Organisation
Verena Schulze
28.8.2009
Die CSU ist in ihrer Organisation auf Bayern beschränkt. Ihren bundespolitischen Einfluss gewinnt sie vor allem durch die gemeinsame Fraktion mit der CDU im Deutschen Bundestag.
Im Zuge mehrerer Reformen und Modernisierungsphasen wandelte sich die CSU seit ihrer Gründung von einer elitären Honoratiorenpartei zu einer modernen Volkspartei.
Die Organisation der CSU in Bayern ist an den vierstufigen bayerischen Verwaltungsaufbau in Kommune, Kreis, Regierungsbezirk und Land angepasst. Ihr Sitz ist in München.
Gremien der CSU
Auf Landesebene bilden der Parteivorstand, das Präsidium, der Parteitag und der Parteiausschuss die wichtigsten Organe.
Der Parteivorstand vertritt die Partei in der Öffentlichkeit und behandelt die dringlichen politischen Probleme sowie die wesentlichen organisatorischen Fragen. Zum Vorstand gehören unter anderem der Parteivorsitzende, seine Stellvertreter und die Schatzmeister. Die Vorstandsmitglieder werden entweder vom Parteitag gewählt oder gehören dem Gremium kraft Amtes an, wie zum Beispiel der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag.
Auch die Mitglieder des Präsidiums sind im Parteivorstand. Aufgabe des Präsidiums ist, die laufenden Geschäfte der Partei zu führen. In seine Zuständigkeit fallen auch die Finanzierung und die wirtschaftlichen Tätigkeiten der Partei. Der Parteivorsitzende steht sowohl dem Parteivorstand als auch dem Präsidium vor.
Der Parteitag wählt einige Mitglieder des Vorstands und beschließt die Grundlinien der Politik der CSU sowie das Parteiprogramm. Der Parteiausschuss hingegen berät und entscheidet über eher kurzfristig angelegte Aktionsprogramme und behandelt grundsätzliche politische Themen.
Arbeitsgemeinschaften und -gruppen
Neben der hierarchischen, vertikalen Untergliederung haben sich in der CSU sieben Arbeitsgemeinschaften herausgebildet: die Frauen-Union, die Mittelstands-Union, die Arbeitnehmer-Union, die AG Landwirtschaft, die Kommunalpolitische Vereinigung, die Senioren-Union sowie die Union der Vertriebenen.
Diese Arbeitsgemeinschaften, deren Mitglieder nicht CSU-Mitglieder sein müssen, sollen als politische Interessenvertretungen in den einzelnen Bereichen die Partei politisch und fachlich unterstützen.
Gemeinsam mit der CDU verfügt die CSU zudem über eine Jugendorganisation, die Junge Union.
Darüber hinaus bestehen neun Arbeitskreise, in denen mit Mitgliedern und Interessierten an der Basis Positionen zu verschiedenen Themenbereichen konzipiert werden.
Schließlich sollen Fach-Kommissionen (z.B. Medien- oder Familienkommission) durch Sachberatung zur Klärung politischer Probleme und Fragen beitragen. Ihre Mitglieder sind in der Regel Politiker und Fachleute aus der jeweiligen Branche.
Wirtschaftsbeirat und Hanns-Seidel-Stiftung
Zu Beginn des Jahres trifft sich die CSU in Wildbad Kreuth zur Klausurtagung im Tagungszentrum der Hanns-Seidel-Stiftung. (© AP)Die Hanns-Seidel-Stiftung verfügt über ein europaweites Netz an Kontakten. Im Rahmen der politischen Bildungsarbeit fungiert sie als ein zentrales Bindeglied der Partei zur Wissenschaft und zu gesellschaftlichen Multiplikatoren.
Aktuell
Parteivorsitzender der CSU ist seit Oktober 2008 Horst Seehofer, geschäftsführender Generalsekretär ist seit Februar 2009 Alexander Dobrindt und Schatzmeister sind seit 2003 Thomas Bauer und seit 2005 Alexander Radwan.
Literatur
Deutscher Bundestag, 2009: Bekanntmachung von Rechenschaftsberichten politischer Parteien für das Jahr 2007, 1. Teil – Bundestagsparteien (Drucksache 16/12550). »www.bundestag.de« (20.08.2009)
Kießling, Andreas, 2004: Die CSU. Machterhalt und Machterneuerung, Wiesbaden.
Mintzel, Alf, 1992: Die Christlich-Soziale Union in Bayern, in: Mintzel, Alf/Oberreuter, Heinrich (Hrsg.), 1992: Parteien in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, 217-265.
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