Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Debatte: "Deutschenfeindlichkeit"

Mit ihrer Aussage, dass "Deutschenfeindlichkeit Fremdenfeindlichkeit, ja Rassismus" sei, fachte die damalige Familienministerin Kristina Schröder (CDU) im Jahr 2010 eine Debatte rund um die vermeintlich zunehmende Diskriminierung von Deutschen durch Minderheiten an, die bis heute immer wieder auflebt. Ist der Begriff "Deutschenfeindlichkeit" grundsätzlich ungeeignet, weil er ein rechtsextremer Kampfbegriff ist? Existiert tatsächlich eine relevante Diskriminierung von Deutschen in Deutschland? Und wenn ja – kann man sie mit Rassismus vergleichen?

Die jüngste Debatte um "Deutschenfeindlichkeit" wirft gesellschaftliche Fragen auf – und zeigt, wie wichtig eine Auseinandersetzung mit dem Begriff und seiner Herkunft ist.

Am 24. April 2012 zeigt das Kölner Polizeipräsidium während einer Pressekonferenz Waffen und Propagandamaterialien, die bei Razzien gegen die rechtsextreme Szene in Nordrhein-Westfalen sichergestellt wurden.

Sina Laubenstein

"Deutschenfeindlichkeit" – zwischen rechtem Kampfbegriff & gesellschaftlicher Herausforderung

Weil sie fester Bestandteil der rechtsextremen Propagandastruktur ist, ist die Debatte um vermeintliche "Deutschenfeindlichkeit" eine Herausforderung. Sina Laubenstein zeichnet das Aufkommen des umstrittenen Begriffs sowie den öffentlichen und juristischen Diskurs um ihn nach.

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Dr. Yasemin Shooman, Leiterin der Akademieprogramme des Jüdischen Museums Berlin

Yasemin Shooman

Dr. Yasemin Shooman: "Deutschenfeindlichkeit" – rechtsextremer Topos und Ausblendung von Machtverhältnissen

Wer über "Deutschenfeindlichkeit" diskutiert, sollte die Herkunft dieses Begriffs kennen, sagt Yasemin Shooman. Außerdem blende der Versuch, "Deutschenfeindlichkeit" mit Rassismus gleichzusetzen, die Machtverhältnisse zwischen Mehrheitsbevölkerung und Minderheitsbevölkerung aus.

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Der Erziehungswissenschaftler Ahmet Toprak zu Gast in einer ZDF-Talkshow.

Ahmet Toprak

Ahmet Toprak: Deutschenfeindlichkeit? Nein. Diskriminierung? Ja.

Unabhängig von nationaler und kultureller Herkunft diskriminieren in bestimmten Kontexten die Mehrheiten die Minderheiten, sagt Ahmet Toprak. Aber um solche Phänomene zu diskutieren, sei der Begriff "Deutschenfeindlichkeit" ungeeignet, weil er die Gräben zwischen Mehrheitsgesellschaft und Migranten vertiefe.

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Dossier Rechtsextremismus

Initiativenblog

Welche Konzepte gegen die extreme Rechte sowie gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Abwertungen gibt es? Hier stellen sich Initiativen mit ihren eigenen Ideen und Berichten aus der praktischen Arbeit vor: Ein Initiativenblog, der stetig wächst und die Vielfalt an konzeptionellen Ansätzen abbildet.

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Mediathek

Die Arier

In einer sehr persönlichen Reise begibt sich die Afrodeutsche Mo Asumang auf die Suche nach den Ursprüngen des Arierbegriffs und dessen Missbrauch durch Rassisten in Deutschland und den USA.

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Mediathek

Kombat Sechzehn

Der 16-jährige Georg zieht von Frankfurt am Main nach Frankfurt an der Oder um, weil sein Vater dort einen neue Arbeit gefunden hat. Nur schwer findet er sich in der neuen Situation zurecht. In seiner Isolation und Orientierungslosigkeit gerät Georg zunehmend in den Sog einer rechtsextremen Clique...

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Rassismus, Antisemitismus, Homophobie… Aspekte der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit begegnen uns in vielen Bereichen der Gesellschaft. Die "Begegnen-Reihe" soll in unterschiedlichen Formaten auf Aussagen und Handlungen vorbereiten, in denen Menschen ausgegrenzt und diskriminiert werden.

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Sie benötigen ein Bild zur Illustration Ihres Presseartikels, wollen sich einen Überblick über das bpb-Angebot zum Thema verschaffen oder Pressemitteilungen nachlesen? Hier finden Sie Informationen zum breiten Engagement der bpb gegen Rechtsextremismus.

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Hier finden Sie Publikationen der bpb zum Thema Rechtsextremismus.

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Fortbildungskonzept

Qualifiziert handeln!

Bei der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und abwertenden Haltungen gewinnt ein Thema mehr und mehr an Bedeutung: Qualifiziertes Handeln. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat daher in Kooperation mit drei ausgewählten Partnern ein umfassendes Fortbildungskonzept entwickelt: Das DGB-Bildungswerk Bund, der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben und die Evangelischen Akademien in Deutschland führen Fortbildungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit jeweils besonderen Schwerpunkten durch.

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Das von den Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründete bundesweite Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) in der Bundeszentrale für politische Bildung will das zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie und Toleranz in unserem Land sichtbar machen und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zum Einsatz für unsere Demokratie ermutigen. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 haben sich eine Vielzahl von Organisationen dem Bündnis angeschlossen - von großen Verbänden bis hin zu kleinen Aktionsgruppen.

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Mit dem Programm "Zusammenhalt durch Teilhabe" fördert das Bundesministerium des Innern (BMI) Projekte für demokratische Teilhabe und gegen Extremismus in Ostdeutschland. Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt sollen dort gefördert werden, wo sie entstehen: an der Basis. Das BMI hat die bpb mit der Umsetzung des Bundesprogramms betraut.

Mehr lesen auf zusammenhalt-durch-teilhabe.de