Die Erde über dem Mondhorizont, im Vordergrund die Oberfläche des Mondes. Aufgenommen während der Apollo 11 Mission, dem ersten bemannten Flug mit einer Mondlandung, 20.07.1969.

12.7.2019 | Von:
Anne-Sophie Friedel

Editorial

Der Himmel hat die Menschen schon immer fasziniert. Bereits aus vorantiker Zeit zeugen Bauwerke wie die am Verlauf der Gestirne orientierten Steinkreise von Callanish oder Stonehenge oder Objekte wie die Himmelsscheibe von Nebra vom Streben, das Geschehen über uns zu begreifen. Die Geschichte seiner Deutung ist eine einander ablösender Weltbilder: Ebenso wie der einstige Götterhimmel ist die Vorstellung der Erde als Mittelpunkt einer göttlichen Schöpfung der Erkenntnis gewichen, dass unser Sonnensystem eines von Milliarden in der Milchstraße ist, die wiederum eine von Milliarden Galaxien im Universum ist. Dass die Erde der einzige Planet sein soll, auf dem Leben möglich ist, erscheint da unwahrscheinlich.

Die Erde für einen anderen Himmelskörper zu verlassen, wurde Wirklichkeit, als vor 50 Jahren, am 21. Juli 1969, der US-Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat. Über eine halbe Milliarde Zuschauerinnen und Zuschauer weltweit verfolgten live im Fernsehen, wie er im weißen Raumanzug die Leiter der Mondlandefähre hinunterstieg und die Worte sprach: "That’s one small step for man, one giant leap for mankind." Diesem Moment vorausgegangen war ein technologischer Wettlauf im All zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, die 1957 mit dem ersten künstlichen Satelliten Sputnik 1 und 1961 mit dem ersten Raumflug des Kosmonauten Juri Gagarin wichtige Etappensiege verbucht hatte.

Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde die Erschließung des erdnahen Weltraums zu einem gemeinsamen Projekt, seit 1998 in Gestalt der Internationalen Raumstation ISS, an der neben den USA und Russland auch die Europäische Raumfahrtagentur ESA sowie Kanada und Japan beteiligt sind. Längst ist die Raumfahrt keine rein staatliche Domäne mehr, auch Privatunternehmen treten verstärkt auf den Plan, als Dienstleister im Raumtransport oder als Betreiber von Satelliten. Die Diversifizierung der Akteure und die Zunahme von Objekten im Orbit bedeuten eine immense Herausforderung für die Weltraumsicherheit, insbesondere angesichts der immer größeren Abhängigkeit ganzer Sektoren von satellitengestützter Infrastruktur und in Zeiten wachsender internationaler Spannungen.

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Autor: Anne-Sophie Friedel für Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de
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