Fünf Symbole für die Weltreligionen (v. l.) Judentum, Christentum, Hinduismus, Islam und Buddhismus

Religionspluralismus weiter gedacht

Thomas Krüger vor Publikum.Thomas Krüger vor Publikum.

In den letzten Jahren ist durch die verstärkte Sichtbarkeit von Diversität in Deutschland auch das Thema Religion mehr in den Vordergrund gerückt. Wie geht man mit gelebter Religiosität der anderen, die anders wirkt als man selbst gewohnt ist? Die Forderung, dass Religion dem Privaten zuzuschreiben und der öffentliche Raum 'religionsneutral' sei, wird immer hörbarer. Dabei wird der faktische Einfluss der Religion auf Teile des öffentlichen Lebens oft verkannt.

Um sich diesem wachsenden Diskurs mehr zu widmen, beabsichtigte die Veranstaltung "Religionspluralismus weiter gedacht", die am 24. März 2017 in Berlin stattfand, das Spannungsfeld des öffentlich diskutierten Religionsverständnises aufzuzeigen und damit herauszuarbeiten, bei welchen Fragestellungen weiterführende Gedanken erforderlich sind, um den aufgeworfenen Themen in der breiteren Öffentlichkeit zu begegnen und konstruktiv das Verständnis von Religion weiterzudenken: Eine Entwicklung in Richtung einer Gesellschaft, die Pluralität – auch Religionspluralität – zunehmend als eine Realität wahrnimmt und versucht, in ihrem Handeln dies so aufzugreifen, dass alle in Deutschland lebenden Menschen ihren Platz und ihren Beitrag zum Fortschritt der Gesellschaft gleichermaßen leisten können.

Diese Dokumentation beabsichtigt, die Vorträge entlang zweier Hauptlinien abzubilden: einerseits die Betrachtung der diversen Facetten des geführten Diskurses zum Thema Religion in der Gesellschaft, andererseits das Aufzeigen der Perspektiven des Umgangs und Lebens mit Religionspluralität im Zeichen von Religionsfreiheit. Am Ende befinden sich kleine thematische Exkurse, welche die Workshops der Veranstaltung widerspiegeln. Diese veranschaulichen, wie Religion in die jeweiligen Themenkomplexe Identität, Teilhabe, öffentlicher Raum und Medien mit hineinspielt. Gleichzeitig versuchen sie, einen erweiterten Blickwinkel zu bieten, anhand dessen die Rolle von Religion in dem jeweiligen Gebiet weiter gedacht werden kann. Hier sei hinzuzufügen, dass die Veranstaltung Religion im sozialen Kontext betrachtete und versuchte, ihre Wirkungsweisen religionsübergreifend zu analysieren. Es ist damit auch kein theologischer Anspruch verbunden, vielmehr wurde die Rolle der Religionen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zur Diskussion gestellt. Die Veranstaltung baute Ergebnissen der vorangegangenen Gesprächsreihe "Die Rolle der gesellschaftsbildenden Kraft von Religion" auf, die von der Bahá’i Gemeinde in Deutschland in Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank durchgeführt wurde. Ergebnisse dieser Gesprächsreihe wurden von einigen Rednern aufgegriffen.

PDF-Icon Dokumentationsbroschüre
PDF-Icon Programm

Ort:
Tagungswerk Jerusalemkirche Berlin

Termin:
24. März 2017

Veranstalter:
Bahá’i Gemeinde in Deutschland K.d.ö.R. und Bildungsstätte Anne Frank

Ansprechpartner:
Saba Detweiler
Der Nationale Geistige Rat der Bahá’i in Deutschland
Bahá'í-Gemeinde in Deutschland K.d.ö.R.
Vertretung Berlin
Chausseestraße 103
10115 Berlin
Tel 030/ 28 87 71 83
Mobil 0170/ 3865611
Fax 030/ 24 72 37 71
E-Mail: oea@bahai.de
Internet: www.bahai.de

Diskutierende im Gespräch.

Einleitung

In den letzten Jahren ist durch die verstärkte Sichtbarkeit von Diversität in Deutschland auch das Thema Religion mehr in den Vordergrund gerückt. Wie geht man mit gelebter Religiosität der anderen, die anders wirkt als man selbst gewohnt ist? Die Forderung, dass Religion dem Privaten zuzuschreiben und der öffentliche Raum 'religionsneutral‘ sei, wird immer hörbarer.

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Daniel Bax

Religionsverständnis im Wandel

Religion wird seit jeher als moralisch-ethische Quelle betrachtet. Jedoch wird diese von den Menschen verschieden interpretiert und gelebt. Auf der einen Seite wird Religion oft als ein Motor gesehen, um sich gesellschaftlich und religionsübergreifend zu engagieren, um dadurch zum gesellschaftlichen Wohl und Zusammenhalt beizutragen, obwohl auf der anderen Seite die gleiche Quelle für Gewalt und Terror missbraucht wird.

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Professor Riem Spielhaus

Gelebte Religion

Vor diesem Hintergrund der diversen Facetten eines diskutierten Religionsverständnisses ist ein Diskurs beobachtbar, der entlang zweier Linien geführt wird: erstens die Rolle von Religion im öffentlichen Raum und zweitens erlebte und gelebte Religion im Alltag der Menschen. Letzteres zeigt, dass vor allem die Begegnung mit Menschen anderer Hintergründe, insbesondere im urbanen Raum, zum Alltag gehört, wie Frau Prof. Spielhaus in ihrem Vortrag anmerkte. Vor allem junge Menschen wachsen mit einer großen Selbstverständlichkeit gegenüber Diversität auf.

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Professor Heiner Bielefeldt im Gespräch

Religionspluralismus

Auf der einen Seite ist in vielen Orten Deutschlands die Religionspluralität im Alltag angekommen. Menschen begegnen anders gläubigen Personen. Auch wenn man sich nicht in allen Bereichen auskennt, oder Details bekannt sind, besteht an einigen Stellen ein erhöhtes Bewusstsein über die Tatsache, dass es unterschiedliche Glaubensrichtungen gibt.

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Staatsministerin Aydan Özoğuz

Ausblick der Veranstalter

Eine Herangehensweise, sich diesen Fragen zu nähern, ist, einige Grundannahmen zum Religionsverständnis zu überdenken, um der Religionsfreiheit weitere Entfaltungsmöglichkeiten zu geben. Vor dem Hintergrund der Beiträge der Konferenz "Religionspluralismus weiter gedacht" wurden im Nachgang durch die Veranstalter mehrere Handlungsfelder identifiziert, an denen es lohnenswert scheint, weiter zu arbeiten.

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Bildergalerie

Impressionen der Konferenz

Event series

Mapping Memories

Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

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Fachkonferenz

Konferenz zur Holocaustforschung

Die Internationalen Konferenzen zur Holocaustforschung dienen dem Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und der Praxis politischer Bildung. Sie entstehen aus einer Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Partnern aus der Wissenschaft.

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TiT-Veranstaltungsreihe

Themenzeit im Themenraum

Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit männl. und weibl. Experten zu Themen der politischen Bildung.

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Veranstaltungsreihe

Checkpoint bpb – Die Montagsgespräche

Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers.

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Veranstaltungsreihe

What's up, America? – Perspectives on the United States and Transatlantic Relations

Mehr als die Hälfte der Europäer steht TTIP positiv gegenüber – in Deutschland und zwei weiteren Ländern jedoch ist die Ablehnung innerhalb der Bevölkerung groß. Anhand dieses Fallbeispiels beschäftigt sich die Podiumsdiskussion mit der Frage, wieso wirtschaftliche Fragen auf beiden Seiten des Atlantiks und auch innereuropäisch auf so unterschiedliche Art und Weise diskutiert werden.

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Blog zur Fachkonferenz

Medienkompetenz 2014

Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

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bpb:magazin 2/2017
bpb:magazin

bpb:magazin 2/2017

"Stadt, Land, Fluss" sind Kategorien, die zentrale politische Themen aufgreifen. Die Reise über Städte, Land und Flüsse in diesem zwölften bpb:magazin führt, wie gewohnt, durch das breit gefächerte Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung.

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