>>> Alles zur Bundestagswahl 2017 <<<
APUZ Dossier Bild

Editorial


6.10.2005
Kindheit ist kein politikfreier Raum und die Lebenswelt von Kindern keineswegs unpolitisch. Das Wissen über die politisches Sozialisation von Kindern, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Kindheit ist kein politikfreier Raum und die Lebenswelt von Kindern keineswegs unpolitisch: Die jungen Menschen werden über die Familie, die Schule, die Gleichaltrigengruppe und nicht zuletzt über die Medien direkt oder indirekt mit Politik konfrontiert - und sie sind von politischen Entscheidungen betroffen. Durch bewusste und unbewusste Lernprozesse, innerhalb derer politische Kenntnisse, Fähigkeit und Fertigkeiten vermittelt werden, kommt es zur Herausbildung politisch relevanter Persönlichkeitsmerkmale; Gefühls- und Werthaltungen sowie Verhaltensmuster bilden sich heraus. Solche Lernprozesse werden unter dem Begriff "politische Sozialisation" zusammengefasst.

Über die politische Sozialisation von Kindern ist vergleichsweise wenig bekannt. Der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Forschung liegt seit Jahren auf der politischen Sozialisation Jugendlicher. Dabei sind auch Kinder vom gesellschaftlichen Wandel betroffen, der seine Spuren nicht zuletzt in den Familien hinterlassen hat. Eine Folge ist, dass Kinder von ihren Müttern und Vätern heute stärker in sie betreffende Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Damit werden früher als in der Vergangenheit die Voraussetzungen für späteres politisches Verhalten und die Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft geschaffen.

Vor diesem Hintergrund ist die bessere Kenntnis des Sozialisationsprozesses von Kindern, insbesondere des Prozesses der politischen Sozialisation, kein Selbstzweck. Das Wissen darüber, wie aus Kindern demokratische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger werden, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.