialismus, ZMO-Studien 19, Berlin: Klaus Schwarz Verlag.

Hourani Albert (1997): Die Geschichte der arabischen Völker, Frankfurt a.M.: Fischer-Taschenbuch-Verlag.

Krämer, Gudrun (2011): Demokratie im Islam. Der Kampf für Toleranz und Freiheit in der arabischen Welt, München: C.H. Beck.

Lacroix, Stéphane (2011): Awakening Islam. The Politics of Religious Dissent in Contemporary Saudi Arabia, London: Harvard University Press.

Lewis, Bernard (2010): Faith and Power. Religion and Politics in the Middle East, Oxford: Oxford University Press.

Lynch, Marc (2016): Die neuen Kriege in der arabischen Welt. Wie aus Aufständen Anarchie wurde, Hamburg: edition Körber-Stiftung.

Perthes, Volker (2011): Der Aufstand. Die arabische Revolution und ihre Folgen, München: Pantheon Verlag.

Perthes, Volker (2015). Das Ende des Nahen Ostens, wie wir ihn kennen. Ein Essay, Berlin: Suhrkamp.

Seidensticker, Tilman (2014): Islamismus. Geschichte, Vordenker, Organisationen, 2. Auflage, München: C. H. Beck.

Sons, Sebastian (2016): Auf Sand gebaut. Saudi-Arabien – Ein problematischer Verbündeter, Berlin: Propyläen.

Sons, Sebastian (2016): Lost in Iranoia: Saudi Arabia’s Struggle for Regional Hegemony in Times of Crisis, in: Orient IV, S. 7-21.

Sons, Sebastian (2016): Saudi Arabia’s and Egypt’s Ambivalent Relationship since 2011: Continuities and Transformations, in: Mason, Robert (Hrsg.): Egypt and the Gulf: A Renewed Regional Policy Alliance, Berlin: Gerlach Press, S. 89-103.

Steinberg, Guido (2005): Der nahe und der ferne Feind. Die Netzwerke des islamistischen Terrors, München: C. H. Beck.

Steinberg, Guido (2015): Kalifat des Schreckens. IS und die Bedrohung durch den islamistischen Terror, München: Knaur.

Wehrey, Frederic M. (2014): Sectarian Politics in the Gulf. From the Iraq War to the Arab Uprisings, New York: Columbia University Press.

Links

Analysen und Kommentare der Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin, zur Arabischen Halbinsel, Iran, der Türkei und allen Staaten der MENA-Region.

Analysen der International Crisis Group zur Arabischen Halbinsel, Iran, der Türkei und allen Staaten der MENA-Region.

Analysen des Brookings Doha Center zur Politik im Nahen und Mittleren Osten.

Analysen des Middle East Program der Carnegie-Stiftung zur Politik im Nahen und Mittleren Osten.

Fußnoten

1.
Das geheime Abkommen wurde von dem französischen Diplomaten François Georges-Picot und dem englischen Politiker und Diplomaten Mark Sykes ausgehandelt.
2.
Dabei erhielt Großbritannien das Gebiet des heutigen Jordanien, des Irak und die Region um Haifa, während sich Frankreich den südöstlichen Teil der Türkei, Nordirak, Syrien und den Libanon zusprechen ließ.
3.
Während Syrien 1946, Marokko und Tunesien 1956 und Algerien 1962 ihre Unabhängigkeit von Frankreich erlangten, wurden Kuwait 1961 und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Bahrain und Katar sogar erst 1971 von Großbritannien unabhängig.
4.
Im südlichen Teil Jemens wurde drei Jahre nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft 1970 die sozialistische Demokratische Volksrepublik Jemen gegründet, die 1990 mit der Wiedervereinigung des Landes aufgelöst wurde.
5.
Die "Bewegung der Blockfreien" wurde 1955 auf der Konferenz von Bandung (Indonesien) gegründet, an der insgesamt Repräsentanten von 23 asiatischen und 6 afrikanischen Staaten teilnahmen, die im Zuge des "Kalten Krieges" neutral blieben. Initiiert wurde die Bewegung neben Nasser maßgeblich vom jugoslawischen Präsidenten Josip Tito, dem indischen Premier Jawaharlal Nehru und dem indonesischen Präsidenten Sukarno.
6.
Als Reaktion auf die Niederlage gegen Israel hatte Nasser seinen Rücktritt angeboten.
7.
Siehe http://florian-peil.de/wp-content/uploads/2013/08/Doe-Besetzung-der-Großen-Moschee-von-Mekka-1979.pdf und http://www.spiegel.de/einestages/anschlag-in-mekka-1979-wie-der-islamistische-terror-begann-a-1070500.html.
8.
Saudi-Arabien hoffte, Irak als Puffer vor dem als Bedrohung wahrgenommenen Iran zu bewahren. Gleichzeitig sah sich das Königshaus aber auch internen Bedrohungen gegenüber: Die Revolution im Iran hatte auch einen Teil der schiitischen Minderheit im eigenen Land inspiriert, gegen die Unterdrückung und die wirtschaftliche Marginalisierung aufzubegehren. Es kam zu Protesten und Unruhen in der ölreichen Ostprovinz, wo die Mehrheit der saudischen Schiiten lebt. Diese wurden blutig niedergeschlagen.
9.
Siehe dazu Münkler, Herfried (2017). Der Dreißigjährige Krieg. Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618-1648, Berlin: Rowohlt und von Hammerstein, Elisabeth, Milton, Patrick (Januar/Februar 2018). Von Münster nach Damaskus. Für Syrien und Irak bietet der Westfälische Frieden hilfreiche Erkenntnisse, in: Internationale Politik, S. 75-79.
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