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Medien
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"Smalltalk about true lies" |
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Ist Afrika ein hoffnungsvoller Kontinent? |
| Charles Gnaléko |
Einleitung
Die Ungleichheit zwischen den Industrieländern und den afrikanischen Staaten beschränkt sich nicht nur auf die Wirtschaft, sondern sie betrifft auch andere Gebiete wie zum Beispiel die Massenmedien. Als wir nämlich in Afrika die Medien beobachteten, wussten wir bereits viel Positives über Deutschland als Welt- und Wirtschaftsmacht, obwohl wir noch nie dort gewesen waren.
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Zur Person |
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Charles Gnaléko, geboren und aufgewachsen in der Republik Elfenbeinküste. Studierte Jura an der Pariser Sorbonne und Politikwissenschaften in Hamburg. Seit 1990 ist er Europa- bzw. Deutschland-Korrespondent für eine ivorische Zeitung und seit 2002 in Hamburg als Mitglied des Entwicklungspolitischen Beirats tätig. |  |
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 |  | Später habe ich als Gymnasiast über die Preußen und Bismarck viel erfahren können und ich verstand, warum die Deutschen in vielen Dingen erfolgreich gewesen sind. Mag sein, dass in Deutschland nicht alles perfekt ist. Mag sein, dass es in Deutschland nicht duftet, aber das denken viele Afrikaner. Warum?
In afrikanischen Medien wird nur "das Gute" über Deutschland dargestellt. Es wird uns vermittelt, was es Positives über Deutschland zu erfahren gibt. Alle Informationen über Deutschland sowie Nachrichten aus Deutschland haben wir nicht nur aus der Schule erfahren, sondern aus den örtlichen Medienanstalten unserer Länder, die mit deutschen Institutionen zusammenarbeiten. Nichts wird dem Zufall überlassen, wenn es um Deutschlands Image geht, sogar in Afrika, wo man mit Informationen über die westliche Kultur übersättigt ist.
Meine Nachbarn
Deutschland hat ein gutes Image in Afrika. Aber können wir das gleiche über das Image Afrikas und das von Afrikanerinnen oder Afrikanern in Deutschland behaupten? Was für ein Bild haben die Deutschen von Afrika und insbesondere über die hier lebenden Afrikaner durch die hiesigen Massenmedien bekommen?
Auf diese Frage habe ich bereits Antworten von einem Wohnungsnachbarn bekommen. Mein Nachbar Manfred aus Hamburg kam zu mir und sagte: "Afrika ist doch ein hoffnungsloser Kontinent." " Ja? Warum?", fragte ich ihn und er sagte: "Ihr bekommt von uns Entwicklungshilfe seit 50 Jahren. Milliarden haben wir euch gegeben, um euch zu helfen, unsere Steuergelder. Was ist heute dabei heraus gekommen? Elend, Armut, Aids, Massenerkrankungen, Diktatoren, Korruption, Bürgerkrieg. Schau mal nach Nigeria, Ruanda, Sierra Leone und was-weiß-ich-noch. Ihr kloppt euch dauernd, macht viele Kinder und seid nicht mal in der Lage für euch selbst zu sorgen. Ihr habt keine vernünftigen Dächer über dem Kopf, kein Trinkwasser, keinen Strom. Ihr seid total unfähige Menschen. Echt. Das Schlimmste bei der Sache ist, wir müssen euch hier noch als Sozialhilfeempfänger, Asylbetrüger und Drogendealer ertragen."
"Sind Sie schon in Afrika gewesen?", fragte ich ihn. "Nee!!! Was soll ich dort? Nee!" "Sie sind ja besser über Afrika informiert als ich. Woher haben Sie Ihre Informationen?" "Dafür muss man doch nicht nach Übersee laufen. Aus den Medien natürlich! Woher sonst? Fernsehen, Radio. Es ist voll von solchen Nachrichten über euch."
30. Juli 2004 |
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