Hauptrefinanzierungsgeschäfte

wichtiges geldpolitisches Mittel im Rahmen der Offenmarktpolitik (siehe dort) der Europäischen Zentralbank (EZB). Mithilfe der Hauptrefinanzierungsgeschäfte steuert die EZB im Euroraum die Zinsen, die Entwicklung der Geldmenge und setzt für den Bankensektor Signale für ihren geldpolitischen Kurs.

Die Hauptrefinanzierungsgeschäfte der EZB entsprechen den von der Bundesbank früher durchgeführten Wertpapierpensionsgeschäften (siehe dort). Die EZB bietet dabei wöchentlich den Kreditinstituten Zentralbankgeld auf dem Ausschreibungsweg als Standardtender mit 14-tägiger Laufzeit an. Sie werden entweder als Mengentender (siehe dort) mit Zinsfestlegung durch die EZB oder als Zinstender mit Abgabe von Zinsgeboten durch die Geschäftsbanken angeboten. Die Geschäftsbanken können bei Bedarf wöchentlich ihre Zins- oder Mengengebote abgeben und sich dadurch zeitlich befristet Zentralbankgeld bei der EZB beschaffen. Dafür müssen sie jedoch Sicherheiten in Form von Wertpapieren bei der EZB hinterlegen. Jede Verteuerung ihrer Geldbeschaffung bei der EZB werden die Geschäftsbanken über die Zinssätze für Kredite an ihre Kunden weitergeben. Der für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte von der EZB festgelegte Zinssatz ist damit der wichtigste Leitzins im Euroraum und hat Einfluss auf sämtliche Zinsen der Banken.


Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.



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