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500 Jahre Reformation – Großes Finale des Lutherjahres

25.10.2017
Vor einem Jahr wurde das Festjahr zum 500. Reformationsjubiläum eröffnet.
Nun wird am Reformationstag das große Finale gefeiert.


Gefühlt ist Luther im Jahr des Reformationsjubiläums überall, sogar im Feld: So wie hier zu sehen auf einem Acker am bayerischen Ammersee. Das Lutherbildnis ist als Labyrinth begehbar.Gefühlt ist Luther im Jahr des Reformationsjubiläums überall, sogar im Feld: So wie hier zu sehen auf einem Acker am bayerischen Ammersee. Das Lutherbildnis ist als Labyrinth begehbar. (© dpa)

Der Legende nach hat der Augustinermönch und Theologieprofessor Martin Luther (1483–1546) am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen die Missstände in der Kirche an das Portal der Wittenberger Schlosskirche genagelt.

Auch wenn der Thesenanschlag selbst sehr wahrscheinlich so nie stattgefunden hat, markiert dieser Tag in der kollektiven Erinnerungspolitik den Beginn der weltweiten Reformation. Diese hatte nicht nur Aufspaltung der Kirche in verschiedene christliche Konfessionen zur Folge – sie steht vielmehr auch für grundlegende Veränderungen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

Kulturprägende Bedeutung der Reformation



Luther forderte nicht nur Glaubens- und Gewissensfreiheit, sondern in Ansätzen auch ein Recht auf Bildung, das unabhängig von der sozialen Herkunft besteht. Und weil jeder "Zugang zu Gottes Wort" haben sollte, übersetzte Luther die Bibel ins Deutsche. Die kulturprägende Bedeutung dieser Bibelübersetzung ist kaum zu überschätzen. So geht die Forschung davon aus, dass sie ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache war.

Reformationstag 2017 als gesamtdeutscher Feiertag



Die Bundesregierung hat seit 2011 rund 50 Millionen Euro für Hunderte Kulturprojekte im Rahmen des Reformationsjubiliäums und für die Sanierung von Reformationsstätten zur Verfügung gestellt. Dieses Jahr ist der 31. Oktober außerdem einmalig bundesweit gesetzlicher Feiertag. Die westdeutschen Länder und Berlin haben dafür entsprechende Verordnungen erlassen. In den ostdeutschen Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist der Reformationstag bereits seit der Wiedervereinigung 1990 Feiertag.

Reformationsjahr ohne antikatholische Töne



Auch wenn die Besucherzahlen bei vielen Veranstaltungen hinter den Erwartungen der Veranstalter zurückgeblieben sind. Die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) zieht bislang ein zufriedenes Resümee aus dem bisherigen Festjahr. Der EKD-Ratsvorsitzende und bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zeigte sich bei einer Presseveranstaltung in Berlin zufrieden. Er sei "dankbar für ein friedliches und weltoffenes Reformationsjubiläum", das "ein Jubiläum ohne nationalistische und anti-katholische Stoßrichtung" gewesen sei. Daraus werde man "viel ökumenischen Rückenwind" mitnehmen. Diese Einschätzung teilt auch der Münchner Erzbischof und Vorsitzende der Katholischen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, der die versöhnlichen Töne während des Reformationsjahres lobte.

Veranstaltungen



Zum Finale des Reformationsjubiläums am 31.10.2017 finden in ganz Deutschland zahlreiche Veranstaltungen statt. Allen voran eine Reihe von Gottesdiensten in der "Lutherstadt" Wittenberg, wo zum staatlichen Festakt am Abend auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet werden.

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