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17.1.2005 | Von:
Peter Jakubowski

Den Stadtumbau flankieren - Was leisten neue Kooperationsformen in der Stadtentwicklung?

Zusammenfassung

Intelligent Schrumpfen heißt die künftige Gestaltungsaufgabe in unseren Städten. Wenn Teile der Stadtgesellschaften durch Schrumpfungsprozesse in neue ökonomische, bauliche und besonders soziale Zusammenhänge wachsen (müssen), sollte der Weg in diese veränderten Städte durch kooperative, auf Beteiligung und Mitverantwortung setzende Planungsverfahren flankiert werden. Diese Sicht wird auch von der Bundesregierung vertreten, die u.a. mit den Neuregelungen des BauGB beim Stadtumbau die kooperative weiter Linie gestärkt hat. Auch in ihrem jüngsten Städtebaulichen Bericht nehmen neue Allianzen zwischen Bürgern, Verwaltung und Wirtschaft eine wichtige Rolle ein.[17]

Neue Kooperationsformen, gezielt und intelligent eingesetzt, können zu Kosteneinsparungen, kürzeren Planungszeiten und qualitativ hochwertigen städtebaulichen Resultaten führen. Gleichwohl darf man nicht vergessen, dass es - insbesondere in den ostdeutschen Ländern - nicht allein um im Konsens zu erarbeitende Stadtumbaukonzepte geht. Wohnungsabriss und Infrastrukturrückbau gehen mit handfesten ökonomischen Interessen und scharfen Konfliktlinien einher, die nur durch ein kombiniertes System aus Kooperation und Entschädigung auflösbar sind. Schließlich wird auf dem Weg zur kleineren Stadt über die Vernichtung von betrieblichen Aktiva der Wohnungs- oder Ver- und Entsorgungsunternehmen verhandelt. Neuen Kooperationen fehlt hier der Glanz, weil die angestammte Logik des Ressourceneinsatzes - investieren in etwas Neues - umdefiniert werden muss. Gefragt ist der Mitteleinsatz für ein Weniger, und das entspricht (kurzfristig) nicht der unternehmerischen Logik.

Neue Kooperationsformen gehören in den Kanon flankierender Maßnahmen zum Stadtumbau, die kooperative Planungskultur ist ein wichtiger Baustein zur Erhaltung der Selbststeuerungskräfte unserer Städte. Je mehr aber Entschädigungsfragen und harte ökonomische Konfliktlinien erkennbar sind, desto wichtiger ist eine präzise und detaillierte Analyse der Einsatzbedingungen und Erfolgswahrscheinlichkeiten kooperativer Verfahren. Unterbleibt dies, besteht die Gefahr, sich in verfahrenen Verfahren zu verlieren und so beträchtliche Ressourcen zu vergeuden.


Fußnoten

17.
Vgl. hierzu Manfred Stolpe, Städtebaupolitik aus der Sicht des Bundes, in: Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (Hrsg.), Dokumentation zum II. Nationalen Städtebaukongress, 10. bis 11. Mai 2004 in Bonn, S. 11 - 15.