Werkstatt Einfache Sprache

Bedeutung und Einsatz der Referenzgruppe aus Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderungserfahrung

9.5.2016
Was bedeutet der Ansatzpunkt beim Verständnis für die Lebenswelt der Anwender für die Produktentwicklung? Die Referenzgruppe überprüft als Experten in eigener Sache die jeweiligen Umsetzungsphasen auf Plausibilität. Evaluierung ist bereits Teil des Produktionsprozesses inklusiver Medien.

Grundlage für die Arbeit im PIKSL-Labor ist das Verständnis für die Lebenswelt von Menschen mit Behinderungen. Auf diese Weise können konkrete Bedarfe identifiziert und Anforderungen abgeleitet werden. Gemeinsam mit Sozialpädagogen, Designern und Menschen mit Lernschwierigkeiten wurden kollaborative Arbeitsweisen zur Evaluation und Entwicklung von Produkten im PIKSL-Labor erarbeitet.

Inklusiv-kollaborative Arbeitsweise:
Durch iterative Arbeitsprozesse haben die Laboranten_innen während einer Produkt- oder Dienstleistungsentwicklung im PIKSL-Labor die Möglichkeit, direkt Einfluss auf das Ergebnis zu nehmen Auf diese Weise setzen sich Arbeitsgruppen im PIKSL-Labor aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen und bearbeiten Fragestellungen von Projektbeginn an in einem inklusiv-kollaborativen Setting (Transdisziplinarität). Dieser Arbeitsweise folgend wurde die Reihe "einfach Internet" von Menschen mit Lernschwierigkeiten im PIKSL Labor gemeinsam erarbeitet. Durch die Mitarbeit der PIKSL-Laborantinnen und -Laboranten, in ihrer Rolle als Experten für passgenaue Lösungen, konnten die Konzepte unmittelbar auf ihre Tauglichkeit hin überprüft und optimiert werden. Dabei ist es eine Voraussetzung, dass alle Beteiligten gleichberechtigt mitreden können, auf die Verwendung von verständlicher Sprache und ein hohes Maß an Anschaulichkeit achten (Freese 2015)[1]. Menschen mit Behinderungen werden als Experten in eigener Sache unmittelbar integriert.

Gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung und eine Abkehr von Stigmatisierung sollen durch partizipative Designprozesse im Rahmen von PIKSL verfolgt werden. Durch die Einbeziehung der PIKSL-Laboranten_innen werden die Designprozesse an den Anforderungen der Nutzer ausgerichtet.


Fußnoten

1.
Freese, B. (2015): Soziale Innovation durch digitale Teilhabe; in: Friedrich, K. et. al. (Hrsg.): Smart und mobil. München, S. 185-202.