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Ursachen und Folgen
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Kosten des Klimawandels |
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| Maike Bunse |
Einführung Als Auswirkung des Klimawandels ist in den nächsten Jahrzehnten mit einer Zunahme von extremen Wetterereignissen wie erhöhten Niederschlägen, Überschwemmungen oder Stürmen zu rechnen. Ein Anstieg der Anzahl und der Intensität von extremen Wetterereignissen führt zu erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden.
Aber nicht nur die Klimaschäden an sich verursachen Kosten, auch für den Klimaschutz werden finanzielle Mittel benötigt. Neben den Kosten für Klimaschäden zählen demnach auch die Kosten der Vermeidung (vor allem Umstellung der Energieversorgung hin zu erneuerbaren Energien) und die Kosten der Klimaanpassung (Infrastrukturmaßnahmen etc) zu den Kosten des Klimawandels.
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Sir Nicholas Stern, hat im Auftrag der britischen Regierung einen umfassenden Bericht über die wirtschaftlichen Folgen der globalen Erwärmung vorgelegt. Foto: AP
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Um die Kosten des Klimawandels zu berechnen, werden ökonomische Klimamodelle verwendet. Diese koppeln ökonomische Modelle mit Klimamodellen und versuchen mit Hilfe von Simulationen, die Kosten von bestimmten Auswirkungen oder Maßnahmen zu ermitteln. Da es eine Vielzahl von unterschiedlichen Modellen mit verschiedenen Herangehensweisen und Annahmen gibt, sind auch die Ergebnisse sehr unterschiedlich. Einig sind sich die meisten Experten allerdings darin, dass, je früher damit angefangen wird, ausreichende und geeignete Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen, desto geringer die Klimaschäden und die daraus folgenden Kosten in den kommenden Jahrzehnten ausfallen werden.
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Zur Person |
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Maike Bunse geb. 1975; Studium der Volkswirtschaftslehre, Dipl.-Volkswirtin; derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe "Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik" am Wuppertal Institut. Ihre Schwerpunkte der Arbeit sind: Klimapolitik, Ökonomische Instrumente, Energieeffizienz.
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 |  | Klimakosten in Deutschland
Ohne eine geeignete Klimaschutzpolitik ist damit zu rechnen, dass es auch in Deutschland zu einer steigenden Anzahl und Intensität von extremen Wetterereignissen kommen wird. Dies würde in den kommenden Jahrzehnten zu erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden in nahezu allen Sektoren führen. Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) werden die Land- und Forstwirtschaft besonders betroffen sein, wo es aufgrund von Trockenheit und Wassermangel zu Ernteausfällen in Höhe von insgesamt ca. drei Milliarden Euro bis 2050 kommen könnte. Durch Überflutungen und Hochwasser ist zusätzlich mit Immobilien- und Infrastrukturschäden von ca. zehn Milliarden Euro zu rechnen. Dazu kämen dann noch Kosten für die Anpassung an den Klimawandel (z.B. für eine Umstellung auf andere Anbaumethoden), dessen Höhe für diesen Sektor auf etwa das doppelte der Klimaschäden geschätzt wird.
Für den Tourismussektor werden für den Zeitraum bis 2050 die Kosten der Klimaschäden (z.B. ausbleibender Schnee in Wintersportregionen) vom DIW auf ca. 19 Milliarden Euro eingeschätzt, Anpassungskosten (z.B. für alternative Tourismusangebote) auf ca. elf Milliarden Euro. Auch im Gesundheitssektor ist mit hohen Kosten zu rechnen; die Kosten der Klimaschäden für den gleichen Zeitraum (z.B. verursacht durch das Auftreten von Krankheiten, die bisher überwiegend in subtropischen Ländern vorkommen) können ca. 37 Milliarden Euro betragen, die der Anpassung z.B. in Form von Vorsorgemaßnahmen ca. 24 Milliarden Euro.
Im Energie- und Verkehrssektor ist mit einer extremen Steigerung der Energiekosten zu rechnen. Allein durch eine 20-prozentige Steigerung der Energiepreise würden bis 2050 volkswirtschaftliche Schäden von ca. 130 Milliarden Euro entstehen. In gewissen energieintensiven Branchen ist mit einer Steigerung des Energiekostenanteils von ca. 85 Prozent an den Gesamtkosten zu rechnen. Auch die Finanzwirtschaft würde von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein: Bei den Rückversicherern wird mit einer zusätzlichen Kostenbelastung von ca. 100 Milliarden Euro gerechnet.
Ohne stärkere Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels könnten sich die Kosten der Auswirkungen in Deutschland laut DIW bis zum Jahr 2050 auf insgesamt knapp 800 Milliarden Euro belaufen. Von diesen 800 Milliarden Euro würden ca. 330 Milliarden Euro auf direkte Kosten durch Klimaschäden entfallen, ca. 300 Milliarden Euro auf erhöhte Energiepreise (überwiegend für private Haushalte), sowie ca. 170 Milliarden Euro für Anpassungsmaßnahmen. Insgesamt würde dies zu gesamtwirtschaftlichen Wachstumseinbußen von bis zu 0,5 Prozentpunkten führen. Ohne Gegenmaßnahmen könnten sich die Kosten bis 2100 sogar auf bis zu 3.000 Milliarden Euro erhöhen, was einer ungefähren Vervierfachung gegenüber 2050 entsprechen würde.
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Quelle: Wuppertal Institut, basierend auf DIW 2007.
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Um diesen möglichen Auswirkungen entgegenzuwirken, wurden zahlreiche klimapolitische Maßnahmen auf EU- und auch auf Bundesebene beschlossen. Dazu zählt beispielsweise das deutsche integrierte Energie- und Klimaprogramm (IEKP). Im Auftrag des Umweltbundesamts hat das Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) eine Studie zu den ökonomischen Kosten und Nutzen des IEKP erstellt. Nutzen deshalb, weil Klimaschutzmaßnahmen nicht nur Kosten erzeugen (direkte Ausgaben des Staats, Kosten der Allgemeinheit durch Umlagen auf den Strompreis, Investitionen beim Endverbraucher), sondern auch zu langfristigen Entlastungen (Entlastung der Endverbraucher durch gegenüber der Entwicklung ohne klimapolitische Maßnahmen geringere Energiekosten, sinkende Energieimporte, (Export)vorteile der deutschen Wirtschaft durch innovative Technologien) führen. Aus der Differenz zwischen den zu erwartenden Kosten und den zu erwartenden Nutzen ergeben sich die Nettokosten bzw. der Nettonutzen.
Die Hauptaussage der Studie des ISI liegt darin, dass die Mehrzahl der Maßnahmen des IEKPs zu einer Nettoeinsparung von Kosten, also einem Nettonutzen, führen wird. In Zahlen ausgedrückt führt die Studie zu dem Ergebnis, dass für das IEKP im Jahr 2020 31 Milliarden Euro Bruttokosten anfallen, denen jährlich eingesparte Energiekosten von 36,3 Milliarden Euro gegenüber gestellt werden können. Demzufolge würde im Jahre 2020 ein ökonomischer Nutzen von ca. fünf Milliarden Euro vorliegen. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass mit recht moderaten Öl- und Gaspreisen gerechnet wurde (65 Dollar pro Barrel), die bereits Mitte 2008 nicht mehr zutrafen. Bei weiter steigenden Energiepreisen wäre daher mit einem steigenden Nettonutzen zu rechnen.
02. März 2009 |
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