Kaffeehaus

Durch die Verbreitung der Kaffeehäuser im Vorderen Orient seit dem 16. und 17. Jh. wurde Männern die Möglichkeit gegeben, auf respektable Weise auszugehen und sich über aktuelle Ereignisse zu informieren. Das traditionelle K. ist ein Ort der Männer geblieben. Inzwischen gibt es in den meisten Städten auch moderne Cafés, Restaurants, Eisdielen, Kinos u. a. Orte, an denen Männer und Frauen sich treffen können. Insbesondere in den älteren Stadtvierteln sind die Kaffeehäuser jedoch immer noch eine nicht wegzudenkende Institution. Während des Ramadan werden dort abends Heldenepen oder Geschichten aus Tausendundeiner Nacht erzählt, eine Tradition, die heute oft zu einer Touristenattraktion geworden ist.

Literatur:
Hattox, P.: Coffee and Coffeehouses. The Origins of a Social Beverage in the Medieval Near East, 1985. – Desmet-­Grégoire, H./Georgeon, F. (Hg.): Cafés d’orient revisités, 1997. – Lemaire, G.-G.: L’orient des Cafés, 1990.

Autor/Autorinnen:
Dr. Friederike Stolleis, Berlin


Quelle: Elger, Ralf/Friederike Stolleis (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Geschichte - Alltag - Kultur. München: 6., aktualisierte und erweiterte Auflage 2018.



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