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Bildungsförderung, Verteilungspolitik und soziale Durchlässigkeit

Zur Theorie und Empirie eines vernachlässigten Handlungsfeldes


2.7.2004
Bildungs- und Einkommenschancen von Kindern sind auch in Deutschland stark vom sozialen Status der Eltern abhängig. Eine Bildungsoffensive für sozial benachteiligte Familien verspräche zugleich höhere Wachstumsraten und eine geringere qualifikatorische Arbeitslosigkeit.

Einleitung



In jüngerer Zeit ist das Humankapital immer mehr Bestandteil des Bildungsbegriffs geworden.[1] Dadurch erscheint Bildung bzw. Wissen primär als gesellschaftliche und private Investition, mit der eine Rendite erwirtschaftet wird. Produktion von und Zugriff auf Wissen prägen in der Wissensgesellschaft Wirtschaft, Gesellschaft und Politik entscheidend.[2] Im Zuge dieser Entwicklung hat sich auch der Bildungsbegriff erweitert. Im Folgenden wird der Problembereich auf zwei Ebenen untersucht: Erstens geht es in normativ-theoretischer Hinsicht um die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen Bildungsförderung als Instrument ausgleichender Verteilungspolitik dienen kann. Zweitens werden empirische Hinweise zu tatsächlichen Verteilungseffekten der deutschen Bildungspolitik gegeben. Beides erlaubt abschließend, Handlungsempfehlungen zu geben.











Fußnoten

1.
Vgl. Gary S. Becker, Investment in Human Capital. A Theoretical and Empirical Analysis, with Special Reference to Education, in: National Bureau of Economic Research (Hrsg.), General Series Nr. 80, New York 1964.
2.
Vgl. Birger P. Priddat, Bildung und soziale Gerechtigkeit, in: Gewerkschaftliche Monathefte, 52 (2001) 8-9, S. 474-482.