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26.9.2018

Dokumentation: Stimmen zum Attentat auf Alexander Sachartschenko

Diese Dokumentation versammelt Stimmen zum Attentat auf den Separatistenführer Alexander Sachartschenko. Die "Volksrepublik Donezk" macht die Ukraine für den Mord verantwortlich. Wladimir Putin und anderen Stimmen aus Russland kommentieren die Folgen für den Ostukraine-Konflikt.

Trauernde haben ein Portrait von Alexander Sachartschenko vor dem Separ Café aufgestellt, wo der Separatistenanführer von einer Bombenexplosion getötet wurde.Trauernde haben ein Portrait von Alexander Sachartschenko vor dem Separ Café aufgestellt, wo der Separatistenanführer von einer Bombenexplosion getötet wurde. (© picture alliance/Valentin Sprinchak/TASS/dpa)

Offizielles Statement des "Militärkommandos der DNR": Ukraine ist verantwortlich für den Terrorakt

31.08.2018

"Heute wurde der Führer unserer Republik, Oberbefehlshaber und Held der Volksrepublik Donezk Alexander Wladimirowitsch Sachartschenko durch einen für das ukrainische Terrorregime typischen hinterhältigen Anschlag ermordet. Dieser terroristische Akt zielt darauf ab, die Situation in der Republik zu destabilisieren und wurde von ukrainischen Spezialeinheiten unter Kontrolle von US-amerikanischen Sicherheitsdiensten durchgeführt.

Die ukrainische Regierung wird für diesen perfiden Schlag, der uns zugefügt wurde, teuer bezahlen. Wir fordern die Weltgemeinschaft auf, die kriminellen ukrainischen Machthaber dafür zur Verantwortung zu ziehen und auf einem Treffen der UN-Generalversammlung entschieden zu verurteilen!"

Quelle: Donezker Nachrichtenagentur, https://dan-news.info/official/srochnoe-soobshhenie-operativnogo-komandovaniya-dnr-v-svyazi-s-ubijstvom-glavy-respubliki.html

Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation: Täter werden ihre verdiente Strafe erhalten

31.08.2018

"Alexander Wladimirowitsch [Sachartschenko] war ein wahrer Anführer des Volkes, ein tapferer und entschlossener Mensch, ein Patriot des Donbass’. In einer für sein Heimatland schwierigen Zeit setzte er sich für dessen Verteidigung ein, übernahm große politische Verantwortung und führte das Volk.

Die feige Ermordung von Alexander Sachartschenko ist ein weiterer Beweis: Diejenigen, die den Weg des Terrors, der Gewalt und der Einschüchterung gewählt haben, wollen keine friedliche, politische Lösung des Konflikts suchen, sie wollen keinen echten Dialog mit den Menschen im Südosten, sondern setzen ihre Hoffnung auf eine Destabilisierung der Situation, um die Menschen im Donbass auf die Knie zu zwingen. Das wird ihnen jedoch nicht gelingen.

Ich rechne damit, dass die Auftraggeber und die Täter dieses Verbrechens ihre verdiente Strafe erhalten werden.

Ich möchte noch einmal den Verwandten und Bekannten von Alexander Wladimirowitsch Sachartschenko sowie allen Bewohnern des Donbass’ mein Beileid ausdrücken. Russland wird immer an eurer Seite sein."

Quelle: Offizielle Website des Präsidenten der Russischen Föderation, http://kremlin.ru/events/president/news/58425

Offizielles Statement des russischen Außenministeriums: Zynischer Terroranschlag

31.08.2018

"Tragische Nachrichten aus Donezk – das Oberhaupt der Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, wurde durch einen Terroranschlag ermordet.

Unser Beileid gilt der Familie und den Angehörigen. Wir wünschen eine schnelle Genesung all jenen, die bei dem Anschlag verwundet und verletzt wurden, und wir wünschen den Bewohnern des Donbass’ Mut und Durchhaltevermögen.

Wir sind zuversichtlich, dass eine Ermittlung bald durchgeführt wird, alle Umstände des Verbrechens aufgedeckt und alle Täter und ihre Hintermänner identifiziert werden.

Gleichzeitig ist klar, dass das Hauptziel des Terroranschlags war, die friedliche Konfliktbeilegung im Donbass und die Implementierung der Minsker Abkommen zu sabotieren. Vor dem Hintergrund des gerade verkündeten Waffenstillstandes zum Schulbeginn wirkt der Anschlag besonders zynisch. Die Ermordung des Unterzeichners der Minsker Abkommen folgt der von Kiew präferierten Logik einer gewaltsamen Lösung der internen ukrainischen Krise. Solche Aktionen bergen das Risiko, die Situation im Südosten der Ukraine zu destabilisieren.

Wir rufen die Kiewer Regierung dazu auf, von Terrormethoden zur Lösung der innerukrainischen Probleme Abstand zu nehmen. Wir hoffen, dass verantwortungsvolle ukrainische Politiker die Stärke finden, die "Kriegstreiber" aufzuhalten und eine Eskalation im Donbass zu verhindern."

Quelle: Offizielle Website des russischen Außenministeriums, http://www.mid.ru/en/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/3334568?p_p_id=101_INSTANCE_cKNonkJE02Bw&_101_INSTANCE_cKNonkJE02Bw_languageId=ru_RU

Wjatscheslaw Wolodin, Sprecher der Duma: Mord an Sachartschenko macht Minsker Vereinbarungen sinnlos

31.08.2018

"Diese Gesetzlosigkeit macht alle Schritte zunichte, die Russland und die Weltgemeinschaft in den letzten Jahren zur Lösung des Krieges im Südosten der Ukraine unternommen haben. Die Ermordung des Anführers der Volksrepublik Donezk macht die Minsker Vereinbarungen sinnlos.

Die Kiewer Regierung erklärt einerseits die Notwendigkeit zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen und befürwortet eine friedliche Lösung des Konflikts mit den Volksrepubliken in Donezk und Luhansk. Andererseits entledigen sie sich mit terroristischen Mitteln von legal gewählten Volksvertretern im Donbass."

Quelle: Interfax-Ukraine, https://www.interfax.ru/russia/627449

Igor Girkin (Kampfname "Strelkow"), ehemaliger "Verteidigungsminister" der "DNR": Er war ein Problem für alle

31.08.2018

"Er wurde vielleicht wegen krimineller Machenschaften ausgeschaltet. Vielleicht wurde er auch seinen Kuratoren im Kreml überdrüssig, oder die Ukrainer stecken dahinter. Er war ein Problem für alle."

Quelle: Bloomberg, https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-08-31/ukraine-separatist-leader-zakharchenko-killed-in-bombing

Michael Bociurkiw, ehemaliger Sprecher der OSZE Monitoring-Mission in der Ukraine: Attentat kam wenig überraschend

31.08.2018

"Das sieht nach einer internen Angelegenheit aus, denn in den vergangenen Wochen und Monaten äußerte sich Sachartschenko kritisch über einige seiner Kollegen und Stellvertreter im sogenannten "Parlament" der DNR. Man konnte schon erahnen, dass ihm so etwas in näherer Zeit zustoßen würde."

Quelle: Al Jazeera, https://www.aljazeera.com/news/2018/08/alexander-zakharchenko-killed-donetsk-cafe-explosion-180831173503170.html

Wasyl Hryzak, Leiter des Ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU: Sachartschenkos Mord soll Spuren verwischen

01.09.2019

"Das war vorhersehbar. Alle, die 2014 am Einmarsch russischer Truppen in den Donbass und an der Bildung der pseudo-Volksrepubliken beteiligt waren, werden nach und nach ausgeschaltet. Wir gehen davon aus, das eine planmäßige Eliminierung derjenigen stattfindet, die Blut an ihren Händen haben und die als Zeugen nicht länger benötigt werden."

Quelle: Interfax-Ukraine, https://en.interfax.com.ua/news/general/528483.html

Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung: Umsetzung der Minsker Vereinbarungen wird noch wichtiger

03.09.2018

"Wir rufen alle Seiten dazu auf, sich auch jetzt weiter konstruktiv an den Verhandlungen zu beteiligen, in der Trilateralen Kontaktgruppe wie im Normandie-Format. Beide Seiten hatten ja gerade erst Ende August die Waffenruhe bekräftigt. Seitdem ist die Zahl der Waffenruheverletzungen zurückgegangen. Es ist wirklich wichtig, dass jetzt eine Eskalation vermieden wird. Die Bundesregierung, die Kanzlerin, der Außenminister werden ihr Engagement in diesem Friedensprozess jedenfalls fortsetzen. Der gewaltsame Tod von Herrn Sachartschenko macht ja die Bemühungen, die Minsker Vereinbarungen umzusetzen, nicht weniger wichtig – ganz im Gegenteil."

Quelle: Regierungspressekonferenz vom 3. September 2018, https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2018/09/2018-09-03-regpk.html

Das französische Außenministerium: Verhandlungen umso wichtiger

03.09.2018

"Die jüngsten Entwicklungen in der Ostukraine stellen weder die Verpflichtungen der Parteien des Minsker Abkommens noch die Bedeutung der Treffen zwischen Deutschland, Frankreich, Russland und der Ukraine im Normandie-Format in Frage. Gerade wenn Spannungen sich verstärken, müssen Verhandlungen im guten Willen beginnen."

Quelle: Offizielle Website des französischen Außenministeriums, https://www.diplomatie.gouv.fr/fr/dossiers-pays/ukraine/evenements/article/ukraine-q-r-extrait-du-point-de-presse-03-09-18

Inoffizielle Übersetzung aller Statements aus den jeweiligen Originalsprachen durch die Redaktion der Ukraine-Analysen.

Gemeinsam herausgegeben werden die Ukraine-Analysen von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V., dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien, dem Leibniz- Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) gGmbH. Die bpb veröffentlicht sie als Lizenzausgabe.