Funkstörung – The Zoo

Musikvideo aus der Reihe "Zur Rettung der Popkultur"

von: Zeitguised

Henrik Mauler und Jamie Raap, die gemeinsam in London die Videoproduktion Zeitguised betreiben, gewannen mit „The Zoo“ im Jahr 2005 bei den 51. Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen den MuVi-Preis für das beste deutsche Musikvideo.

Inhalt

In freier Wildbahn: Aus einer innerstädtischen Brachfläche wird ein Bassin, aus dem statt Delfinen nur Fischkutter auf- und wieder abtauchen. Der Blick durch die Fensterfront eines Lofts wird zum Blick in ein Aquarium, in dem Flugzeuge statt Fische schwimmen. Und ein leerer Parkplatz gerät zur Koppel, auf der nicht ein Pferd, sondern ein Sattelschlepper sich wiehernd aufbäumt und Lokomotiven ein Ballett aufführen. Henrik Mauler und Jamie Raap, die gemeinsam in London die Videoproduktion Zeitguised betreiben, gewannen mit „The Zoo“ im Jahr 2005 bei den 51. Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen den MuVi-Preis für das beste deutsche Musikvideo. Dabei ist nicht nur der Track des Rosenheimer Produzentenduos Funkstörung, Vertretern der sogenannten Intelligent Dance Music (IDM), ungewöhnlich für deren sonstiges Schaffen, da er vollkommen auf einen Rhythmus verzichtet. Auch der Clip selbst ist mit gerade mal einer Minute ungewöhnlich kurz. Und doch steckt in dem knapp bemessenen Kurzfilm mehr als nur eine Bebilderung der schwelgerischen, leicht atonalen, im Rechner bearbeiteten Gitarrenklänge von Funkstörung. „The Zoo“ gelingt dank dem Einsatz moderner Computer-Animation eine Parabel auf das moderne Leben. Das, erzählt uns der Film von Mauler und Raap, wird auf den Menschen verzichten können. Dann aber werden die menschenleeren Stadtlandschaften nicht von den Tieren zurückerobert, sondern von Maschinen. Die urbanen Räume, errichtet von und für den Menschen, werden von den Artefakten beherrscht: eine technoide Utopie, in der allerdings – glaubt man „The Zoo“ – endlich Friede sein wird. Am Schluss sprießen auf einer Mondfähre, mit der einstmals der Mensch auf dem Erdtrabanten landete, viele kleine Mondfähren – wie Blüten. Selbst Pflanzen sind in dieser schönen neuen Welt nicht mehr nötig.

Weitere Informationen

  • Musik: Funkstörung

  • Produktion: 2004

  • Spieldauer: 00:00:59

  • hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung, Goethe-Institut, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

 
© 2010 Bundeszentrale für politische Bildung