Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Glossar

Sexismus



Unter Sexismus versteht man die Benachteiligung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts. Betroffen sind insbesondere Frauen, die eine angeblich biologisch vorbestimmte Rolle in der Gesellschaft zugewiesen bekommen und als den Männern unterlegen angesehen werden.

Geprägt wurde der Begriff in den 1960er Jahren in der US-Frauenbewegung. Analog zum Rassismus, der damals durch die Bürgerrechtsbewegung stark thematisiert wurde, bezeichnete Sexismus die Unterdrückung von Frauen und ihre Benachteiligung in Wirtschaft und Gesellschaft. Er wurde als älteste Form institutionalisierter Diskriminierung in der menschlichen (seit langem männlich dominierten) Gesellschaft kritisiert. Sexismus ist eine Ideologie der Ungleichwertigkeit, richtet sich aber anders als etwa Rassismus oder Homophobie nicht gegen eine Minderheit.

Sexismus hat viele Erscheinungsformen. Sie reicht von schwerer Gewalt (z.B. Vergewaltigung) bis zu alltäglichen Erscheinungen, etwa herabwürdigenden Bemerkungen von Männern (Chauvinismus) oder frauenfeindlichen HipHop-Texten. Sexismus zeigt sich auch in tief verwurzelten Denkmustern über Frauen und Männer, über die angebliche Stärke und Schwäche des jeweiligen Geschlechts, vermeintlich typische Berufe oder Verhaltensweisen. Sexistische Traditionen waren lange Zeit in zahlreichen Gesetzen verankert, etwa im Ehe-, Namens-, Wahl-, Polizei- und Strafrecht.

Die Vorstellung, Frauen seien durch Natur und Biologie auf bestimmte gesellschaftliche Aufgaben festgelegt, ist ein typisches Element antidemokratischen und rechtsextremen Denkens (findet sich allerdings in abgeschwächter Form in allen Bevölkerungsgruppen). Wissenschaftler sehen Sexismus – neben Phänomenen wie Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit oder Obdachlosenfeindlichkeit – als eine Variante Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Dass die weibliche Rolle die der Ehefrau, Mutter oder der Unterstützerin ihres Mannes sei, wird dabei in Westdeutschland stärker bejaht als im Osten.[9]



03.02.2014

Fußnoten

  1. http://library.fes.de/pdf-files/do/04088a.pdf, S. 68 und 76