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11.3.2004 | Von:
Wolfgang E. Heinold
Ulrich Spiller

Der Buchhandel in der Informationsgesellschaft

Grund für die Krise des Buchhandels sind stagnierende Umsätze und ein verändertes Kundenverhalten. Die Leser bestellen zunehmend über das Internet – und greifen zu einigen wenigen Titeln.

Einleitung

Unternehmensberater haben dem deutschen Buchhandel bis 2008 einen Umsatzrückgang von 800 bis 900 Millionen Euro prophezeit.[1] In fünf Jahren würden demnach mit Büchern nur noch etwa 8,4 Milliarden Euro (gegenüber 9,224 Milliarden im Jahr 2002) umgesetzt - dies entspräche einem Rückgang um rund neun Prozent.

Tatsache ist, dass die Bedeutung des Mediums Buch in Zukunft abnehmen wird. Doch in absehbarer Zeit dürften wohl weder die Schreckensvisionen vom Verschwinden der Bücher Wirklichkeit werden noch bedeutet der prognostizierte Umsatzrückgang, dass Verlage per se in eine bedrohliche wirtschaftliche Lage geraten. Dies sollen die folgenden Ausführungen verdeutlichen.

Dazu gilt es zunächst den Begriff "Buchhandel" zu beleuchten. Während Außenstehende darunter ausschließlich die Buchhandlungen fassen, versteht die Branche unter diesem Terminus sowohl die Buchhandlungen (das Sortiment) als auch den Zwischen(Groß-)buchhandel (Barsortiment und Auslieferungen) - zusammengenommen als "verbreitender Buchhandel" bezeichnet - sowie die Verlage (herstellender Buchhandel). Organisatorisch sind die drei Zweige im Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. zusammengeschlossen.






Fußnoten

1.
Vgl. Brennpunkt Verlage. Standortbestimmung und Handlungsfelder an der Schnittstelle zwischen klassischem und digitalem Verlagsgeschäft (Detecon White Paper), Eschborn 2003.