Ein syrischer Soldat mit einer AK-47 an einem Checkpoint In Damaskus, 21.08.2013.

Friedenskonsolidierung - Leistungen und Defizite

Wenn gewaltsame Konflikte beendet sind, stehen Staaten vor neuen Herausforderungen: Können demokratische Systeme etabliert und Korruptionsstrukturen zerstört werden? Kann die Vergangenheit aufgearbeitet werden? Können sich Bevölkerungsgruppen versöhnen? Nur mit Geduld kann ein Problemlösungsprozess und ein dauerhafter Frieden erreicht werden.

Bundeswehrsoldaten entladen Ausrüstungen und Sandsäcke in der ethnisch geteilten Stadt Mitrovica, 28.11.2011.

Lutz Schrader

Friedenskonsolidierung: Herausforderungen und Praxis

Die externe Unterstützung von Friedensprozessen (Peace-building) in Post-Konfliktgesellschaften ist zu einem eigenständigen Handlungsfeld der internationalen Gemeinschaft geworden. Nach der negativen Bilanz zahlreicher Friedensprozesse (z.B. Afghanistan, Haiti, Mali, Mazedonien, Somalia, Südsudan) sucht die internationale Gemeinschaft nach einer neuen Strategie. Weiter...

Unterstützer winken den Gründern der separatistischen Rebellen Bewegung in Aceh Hasan di Tiro in der Baiturrahman Moschee in Banda Aceh, Aceh Provinz, Indonesien. Tausende Menschen begrüßten den ehemaligen Rebellenführer nach seiner Rückkehr in die indonesische Provinz nach drei Jahrzehnten im Exil und einem Bürgerkrieg, der tausende von Menschen das Leben kostete.

Patrick Ziegenhain

Aceh

Der Friedensprozess in der indonesischen Provinz Aceh ist eine Erfolgsgeschichte. Seit 2005 gab es keine gewalttätigen Auseinandersetzungen mehr zwischen der heute als Partai Aceh regierenden Befreiungsbewegung und der indonesischen Zentralregierung. Bedenklich ist allerdings die Einführung islamisch-fundamentalistischer Gesetze und Vorschriften. Weiter...

Die baskische Polizei fotografiert einen illegalen Straßenprotest von baskischen Fans während eines Tributes an Gefangene der baskischen bewaffneten Gruppe ETA in der baskischen Stadt Arrasate, Nord-Spanien.

Ingo Niebel

Baskenland

Im Baskenland sind seit 2011 die Bedingungen gegeben, den Konflikt zwischen der Region, der Untergrundorganisation ETA und den Regierungen in Madrid und Paris politisch zu lösen. Aber nur die ETA scheint zu Verhandlungen bereit zu sein. Deshalb stagniert der Prozess. Weiter...

Anlässlich des 16. Jahrestages des Massakers von Srebrenica versammeln sich 2011 Zehntausende Menschen vor der Potocari-Gedenkstätte, um weitere 613 neu identifizierte Opfer beizusetzen.

Martina Fischer

Bosnien-Herzegowina

Internationale Organisationen neigen dazu, den Friedensprozess in Bosnien-Herzegowina als Erfolgsgeschichte darzustellen. Allerdings steht das Land 20 Jahre nach dem Ende des Krieges weiterhin vor immensen Herausforderungen und ungelösten Problemen. Die ethnopolitische Spaltung besteht fort und bildet einen Faktor der Instabilität. Weiter...

Angehörige gedenken am 10. Jahrestag der Veröffentlichung des offiziellen Berichtes der Wahrheitskommission (25.02.2009) an die Opfer des Bürgerkrieges.

Karsten Bechle

Guatemala

In Guatemala ist es nicht gelungen, die strukturellen Ursachen des Bürgerkrieges zu überwinden. Neben Armut und Exklusion sind Elitenversagen, Korruption, Straflosigkeit und die Ausbreitung des organisierten Verbrechens die größten Hindernisse für die Konsolidierung von Staat und Gesellschaft. Weiter...

Chum Mey (r.) und Bou Meng (l.), Überlebende des S-21-Foltergefängnisses der Roten Khmer, im Tuol-Sleng-Genozid-Museum 2009.

Stefan Rother

Kambodscha

Die Aufarbeitung des Völkermords in Kambodscha (1975-79) trifft auf große Widerstände. Das zeigt sich vor allem in der Arbeit des Rote-Khmer-Tribunals, die von staatlicher Seite immer wieder behindert und unterlaufen wird. Immerhin entsteht dabei Öffentlichkeit für den Völkermord und seine Folgen. Weiter...

25. April 2016: In Mazedoniens Hauptstadt Skopje demonstrieren Menschen für den Rücktritt von Präsident Gjorge Ivanov. Im Januar war Premierminister Nikola Gruevski zurückgetreten.

Friedenskonsolidierung

­Mazedonien

Mazedonien erlebt die tiefste politische Krise seit 2001. Die Veröffentlichung von Abhörprotokollen brachte die "Kriminalisierung des gesamten institutionellen Systems" ans Licht. Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition unter Vermittlung der EU führten zu einer Reformagenda und zum Rücktritt des Premierministers. Weiter...

Ehemaliger Frelimo Rebel Soldat Abdul Momed Gofulof entschärft Landminen in Hnadane, 62 Meilen südlich von Maputo, Mosambik.

Elísio Macamo

Mosambik

Mosambik galt bislang als Beispiel für eine gelungene Verhandlungslösung unter Beteiligung externer Akteure. Doch aufgrund der großen Unzufriedenheit mit der Regierungspartei FRELIMO und der zunehmenden Gewaltbereitschaft der Hauptoppositionspartei RENAMO sind die demokratische Entwicklung und der Friedensprozess ins Stocken geraten. Weiter...

Ein namibischer Mann ist mit dem Namibia-Flagge im Hintergrund zu sehen. Hintergrund: 18. Jahrestag der Unabhängigkeit von Südafrika (21.03.2008 Windhoek)

Reinhart Kößler

Namibia

Die Dominanz der Swapo-Partei hat die fast reibungslose Transition Namibias gewährleistet. Diese Dominanz hat aber auch ihre Schattenseiten: massive soziale Ungleichheit und mangelnde Aufarbeitung der Konfliktvergangenheit. Mit dem Amtsantritt des dritten Präsidenten, Hage Geingob, verbinden viele die Erwartung einer dynamischeren Politik. Weiter...

Menschen in Managua feiern den 36. Jahrestag der sandinistischen Revolution mit Fahnen der FSLN, 19.07.2015.

Karsten Bechle

Nicaragua

Die Gefahr eines erneuten Bürgerkrieges in Nicaragua ist gering. Doch das Land leidet nach wie vor unter gravierenden sozio-ökonomischen Problemen, Klientelismus und Korruption. Die schwachen demokratischen Institutionen werden durch den autoritären Führungsstil von Präsident Daniel Ortega weiter ausgehöhlt. Weiter...

Gespaltenes Land: Mauern und Zäune trennen in Belfast pro-irische Republikaner und pro-britische Unionisten.

Bernhard Moltmann

Nordirland

Die Verständigung zwischen Großbritannien und Irland ermöglichte die Beendigung des Konflikts in Nordirland. Mit der politischen Selbstverwaltung gelang es, das staatliche Gewaltmonopol wiederherzustellen. Widerwillig fügen sich die ehemaligen Konfliktparteien in die aufgezwungene Kooperation. Im Alltag leben die Konfliktmuster fort. Weiter...

Im Oktober 2009 verbrannte die Armee Ugandas ca. 3500 illegale Waffen, die sie LRA-Rebellen und Kriminellen in ganz Uganda abgenommen hatte.

Lioba Lenhart

Nord-Uganda

Sieben Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs ist die Sicherheitslage in Nord-Uganda stabil. Doch Wiederaufbau, Reintegration der Ex-Kombattanten und Aufarbeitung der Vergangenheit gestalten sich nach 20 Jahren Krieg und Vertreibung schwierig. Und sie werden von neuen Konflikten überlagert. Weiter...

Partouille der Militärpolizei in Ost-Timor

Markus Reger

Ost-Timor/Timor-Leste

Ost-Timor hat das Schicksalsjahr 2012 mit zwei Wahlen und dem Abzug der internationalen Truppen erfolgreich überstanden. Es bleiben aber noch erhebliche Defizite: die nicht aufgearbeitete Konfliktvergangenheit, Korruption und Vetternwirtschaft, Probleme des Sicherheitssektors sowie starke Entwicklungsunterschiede zwischen Hauptstadt und Provinz. Weiter...

Fotografien Ermordeter im Kigali Genocide Memorial Centre in Kigali, Ruanda, 20 Jahre nach dem Völkermord.

Julia Viebach

Ruanda

22 Jahre nach Bürgerkrieg und Völkermord kann Ruanda erste Erfolge in der ökonomischen Entwicklung und juristischen Aufarbeitung verbuchen. Bei der politischen Demokratisierung gibt es allerdings wenig Fortschritte, genauso wie bei der gerechten Verteilung der Früchte des wirtschaftlichen Aufschwungs Weiter...

Eine Wählerin zeigt ihren Wählerausweis vor (Freetown). Mit großem Andrang haben die Bürger des westafrikanischen Staates Sierra Leone am 11. August 2007 ein neues Parlament und einen neuen Präsidenten gewählt. Dies ist der zweite Urnengang seit dem Ende des Bürgerkrieges, der erste seit dem Abzug einer 17.500 Mann starken UN-Friedenstruppe im Jahr 2005.

Wolf-Christian Paes

Sierra Leone

Die Friedenskonsolidierung in Sierra Leone gilt seit dem Ende des Bürgerkriegs im Januar 2002 als ein gutes Beispiel für den international begleiteten Wiederaufbau staatlicher und gesellschaftlicher Strukturen. Die Ursachen des Konflikts sind aber zu großen Teilen nicht behoben. Weiter...

Ein afrikanischer Mann geht an einem Gebäude vorbei, an dem ein riesiger Banner befestigt ist mit der Aufschrift: "End Poverty", 1. Juli 2005 in Pretoria. Hintergrund: bevorstehender G8-Gipfel in Schottland und sowie das "Africa Standing Tall Against Poverty" Konzert.

Helga Dickow

Südafrika

Südafrika ist ein Beispiel für einen insgesamt erfolgreichen Friedensprozess. Die größte Gefährdung geht von massiven sozial-ökonomischen Problemen aus. Verantwortlich ist die zunehmend korrupte schwarze Führungselite. Die Niederschlagung der Proteste und Versuche, die Medien stärker zu kontrollieren, gefährden die demokratische Entwicklung. Weiter...

Ein Soweto Rugby-Club-Spieler, links, schüttelt die Hand mit einem Spieler aus dem johannesburgischen Enkuina Team im Milo Park, Johannesburg, Südafrika.

Lutz Schrader

Friedenskonsolidierung: eine vorläufige Bilanz

Die Bilanz der Friedensprozesse in den letzten drei Jahrzehnten ist gemischt. Insgesamt erfolgreiche und mehr oder weniger blockierte Verläufe halten sich die Waage. Erfolgsgaranten sind ein tragfähiger Konsens zwischen den ehemaligen Konfliktparteien, die Aufarbeitung der Konfliktvergangenheit und eine echte Demokratisierung. Weiter...

 

Interaktives Portal

Informationsportal Krieg und Frieden

Die weltweiten Militärausgaben sind 2013 leicht zurückgegangen - auf 1,7 Billionen US-Dollar. Welches Land gibt wie viel für sein Militär aus? Und wer bezieht die meisten Waffen aus Deutschland? Das interaktive Portal liefert Antworten auf sicherheitspolitische Fragen. Weiter... 

Trauernde Eltern in Syrieneuro|topics-Debatte

Eskalation im syrischen Bürgerkrieg

Nach Berichten über einen Giftgasangriff in der Nähe von Damaskus erwägen die USA einen Militäreinsatz gegen das Regime von Baschar al-Assad. Was kann eine Intervention der internationalen Gemeinschaft im syrischen Bürgerkrieg bewirken? Weiter... 

Ägyptische Sicherheitskräfte in der Nähe der al-Fateh Moschee am Ramses Platz in Kairoeuro|topics-Debatte

Ägypten in der Hand der Militärs

Ägyptens Generäle verteidigen nach dem Putsch gegen den gewählten Präsidenten Mursi ihre Macht mit aller Härte. Die Sicherheitskräfte gehen unnachgiebig gegen Muslimbrüder vor. Bereitet das Militär den Weg für Neuwahlen oder ist der Arabische Frühling in Kairo am Ende? Weiter... 

Koalition gegen den IS: v. l. n. r. der ägyptische Außenminister Sameh Shukri, der kuwaitische Außenminister Sabah Al-Khalid al-Sabah, der saudische Außenminister Prince Saud al-Faisal, der amerikanische Außenminister John Kerry, der Außenminister Omans, Yussef bin Alawi bin Abdullah, der Außenminister Bahrains, Sheikh Khaled bin Ahmed al-Khalifa und der libanesische Außenminister Gebran Bassil am 11.09.2014 in Jiddah, Saudi Arabien.euro|topics-Debatte

Breites Bündnis gegen IS

Rund 40 Staaten haben sich unter US-Führung zusammengeschlossen, um die Terrormiliz IS zu bekämpfen. Sie soll unter anderem mit Luftschlägen und der Unterstützung gemäßigter syrischer Rebellen gestoppt werden. Steht ein neuer Anti-Terror-Krieg bevor? Weiter... 

Der syrische Präsident Assad während eines Interviews mit der BBC, 08.02.2015.euro|topics-Debatte

Kein Frieden ohne Assad?

Angesichts der Flüchtlingskrise rückt der Krieg in Syrien wieder stärker in den Fokus. Einige Länder erwägen Luftschläge gegen IS-Stellungen, andere eine Zusammenarbeit mit dem Assad-Regime. Wie können die Ursachen der Flucht von Millionen Syrern bekämpft werden? Weiter... 

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Sicherheitspolitische Presseschau

Die Anschläge vom 11. September haben die Welt verunsichert. Seit 2001 stellt die bpb eine ausführliche und kommentierte Linkliste zusammen zu den Folgen des Terrorismus und den verschiedenen Aspekten der internationalen Sicherheitspolitik. Weiter...