Projekt KlassenCheckUp
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Baustein 4: Und was nun?

Konsequenzen und Maßnahmen


30.6.2010
Gab es neue Erkenntnisse und vielleicht Probleme, die in der Befragung zum Klassenklima erkannt wurden? Hier finden Sie Anregungen zu Maßnahmen und Veränderungen des Klassenklimas, sowie weitere nützliche Links und Adressen.

Baustein 4 bildet den Abschluss der Befragung und zugleich den Beginn der aktiven Gestaltung des Klassenklimas. Anknüpfend an die Ergebnisse von Baustein 3 sollen diese dahingehend analysiert werden, welche Konsequenzen daraus gezogen werden können. Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler können dann gemeinsam auswählen, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um Teilbereiche des Klassenklimas zu verändern oder zu fördern.

Lernziele



Die Schülerinnen und Schüler sollen
  1. auf Grundlage der Befragungsergebnisse über das Klassenklima reflektieren.
  2. Ideen und Maßnahmen zur Veränderung und Verbesserung des Klassenklimas einbringen.




Das Klassenklima – eine Entwicklungsaufgabe



Die Pflege und Verbesserung des Klassenklimas ist eine Entwicklungsaufgabe, die nicht mit einer Maßnahme zu lösen ist, sondern sukzessiver Reflexion und Kommunikation in der Klasse bedarf. Mit der Durchführung der Befragung sind Sie dabei schon aktiv in die Diagnose eingetreten. Sie haben den Ist-Zustand ermittelt, Bewertungen, Einstellungen, Wünsche und Kritik der Schülerinnen und Schüler eingefangen.

Wichtig ist es dabei, dass die Schülerinnen und Schüler merken, dass Selbstevaluation, hier in Form einer Klassenklima-Befragung, nicht folgenlos ist und ihre Meinung und Einstellungen gefragt sind und Grundlage für Veränderungen in der Klasse sein können.

Was ist gut an unserer Klasse? – Besinnung auf die Stärken



Es ist empfehlenswert zuerst noch einmal hervorzuheben, in welchen Bereichen die Stärken der Klassengemeinschaft liegen. Basierend auf der Ergebnisse der Auswertungsarbeiten in Baustein 3 sollten hier im Unterrichtsgespräch oder mit Hilfe eines kurzen Lehrervortrag noch einmal pointiert, wohlwollend und lobend dargestellt werden, wo gute Entwicklungen, Ansätze und Einstellungen in der Klasse vorliegen.

Was wollen wir ändern? – Schwerpunktsetzung



Anknüpfend an die Präsentation der Ergebnisse der Gruppenarbeit in Baustein 3 sollte in einem nächsten Schritt in der Klasse thematisiert werden, welche Bereiche des Klassenklimas schwerpunktmäßig bearbeitet werden sollen. Diese Fokussierung auf einen oder wenige Teilbereiche des Klassenklimas soll helfen, gezielt ausgewählte Bereiche des Klassenklimas in der Klasse zu besprechen und geeignete Vereinbarungen und Maßnahmen zu treffen. Zudem hilft eine Eingrenzung, den jeweiligen Teilbereich in der Klasse bearbeitbar zu machen. Veränderungen lassen sich besser im Kleinen und in begrenzten, überschaubaren Bereichen erreichen.

Eine solche Schwerpunktsetzung kann zum einen im Unterrichtsgespräch vorgenommen werden, aber auch mit einer einfachen Punkteabfrage und anschließendem Gespräch vollzogen werden. Hier kann jede Schülerin und jeder Schüler drei Punkte vergeben für Bereiche, die sie oder er für besonders wichtig und veränderungsbedürftig betrachtet.

Kategorien des Fragebogens – Anhaltspunkt für Diskussion



Bei der Strukturierung der Diskussion können Sie sehr gut wieder auf die Kategorien des Fragebogens, die auch Grundlage für die Auswertung der Daten sein konnten, zurückgreifen:
  1. Lern- und Arbeitsatmosphäre (Regeln, Störungsvermeidung etc.)
  2. Soziale Kompetenz und Soziale Interaktion innerhalb der Klasse
    • Streit-/Konfliktkultur
    • Meinungspluralität/Ausgrenzung
    • Minderung von Konkurrenzdruck/Neid
    • Förderung der Hilfsbereitschaft
  3. Kommunikation
  4. Klassenzusammenhalt
  5. Schulangst/-stress
  6. Partizipation und demokratische Strukturen innerhalb der Klasse
  7. Lehrerbild/Lehrerverhalten

Gemeinsames Planungsgespräch



Wenn Sie sich mit Ihren Schülerinnen und Schülern auf einen oder mehrere Bereiche des Klassenklimas geeinigt haben, die Sie vertiefend besprechen und verändern wollen, gilt es als nächstes gemeinsam das weitere Vorgehen zu planen. Da dies ein sehr individueller auf die jeweilige Datenlage und konkrete Klasse abgestimmter Prozess ist, sollen an dieser Stelle lediglich einige mögliche Optionen für das weitere Vorgehen und Planen vorgestellt werden.

Schritt 1: Benötigen Sie mehr Informationen?

Wenn Sie feststellen, dass zu den ausgewählten fokussierten Teilbereichen des Klassenklimas mehr oder detailliertere Informationen notwendig sind, können Sie weiterführende Befragungen und Gespräche durchführen. Dies kann gelingen durch:
  1. eine weiterführende (anonyme) Befragung (z.B. mit Kartenabfrage),
  2. ein stummes Schreibgespräch zu bestimmten Aspekten,
  3. ein durch Leitfragen gestütztes Unterrichtsgespräch.
Schritt 2: Wo liegt das genaue Problem?

Gemeinsam im Unterrichtsgespräch oder auf Basis einer weiterführenden Kartenabfrage soll in einem nächsten Schritt das genaue Problem eingekreist bzw. eingegrenzt werden. Es kann dabei hilfreich sein, nicht mit einer rein negativen Formulierung zu arbeiten, sondern ein Ziel bspw. in Form eines positiven Satzes in Ich oder Wir-Form zu formulieren.

Beispiel:

In unserer Klasse lassen wir den anderen ausreden und fallen niemandem ins Wort. Wenn wir uns Rückmeldung zu Arbeitsergebnissen geben, tun wir dies sachlich und freundlich.

Schritt 3: Konsequenzen, Vereinbarungen und Maßnahmen

In einem nächsten Schritt müssen Sie als Lehrer entscheiden, ob Sie
  • selbst geeignete Konsequenzen formulieren und Maßnahmen auswählen.
  • eine Auswahl von Maßnahmen Ihren Schülerinnen und Schüler zur Auswahl stellen.
  • die Schülerinnen und Schüler selbst mit dem Studium der dargestellten Maßnahmen betrauen und dann gemeinsam entscheiden.
Als Lehrer sollten Sie hier schon einmal mitbedenken: Was kann ich gemeinsam mit der Klasse lösen? Was kann die Klasse selbst lösen? Wo muss ich mir Hilfe von Dritten holen bzw. Dritte zur Durchführung von Maßnahmen hinzuzuziehen?

Eine ausführlichere und kleinschrittige Darstellung des Vorgehens finden Sie in Info 04.01 und Info 04.02 erläutert.


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