Die Skulptur "Liebe deine Stadt" von Merlin Bauer zum gleichnamigen Projekt. Mehr unter www.liebedeinestadt.de

Köln

Kölle du bes e Jeföhl, so lautet eine der unzähligen musikalischen Liebeserklärungen an die Stadt. Viele Kölnerinnen und Kölner glauben, ihre Heimatstadt zeichne sich traditionell durch eine besonders eigensinnige Lebensart aus. So sei der Kölner besonders herrschaftsfeindlich, freiheitsliebend, weltoffen und unkompliziert.

In wenigen deutschen Städten scheint die Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung so groß zu sein wie in Köln. Vielleicht macht gerade das die Kölner "Eigenart" aus und führt dazu, dass in der Öffentlichkeit immer in besonderer Weise auf die Stadt geschaut wird. Seit dem vergangenen Jahr kämpft die Kölner Stadtgesellschaft um ihr Image im In- und Ausland, aber auch um ihr Selbstverständnis als weltoffene Stadt, das nach der Silvesternacht erschüttert wurde, und fragt sich: Wofür steht Köln?

     

Lorenz Abu Ayyash

Editorial

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Jürgen Becker

Kölle. Oder: Der schlechte Ruf der Hölle. Einblicke in die kölsche Seele - Essay

Spätestens seit dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln 2009 und den Vorfällen vor dem Bahnhof in der Silvesternacht 2015/16 versuchen die Ordnungskräfte der Stadt geradezu manisch, alles und jedes irgendwie in den Griff zu bekommen. Weiter...

Christian Werthschulte

"Nach" Köln ist wie "vor" Köln. Die Silvesternacht und ihre Folgen

Die Silvesternacht 2015/16 gilt als die Nacht, die Deutschland für immer verändert hat. Aber schon bevor die wichtigen Fakten bekannt waren, wurden die Ereignisse in Erklär- und Deutungsmuster eingebunden, die bereits lange vor Silvester existierten. Weiter...

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Wo der Unernst regiert. Politik im Kölner Rathaus

Kommunalpolitik in Köln macht immer wieder bundesweit mit Skandalen Schlagzeilen. Der Schriftsteller Heinrich Böll attestierte der Stadt einen "Unernst". Die Parteilose Henriette Reker will als Oberbürgermeisterin diesen Zuständen ein Ende setzen. Weiter...

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Werner Jung

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Häufig ist zu hören, Köln zeichne sich geschichtlich und bis auf den heutigen Tag durch eine besonders freiheitliche Art aus – als sei diese Eigenart typisch für Köln. Ein Blick in die Stadtgeschichte zeigt: Köln war und ist eine ganz normale Stadt. Weiter...

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Die Stadt und der Dom. Eine persönliche Sicht der ehemaligen Dombaumeisterin - Essay

Es gibt vielleicht kein anderes Bauwerk auf der Welt, das so fest im Herzen der Menschen verankert ist wie der Dom in Köln. Für die Kölner ist es "Unser Dom", völlig unabhängig welcher Glaubensrichtung sie angehören und ob sie überhaupt gläubig sind. Weiter...

Alexander Häusler

"Kein Kölsch für Nazis". Kommunales Wir-Gefühl als politische Mobilisierungsressource

Das proklamierte Kölner Toleranzedikt stieß nach den Ereignissen der Silvesternacht auf medialen Widerspruch. Was aber hat es mit der "kölschen Toleranz" auf sich? Gibt es in Köln tatsächlich eine Art Wir-Gefühl, das Widerstand gegen rechts mobilisieren kann? Weiter...