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Zeitungsmarkt in der Krise - ein Fall für die Medienregulierung


11.3.2004
Seit 2001 gehen die Werbeeinnahmen der Zeitungsverlage zurück. Die Konzerne setzen auf Stabilität durch Größe und fordern mehr Freiraum für Fusionen durch ein novelliertes Kartellrecht.

Einleitung



Die Zeitungsbranche steckt in einer Krise. Seit Anfang 2001 gehen die Werbeeinnahmen der Verlage deutlich zurück. Auch auf dem Lesermarkt haben Tageszeitungen Probleme: Die Gesamtauflage sinkt schon seit Jahren, wenngleich nur sehr langsam. Die Großverlage gehen davon aus, dass die Reste der einstigen Zeitungsvielfalt nur durch wirtschaftlich starke Unternehmen gesichert werden können, und fordern mehr Freiraum für Fusionen durch ein novelliertes Kartellrecht.






Deutlicher als die Bilanzen einzelner Verlage, die Einstellung von Themenseiten, ganzen Beilagen und Lokalausgaben oder die wiederkehrenden Entlassungswellen selbst bei den renommiertesten Titeln zeigen die Einbußen der Tageszeitungen auf dem Werbemarkt, wie es um die Branche steht: Gegenüber dem Jahr 2000 hatten die Tageszeitungen bereits bis Ende 2002 ein Viertel ihrer Werbeeinnahmen verloren. Dieser Negativtrend hat sich auch 2003 fortgesetzt, wenngleich für das vergangene Jahr noch keine verlässlichen Zahlen vorliegen. Deutete zu Beginn der Krise im Jahr 2001 noch vieles darauf hin, dass die Verluste auf dem Werbemarkt konjunkturell begründet seien, zeichnet sich inzwischen immer deutlicher ab, dass die Tageszeitungen in einer strukturellen Krise stecken. Allein das Verhältnis der beiden Faktoren zueinander wird von den Verlagen unterschiedlich interpretiert.