Grafstat Methoden

14.5.2004

9. Radiobeitrag produzieren

Didaktischer Hinweis



Ziel der Erstellung eines Radiobeitrages ist es, komplexe inhaltliche Zusammenhänge in verständlicher, ansprechender und prägnanter Form auf die Kernaussagen zu beschränken.

"Texte, die für Hörerinnen und Hörer geschrieben werden, müssen anders formuliert werden, als solche für Leserinnen und Leser. Während beim Lesen die Lesegeschwindigkeit individuell bestimmt wird, der Text im Überblick vorliegt und somit Rücksprünge bei Unverständlichkeit (z.B. wegen Fremdwörter oder des Satzbaus) möglich sind, bleibt der Hörerin oder dem Hörer keine dieser Möglichkeiten. Folglich muss die Sprechgeschwindigkeit relativ langsam sein. Die Sprache muss einfach abgefasst werden und der einzelne Satz darf nur wenige Informationen beinhalten. Die Hörerin und der Hörer müssen Schritt für Schritt informiert werden. Es muss also so formuliert werden, dass alles sofort verständlich wird. Deshalb ist es notwendig, immer wieder Wiederholungen einzubauen und akustische Hilfen zu geben." (Günther Gugel, Methoden Manual II: >>Neues Lernen<<, Beltz Verlag, Weinheim und Basel, 1998, S. 176.)

Das Wissen um die notwendige Reduktion der Informationen befähigt den Schüler und die Schülerin zu einem kritischen Umgang mit dem Medium.

Ferner bietet die Produktion eines Radiobeitrages den Vorteil, dass mit der Planung und Durchführung von Interviews zugleich eine sozialwissenschaftliche Methode eingeübt wird. Einen weiteren Vorteil stellt die Produktorientierung und Veröffentlichung dar, die eine hohe Motivation der Schüler/innen bewirken dürfte.

Das Erstellen eines Radiobeitrages kann sowohl für klasseninterne Zwecke als auch für einen (Lokal-)Rundfunksender durchgeführt werden. Neben der Einsetzbarkeit dieser Methode im alltäglichen Unterricht eignet sie sich zur Gestaltung einer Projektwoche.

Es empfiehlt sich, den Radiobeitrag arbeitsteilig zu produzieren. So kann die eine Gruppe die Einleitung und den Schluss ausarbeiten, während die andere Gruppe für die Planung und Durchführung der Interviews zuständig ist.

Einsatzmöglichkeiten



Das Radio wird von vielen Jugendlichen als alltägliche Informationsquelle genutzt. Doch gerade das Radio birgt zahlreiche Ausdrucks- und somit auch Manipulationsmöglichkeiten in sich. Daher ist es notwendig die Schüler/innen zu einem kritischen Umgang mit diesem Medium zu befähigen. Infolge eines selbständig produzierten Radiobeitrages lernen die Schülerinnen und Schüler handlungsorientiert unterschiedliche Möglichkeiten der Informationsvermittlung kennen.

Insbesondere das wahlpolitisches Thema "Wählen schon ab 16" eignet sich für die Erstellung eines Radiobeitrages, da die Schülerinnen und Schüler selbst von der Thematik betroffen sind und sie somit motiviert sind, Leutegeeignete Interviewpartner zu finden.

Da für den Einsatz dieser Methode thematisches Hintergrundwissen der Schülerinnen und Schüler erforderlich ist, sollte diese Methode erst in der Erweiterungsphase angewendet werden. Der Zeitrahmen beträgt drei bis maximal vier Unterrichtsstunden.

Literatur



Günther Gugel: Methoden-Manual II: "Neues Lernen". Tausend neue Praxisvorschläge für Schule und Lehrerbildung, Beltz Verlag, Weinheim und Basel, 1998, S. 176-177 (Radiowerkstatt).

Walther von LaRoche: Radio-Journalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis im Hörfunk. 6. Auflage. München 1997.

Links zum Radioprojekt "Meine Stimme zählt - nicht?":

www.16plus.de
Ein sehr gutes Angebot der Landeszentrale für politische Bildung zum Thema "Kommunalwahl". Dort finden Jugendliche in ansprechend gestalteter Umgebung Sachinformationen, Berichte, kommentierte Links, etc.

www.jugend-nrw.de
Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen. Startseite Jugend in NRW.

www.landtag.nrw.de
Meta-Server für die Fraktionen des Landtages NRW.

www.witten.net/buergerfunk/index.html
E-Mail und Internetadressen verschiedenster Bürgerfunkgruppen in NRW. Mögliche Kooperationspartner für Schülergruppen, die am Projekt teilnehmen wollen. Hier gibt es technische Hilfestellung. Die Radiowerkstätten und Bürgerfunkgruppen sind mögliche Ansprechpartner,die konzeptionelle wie auch praktische Hilfe bieten können.



Interview
Unterrichtsprojekte mit Umfragen

Forschen mit GrafStat

Mit GrafStat werden Schülerinnen und Schüler selbst zu Sozialforschern. Das Programm zur Erstellung und Auswertung von selbst erstellten Umfragen greift aktuelle Themen wie Wahlen, Mobbing, Rechtsextremismus oder Fußball und Nationalbewusstsein auf. Lernende können selbst Hypothesen bilden, Daten ihrer eigenen Umfrage erheben und Ergebnisse selbstständig auswerten und interpretieren: ein spannender Einblick in die Meinungsforschung mit überraschende Analysen des eigenen Umfelds.

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