Feudalismus

[lat.] F. bezeichnet eine v. a. in Agrargesellschaften übliche, auf Grundbesitz beruhende hierarchisch aufgebaute Herrschaftsform:

Die Grundbesitzer (Monarch, Adel, Kirche) bilden im F. die sozial und politisch führende Schicht, die v. a. Ländereien, aber auch Rechte (Lehen) – wie das Recht auf Erhebung von Abgaben – im Tausch für Leistungen, z. B. Kriegsdienst, an Vasallen zur Nutzung weitergeben. Das Lehen bildet die Grundlage für die gegenseitigen Treuepflichten zwischen Lehnsherr (bzw. Feudalherr) einerseits und Lehnsmann (bzw. Vasall) andererseits. Zum Lehen zählte auch die bäuerliche Bevölkerung, die als Leibeigene in völliger Abhängigkeit zum Grundherrn stand. Das durch Handel und Gewerbe erstarkende Bürgertum und die Industrialisierung entzogen der feudalistischen Herrschaft in Europa nach und nach die Existenzgrundlage und leiteten über zu demokratischen (bürgerlich-liberalen) Herrschaftsformen.

Siehe auch:
Kirchen
Schicht/Schichtung
Abgaben
Bevölkerung
Abhängigkeit
Bürger/Bürgertum
Herrschaft
Europa

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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