APUZ Dossier Bild

2.7.2002 | Von:
Johannes Varwick
Wilhelm Knelangen

Die Rolle der Vereinten Nationen in der internationalen Politik

Geht es um die Perspektiven einer internationalen Ordnungspolitik in einer globalisierten Welt, werden stets die Vereinten Nationen an vorderer Stelle genannt. Es ist aber offenkundig, dass es noch viele Hindernisse gibt.

Einleitung

Die Vereinten Nationen (VN) spielen in den Diskussionen über die Zukunft der internationalen Politik eine eigentümliche Rolle. Obwohl bereits 1945 gegründet und damit im sechsten Jahrzehnt ihres Bestehens, hat es mitunter den Anschein, als müsste die Weltorganisation erst noch gegründet werden. Denn sei es die Friedenssicherung, die Stärkung der Menschenrechte, die Steuerung der globalen Umweltprobleme oder zuletzt der Kampf gegen den internationalen Terrorismus mitsamt seinen vielschichtigen Ursachen - es gibt einerseits kaum ein globales Problem, bei dessen Bearbeitung den VN nicht eine Schlüsselrolle zugeschrieben würde. [1] Andererseits wird im gleichen Atemzug darauf hingewiesen, dass es dafür einer Erneuerung der VN und eines grundsätzlichen Umdenkens zumal der mächtigen Mitgliedstaaten bedürfe.


Offensichtlich besteht zwischen der Notwendigkeit einer starken und handlungsfähigen VN-Organisation und ihren tatsächlichen Möglichkeiten nach wie vor ein erhebliches Gefälle. Dieser Beitrag diskutiert angesichts dessen einige grundlegende Prinzipien des internationalen Systems der Gegenwart, fragt nach den Steuerungsmöglichkeiten einer globalisierten Welt und lotet vor diesem Hintergrund die Möglichkeiten und Grenzen der VN aus.


Fußnoten

1.
So erklärte etwa der deutsche Außenminister Fischer, die VN seien in "einzigartiger Weise dazu befähigt", die Grundlagen einer "kooperativen Ordnungspolitik für das 21. Jahrhundert" zu entwerfen und umzusetzen, in: Internationale Politik, 56 (2001) 12, S. 130.