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Kunst- und Kulturpolitik

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    In dem Maße, in dem der das Selbstverständnis des Staates sich wandelt, verändert sich zugleich auch sein Verständnis von Kultur, ihren Trägern und ihrer Finanzierung. Die Situation der öffentlichen Haushalte führt auch in diesem Bereich zur Verringerung von Zuwendungen. Dabei liegt der Anteil der Kulturfinanzierung ohnehin nur bei einem bis zwei Prozent an den Gesamthaushalten. Für Alternativen zu einer Finanzierung durch die öffentlichen Hände fehlen nicht nur in Deutschland die Rahmenbedingungen. Vor diesem Hintergrund wird in dieser Ausgabe das System der Kulturförderung einer kritischen Analyse und einem internationalen Vergleich unterzogen.

    Kultur dürfe nicht nur in Zeiten gefördert werden, in denen es dem Land gut gehe, hatte der frühere Bundespräsident Johannes Rau vor knapp einem Jahr - im Mai 2004 - formuliert und gefordert, sie als Kernaufgabe auf allen staatlichen Ebenen zu verankern. Angesichts begrenzter materieller Ressourcen und einer begründeten Skepsis vor zu viel staatlicher Zuständigkeit geht die Kulturpolitik offenbar andere Wege. Es gibt einen Hang zur Refeudalisierung des Kulturlebens. Die einstige Anspruch, wonach Kulturpolitik als Gesellschaftspolitik wesentlich zur gesellschaftlichen Demokratisierung beitragen sollte, wird damit ad absurdum geführt.

       
  • Katharina Belwe

    Editorial

    In dem Maße, in dem der Sozialstaat sich wandelt, verändert sich zugleich sein Verständnis von Kultur, ihren Trägern und ihrer Finanzierung. Für Alternativen zu einer Finanzierung durch die öffentlichen Hände fehlen nicht nur in Deutschland die Rahmenbedingungen. Weiter...

    Jörg Stüdemann

    Kulturförderung

    Kulturförderung neigt heute zur Berücksichtigung genehmer Trends. Ob damit die Idee vom lebenswerten, demokratischen Gemeinwesen und einer möglichst breiten aktiven Teilhabe aller am Kulturgeschehen aufgebraucht ist, sei dahingestellt. Weiter...

    Tobias J. Knoblich

    Kunst- und Kulturförderung im föderativen System

    Das deutsche System der Kulturförderung bedarf der Transformation und der Stabilisierung, mehr aber noch der Verteidigung gegen globale Liberalisierungstendenzen eines "Kulturmarktes". Der Beitrag versucht, diese Zusammenhänge hintergrundbezogen zu problematisieren. Weiter...

    Dominik von König

    Kulturstiftungen in Deutschland

    Ohne Kulturstiftungen wäre die Kulturszene erheblich ärmer. Sie sichern und beleben die Vielfalt. Den Staat bei seinen Aufgaben in der Kultur ernsthaft entlasten können sie allerdings nicht. Dazu fehlt ihnen in der Regel die finanzielle Ausstattung. Weiter...

    Olaf Schwencke

    Europa fördert Kultur

    Die Durchführung von Kulturprogrammen und die Kulturförderung der Europäischen Union sind Ergebnis der Entwicklung eines europäischen Kulturbewusstseins. Es erreicht mit der Verfassung für Europa eine neue Qualität. Weiter...

    Werner Heinrichs

    Instrumente der Kulturförderungim internationalen Vergleich

    Der Blick auf andere Länder und deren Systeme der Kulturförderung kann nützlich sein - vorausgesetzt die Wertetraditionen und staatlichen Rahmenbedingungen unterscheiden sich nicht gravierend. Dies wird am Beispiel von Schweden und den Niederlanden gezeigt. Weiter...

    Annegret Künzel

    Geschlechtsspezifische Aspekte von Kunst- und Kulturförderung

    Das System der Kunst- und Kulturförderung trägt zur Verfestigung von Geschlechterstereotypen und geschlechtsspezifischen Asymmetrien bei. Es werden wesentliche Bedingungen für eine geschlechtssensible Förderpolitik skizziert. Weiter...