Frau in Videothek vor Regal mit DVDs

28.5.2002

Die neuen Leiden des jungen W.

Der Film entstand nach dem Roman und Theaterstück des DDR-Autors Ulrich Plenzdorf. Aufgezeigt wird der Zwiespalt einer Jugend zwischen den Einflüssen von Ost und West. Auf der einen Seite das forsche Auftreten, auf der anderen die Verletzbarkeit und die Unsicherheit in einer Umbruchsituation.

Buch: Ulrich Plenzdorf
Produktion: Artus-Film, Bundesrepublik Deutschland 1976
Format: 108 Min. - VHS-Video - farbig
Stichworte: DDR - Jugend
FSK: 12 Jahre
Kategorie: Spielfilm


Inhalt: Edgar Wibeau (Klaus Hoffmann), der beste Lehrling seines VEBs in einer DDR-Kleinstadt, wirft die Arbeit hin und verläßt seine Mutter, die von seinem Vater getrennt lebt. Gemeinsam mit seinem Freund zieht er in eine Berliner Laubenkolonie. Beide wollen Maler werden, doch die Akademie nimmt sie nicht auf. Während der Freund in die Heimat zurückkehrt, arbeitet Edgar als Anstreicher. Eines Tages findet er Goethes "Die Leiden des jungen Werther". Dieses Buch trifft genau sein Lebensgefühl. Er spricht Zitate daraus auf Tonband und schickt sie seinem Freund. Nach Edgars unerwartetem Tod helfen die Tonbandaufnahmen seinem Vater, sein Leben in Berlin zu rekonstruieren. Der Vater spricht mit Charlie, in die Edgar verliebt war, und mit einem Arbeitskollegen. So erfährt er, daß Edgar bei dem Versuch starb, ein Farbspritzgerät zu konstruieren - an einem Stromschlag.

Der Film entstand nach dem Roman und Theaterstück des DDR-Autors Ulrich Plenzdorf. Aufgezeigt wird der Zwiespalt einer Jugend zwischen den Einflüssen von Ost und West. Auf der einen Seite das forsche Auftreten, auf der anderen die Verletzbarkeit und die Unsicherheit in einer Umbruchsituation. Die Erzählung spielt auf zwei Zeitebenen, einmal das Leben in der Rückblende, dann der Antiheld selbst, wie er von "jenseits des Jordans" wiederkehrt und die einzelnen Szenen kommentiert. Die Konflikte sind teilweise für westliche Jugendliche schwer nachvollziehbar - beispielsweise, wenn es darum geht, heiße Musik zu hören oder Jeans zu tragen. Der Film gewinnt durch die schauspielerische Leistung von Klaus Hoffmann und gibt etwas von den Problemen wieder, die in den 60er Jahren, im Westen die Zeit des Aufbruchs, die Jugend im "Osten" tangierten.


Das Internet hat unsere Kommunikationskultur nachhaltig verändert – vor allem für Jugendliche, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind. Kinofenster.de untersucht, wie das Smartphone den Alltag der Digital Natives prägt, welche Bedeutung die Neuen Medien für die Bildung und wie sie Eingang in filmische Erzählwelten gefunden haben. Passend zum Thema gibt es Unterrichtsmaterial von der Grundschule bis zur Oberstufe.

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Dossier

Film

Ungeachtet der Bedeutung neuer digitaler Entwicklungen spielt auch der Film als historisch gewachsene und nach wie vor sehr massenwirksame Kunstform eine zentrale Rolle für die Medienbildung. Die Frage nach dem Wie und Warum filmischer Darstellungformen ist dabei wesentlich für eine mündige Rezeption und sachkundige Einordnung der dargebotenen fiktionalen wie auch dokumentarischen Stoffe. Jeder Film spiegelt stets seine sozialen und kulturellen Kontexte wider. Daher ist es wichtig, das Medium nicht nur als mehr oder minder künstlerisch ambitioniertes Unterhaltsprodukt zu betrachten, sondern sich immer auch kritisch mit seinen offenen und verborgenen politisch-ideologischen Botschaften auseinanderzusetzen - und der Art und Weise, wie sie vermittelt werden.

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