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Deutsche Israelpolitik: Etappen und Kontinuitäten


4.4.2005
Die deutsche Israelpolitik und die bilateralen Beziehungen werden zumeist im Schatten der NS-Vergangenheit betrachtet. Dabei machten sich alle Bundesregierungen andere Einflüsse zunutze, um die tagespolitische Relevanz der Vergangenheit einzudämmen.

Einleitung



Ende 1964 brach das sorgsam aufgebaute Kartenhaus der westdeutschen Israel- und Nahostpolitik zusammen. Das war weder überraschend, noch war es bedauerlich, denn am Ende stand die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel im Mai 1965. Damit wurde eine neue Epoche in der Israelpolitik wie im zwischenstaatlichen Verhältnis eingeläutet: ausgelöst durch deutsche Außenpolitik, nicht etwa durch Gewalteskalationen in Nahost, die fälschlicherweise gerne als Auftakt neuer israelpolitischer Phasen betrachtet werden.

Der Nahostkonflikt - genauer: der Antagonismus von israelischen und palästinensisch-arabischen Erwartungen an die Bundesrepublik - ist ein Einflussfaktor neben anderen: der NS-Vergangenheit, dem Ost-West-Konflikt und der Deutschlandfrage, dem europäischen Einigungsprozess und der Bedeutung einzelner Politiker. Diese Einflüsse stellen ein Kontinuum deutscher Israelpolitik dar. Wechselnd sind die "Mischverhältnisse" zwischen den Faktoren, was wesentlich vom Umgang der Regierungen mit ihnen abhing.


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