bpb

6.11.2012 | Von:
Johannes Piepenbrink

Editorial

"Partizipation" ist seit einigen Jahren das Schlagwort in der politischen Bildung. Allerorten werden größere Transparenz, bessere Mitsprachemöglichkeiten, "echte" Teilhabe gefordert. Mehr Bürgerinnen und Bürger zu mehr Partizipation zu befähigen und so die Zivilgesellschaft zu fördern, gilt als "Königsziel" politischer Bildung. Eine sich immer wieder neu stellende Herausforderung für die Institutionen, Akteurinnen und Akteure der politischen Bildung ist es dabei, auch die gesellschaftlichen Gruppen zu erreichen, die nicht ohnehin schon an Politik und Beteiligung interessiert sind.

Doch welche Kompetenzen sind es, die es dafür zu fördern gilt – was macht "Politikkompetenz" aus? Und wie und wo ist sie am besten zu vermitteln? Seit Gründung der Bundesrepublik hat sich in Deutschland eine vielfältige Landschaft formaler (schulischer) und non-formaler (außerschulischer) politischer Bildung entwickelt, in der seit jeher leidenschaftlich über Fragen der Zielgruppen und der Methoden diskutiert und gestritten wird. Alle Träger eint das Ziel: die Stärkung der Teilhabe am demokratischen Gemeinwesen. Ein Ziel, das sich mit Blick auf Europa noch ausweiten lässt und zahlreiche Aufgaben für die Zukunft formuliert.

Eine Akteurin in dieser Landschaft ist die Bundeszentrale für politische Bildung. Am 25. November 1952 als "Bundeszentrale für Heimatdienst" gegründet, feiert sie dieser Tage ihr 60-jähriges Bestehen. Während anfangs vor allem die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit und – insbesondere über das 1957 gegründete Ostkolleg – mit dem Kommunismus sowjetischer Prägung im Mittelpunkt standen, hat sich das Spektrum der Themen, Formate und Methoden im Laufe der Jahre stark erweitert.