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23.9.2004 | Von:
Joachim Raschke

Rot-grüne Zwischenbilanz

Eine aktuelle Zustandsbeschreibung von Rot-Grün: Liegen die Ursachen für den deprimierenden Zustand der SPD im Mangel an Strategiefähigkeit und strategischer Steuerung? Beruht dagegen der Erfolg des Koalitionspartners auf dem erfolgreichen Aufbau von Strategiefähigkeit und innerer Kommunikationsfähigkeit?

Einleitung

Der dramatische Zerfall der SPD verlangt nach einer Erklärung: unausweichliche Strukturkrise oder handlungsbedingtes Führungsversagen? Strukturkrise hieße, dass man Ursachen der Sozial- und Problemstruktur konstatiert, bei denen eine Führung, wie immer sie es anstellt, mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern muss. Führungsversagen würde bedeuten, die Führung ist unfähig zu prinzipiell möglicher, in nachweisbaren Fällen erfolgreicher Bewältigung von strukturellem Stress. Eine Partei muss mitspielen, aber erst einmal braucht es eine Parteiführung mit dem Willen und der Fähigkeit zum Aufbau von Strategiefähigkeit und der Kunst strategischer Steuerung. In deren Fehlen liegt heute eine wesentliche Erklärung, warum die SPD in einem scheinbar ausweglosen Tief steckt, in deren Vorhandensein, warum die Grünen derzeit einen Höhenflug erleben.