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12.11.2002 | Von:
Werner Eichhorst

"Benchmarking Deutschland" - Wo stehen wir im internationalen Vergleich?

Die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes ist im internationalen Vergleich nach wie vor unbefriedigend. Dafür sind insgesamt vier Hauptgründe ausschlaggebend.

I. "Benchmarking Deutschland" - Zum Hintergrund

Im September 2001 wurde der Bericht "Benchmarking Deutschland: Arbeitsmarkt und Beschäftigung" [1] dem Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit und der interessierten Öffentlichkeit vorgelegt. Die "Arbeitsgruppe Benchmarking" des Bündnisses hatte im Juli 1999 den Auftrag erhalten, diesen Bericht zu erarbeiten. Es sollten alle für den Arbeitsmarkt relevanten Daten zum Wirtschafts- und Sozialstandort Deutschland im internationalen Vergleich ("Benchmarking") zusammengestellt und bewertet werden, um so eine gemeinsame Datenbasis und Diskussionsgrundlage für die Bündnispartner zu schaffen.


Inzwischen liegen neue Befunde vor, die teils auf aktuelleren Daten, teils auf vertiefenden Untersuchungen basieren. Das Grundprinzip des Benchmarking bleibt jedoch unverändert: der Vergleich Deutschlands mit 19 anderen entwickelten Industriestaaten. Dabei steht die Situation am Arbeitsmarkt im Mittelpunkt. Um sie zu verstehen, werden jene Politikfelder analysiert, die wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt haben. Dazu zählen nicht nur die Arbeitsmarktpolitik, die Gestaltung der Arbeitszeit, die Regulierung des Arbeitsmarktes oder die Strukturen des Steuer- und Transfersystems, sondern auch das Bildungs- und Forschungssystem sowie die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen und die Privatwirtschaft überhaupt. Ebenso wie für den Arbeitsmarkt werden für diese Politikfelder zahlreiche vergleichende Indikatoren herangezogen, um eine möglichst vollständige und verlässliche Bewertung zu ermöglichen. So kann ein differenziertes Bild der Stärken und Schwächen Deutschlands gezeichnet werden. Zeigt sich, dass andere Länder in der einen oder anderen Dimension ein deutlich besseres Erfolgsprofil aufweisen, werden diese im Hinblick auf institutionelle Arrangements und Reformen abgeklopft, von denen angenommen werden kann, dass sie "bewährte Praktiken" darstellen, die - angepasst an den deutschen Kontext - als Reformansätze in die Diskussion in Deutschland eingebracht werden können.

Fußnoten

1.
Werner Eichhorst/Stefan Profit/Eric Thode, in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Benchmarking des Bündnisses für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit, Benchmarking Deutschland: Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Bericht der Arbeitsgruppe Benchmarking und der Bertelsmann Stiftung, Berlin-Heidelberg 2001. Die Arbeitsgruppe Benchmarking wurde bei der praktischen Ausführung dieses Auftrags von der Bertelsmann Stiftung unterstützt. Das Projekt wird seit dem vergangenen Jahr von der Bertelsmann Stiftung in eigener Verantwortung weitergeführt.