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"Mediengesellschaft" - Risiken für die politische Kommunikation


26.5.2002
Der Beitrag stellt den Prozess zur Herausbildung der "Mediengesellschaft" dar. Die starke ökonomische Ausrichtung neu etablierter Medien verschärft die Situation für politische Akteure.

Einleitung



Die in einer Gesellschaft vorfindbaren Medienstrukturen - ihre rechtliche Verfasstheit, die ökonomische Ausrichtung und die Organisationsform von Medien - sind für politische Akteure höchst relevant, weil sie ihre kommunikativen Handlungsmöglichkeiten beeinflussen. Insbesondere politische Akteure sind aus legitimatorischen Gründen darauf angewiesen, alle Gesellschaftsmitglieder kommunikativ zu erreichen. Die empirisch immer wieder zu beantwortende Frage ist, ob und inwieweit die Medien - öffentlich-rechtlich verfasste oder privatwirtschaftlich organisierte - dieses Vermittlungsinteresse berücksichtigen, wie sie mit unterschiedlichen Akteuren umgehen, welchen Interessen bzw. Themen sie Priorität und Relevanz durch Selektion beimessen.

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  • Es geht letztlich um die Frage nach der Chancengleichheit politischer Gruppen, insbesondere aber von parlamentarischer Opposition und Regierung, im politischen (Wahl-)Prozess. Die Chancengleichheit wird unter stärker kommerziellen Medienbedingungen zu einem realen Problem für den demokratischen Prozess, wenn immer mehr Medienleistungen gekauft werden müssen ("paid media") - eine Veränderung, die vielfach als ein Beleg für die zunehmende "Amerikanisierung" der politischen Kommunikationsverhältnisse in Europa angeführt wird. In diesem Kontext ist dem Strukturwandel im Mediensystem insgesamt ("Mediengesellschaft") und den damit verbundenen Auswirkungen auf intermediäre Organisationen (wie Parteien) Aufmerksamkeit zu schenken. Diese Perspektive, verbunden mit Überlegungen für Regulierungsbedarfe, steht hier im Mittelpunkt.