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Kinderarmut im Stadtteil: Intervention und Prävention


22.6.2006
Die Bekämpfung negativer Folgen der Armut von Kindern für deren Lebensverläufe wird in der Praxis durch Präventionsmaßnahmen ergänzt. Dabei stehen der Sozialraum und kindliche Entwicklungsmöglichkeiten im Mittelpunkt.

Einleitung



Seitdem Richard Hauser die "Infantilisierung der Armut" im Jahr 1989 als neuen Armutstrend in Deutschland identifizierte, bestätigten viele Untersuchungen eine "Sockelarmut" bei Kindern und Jugendlichen, die während der neunziger Jahre entstanden ist.[1] Jüngeren Erhebungen zufolge stellten Minderjährige Ende 2003 mit 1,1 Millionen das Gros der Sozialhilfebezieher; ihre Armutsrisikoquote lag mit 7,2 Prozent doppelt so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt (3,4 Prozent) und stieg, je jünger die Altersgruppe war.[2]



Nach Schätzungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes erhöhte sich die Anzahl von Kindern, die auf Sozialhilfeniveau leben, durch die Einführung des Arbeitslosengeldes II und die Umgestaltung der sozialen Sicherungssysteme Anfang 2005 auf 1,7 Millionen oder 14,2 Prozent aller Minderjährigen.[3] Die Einkommensarmut von Kindern in der Bundesrepublik habe damit eine historisch neue Dimension erreicht; nicht nur die Größenordnung sei neu, sondern "auch die Tatsache, dass diese Rekordkinderarmut mit In-Kraft-Treten von Hartz IV quasi über Nacht entstand".[4]



Kinderarmut weist immer auch sozialräumliche Prägungen auf. Die regionale Verteilung von Sozialgeld beziehenden (also in "Hartz-IV-Haushalten" aufwachsenden) Minderjährigen streute im Oktober 2005 von 12,7 Prozent in den westdeutschen bis 27,9 Prozent in den ostdeutschen Ländern einschließlich Berlin und belegt zudem ein Nord-Süd-Gefälle zwischen den Bundesländern. Noch größer fallen die Differenzen aus, wenn die "Sozialgeld-Dichte" (also der Anteil Sozialgeld beziehender an allen Kindern) kleinräumiger nach Städten bzw. Landkreisen unterschieden wird: In den 388 Kreisen, zu denen Daten vorlagen, reichte sie unter den Bis-zu-14-Jährigen von 40,6 bzw. 38,6 Prozent in den Städten Görlitz bzw. Bremerhaven bis 0,29 bzw. 0,28 Prozent in den Landkreisen Ebersberg bzw. Eichstätt. Die gemeinsame Studie der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und des Frankfurter Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) wies darauf hin, dass Armutsrisiken von Kindern mit der Wohnortgröße steigen: In Gemeinden mit 20.000 Einwohnern lag die Armutsquote von Vorschulkindern bei 18 Prozent, in solchen zwischen 20.000 und 100.000 betrug sie schon 27 und in Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern bereits 31 Prozent.[5]

Während in der Mehrzahl wohlhabender Gebiete nur wenige einkommensarme Familien leben, beträgt die Sozialhilfequote von Kindern in einigen städtischen Wohngebieten mehr als 40 Prozent. Die lokalen Wohnbedingungen sind durch eine schlechte Infrastruktur geprägt; unter den Bewohnern befinden sich viele Arbeitslosengeld-II-Empfänger, Minderjährige, Geringverdienende und Migranten. In diesen von der gesamtstädtischen Entwicklung zunehmend abgekoppelten "Armutsinseln" häufen sich Risiken, welche die Lebenschancen der Bewohner erheblich belasten.[6]

Sozialraumspezifische Erscheinungsformen von Kinderarmut



Doch was genau verbirgt sich hinter diesen nüchternen Zahlen? Kinderarmut berührt neben monetären Mangelaspekten der Grundversorgung beim einzelnen Kind auch Lebensbereiche wie Gesundheit, Bildung, Kultur und soziale Teilhabe. Um diese immateriellen Facetten von Kinderarmut messbar zu machen, entwickelte die AWO-ISS-Studie ein kindgerechtes Armutskonzept, nach dem die Lebenslage von Kindern analytisch in vier Dimensionen aufgefächert wird: die materielle und kulturelle Versorgung, die Situation im sozialen Bereich sowie die psychische und physische Lage.[7] Die analytische Trennung familiärer Armut von kindlichen Lebenslagen ermöglicht Aussagen über die vielfältigen Auswirkungen in den einzelnen Lebensdimensionen. Das große Spektrum der Lebenslagen von Kindern lässt sich anhand der drei Typen "Wohlergehen", "Benachteiligung" und "multiple deprivierte Lebenslage" erfassen. Von Armut im jüngeren Kindesalter könne deshalb nur gesprochen werden, wenn ein Kind in einer einkommensarmen Familie lebe, sich materielle, kulturelle, gesundheitliche oder soziale Unterversorgung zeigten und sowohl aktuelle Entwicklungsbedingungen als auch Zukunftsperspektiven beeinträchtigt seien.[8]

Erscheinungsformen von Kinderarmut sind in benachteiligten Stadtgebieten besonders häufig zu beobachten. Sie erschließen sich auch sensibilisierten Betrachtern erst bei näherer Beschäftigung mit den Kindern, frühestens also in Einrichtungen des Elementarbereichs im Stadtteil. Eine in Kindertagesstätten des Erzbistums Köln durchgeführte Untersuchung weist darauf hin, dass negative Auswirkungen familiärer Armut auf das Wohlbefinden von Vorschulkindern im Umfeld "sozialer Brennpunkte" offenbar ausgeprägter sind. Sie werden von den Erzieherinnen häufiger problematisiert.[9] Nicht nur die beengten Wohnverhältnisse und ein häufiger Bezug von Arbeitslosen- oder Sozialhilfe werden im Umfeld benachteiligter Sozialräume prekärer eingeschätzt, sondern auch die negativen Auswirkungen familiärer Armut bei den Kindertagesstättenkindern in den vier eingangs genannten Lebensdimensionen.

Hinsichtlich der materiellen Versorgung artikulierten die Erzieherinnen häufiger, dass Kinder hungrig in die Einrichtung kämen, der Jahreszeit unangemessene oder in schlechtem Zustand befindliche Kleidung trügen oder körperlich vernachlässigt erschienen. Geringer ausgeprägt scheinen Unterschiede im Sozialverhalten zu sein; gleichwohl wurden arme Kinder häufiger als aggressiv gegenüber Gleichaltrigen wahrgenommen. Außerdem seien sie vermehrt alleine in die Einrichtung gekommen. Im kulturellen Bereich wurden sprachliche Auffälligkeiten konstatiert; vermehrt beobachteten die Erzieherinnen und Erzieher, dass Kinder sich nicht verständlich ausdrücken konnten. Am geringsten ausgeprägt waren Unterschiede in den wahrgenommen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Allerdings bestätigten sich auch hier eingängige Befunde, nach denen Kinder aus benachteiligten Quartieren als unsicherer und ungeschickter in ihren Bewegungen (Motorik), häufiger krank und von chronischen Krankheiten betroffen eingeschätzt wurden.

Forschung zu Risiko- oder Schutzfaktoren



Kindliche Armut hängt neben individuellen und familialen auch von kontextuellen bzw. sozialräumlichen Risiko- und Schutzfaktoren ab.[10] Deren Stärke, ihr Verhältnis zueinander und ihr Zusammenspiel bestimmen im Einzelfall, ob sich Armut bei Kindern und Jugendlichen negativ auswirkt oder trotz Belastungen ein Aufwachsen im Wohlbefinden möglich ist.

Lange konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der Armutsforschung auf die Frage, ob, wie und in welchem Ausmaß belastende Lebensbedingungen (Risikofaktoren) eine normale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen. So gelten beispielsweise ein geringer Bildungs- und Berufsstatus der Eltern, deren Trennung/Scheidung sowie ein Aufwachsen in "Multiproblemfamilien" als Risikofaktoren.[11] Des Weiteren war man bestrebt, die (Teil-)Populationen der nachwachsenden Generationen zu identifizieren, die von diesen Risikofaktoren belastet und insofern (potenziell) in ihrer Entwicklung gefährdet sind (Risikopopulation). Dies trifft insbesondere für Kinder erwerbsloser Eltern, aus Alleinerziehenden- und Migrantenfamilien[12] sowie aus kinderreichen Haushalten zu.

In Bezug auf Armut moderierende Wirkungen von Sozialräumen gilt, dass strukturell benachteiligte Lebensräume Armutsfolgen bei Kindern einerseits verstärken können. Andererseits können kinder- und familienfreundliche Lebensraum- und Wohnbedingungen sich auch als entwicklungsförderlich erweisen, etwa dann, wenn eine gute familienbezogene Infrastruktur und (kostengünstige) Kinderfreizeitangebote erreichbar sind.[13] Als besonders einflussreiche kontextuelle Risikofaktoren werden beengte Wohnverhältnisse und - mit Blick auf familien- und kindbezogene soziale Dienste vor Ort - eine lückenhafte gesellschaftliche und institutionelle Infrastruktur gewertet. Schließlich trägt das Wohnumfeld, in dem Kinder und Jugendliche aufwachsen, zur kindlichen Sozialisation bei. Andrea Breitfuss und Jens Dangschat sehen Bewältigungsstrategien von Kindern in Armutsgebieten deshalb als Risikofaktoren im Sinn einer Gratwanderung, die über ein Gelingen von Sozialisations- und Individuationsprozessen entscheiden.[14]

Den in der Kindheitsforschung seit längerem verbreiteten Paradigmenwechsel von einer Defizit- hin zu einer Ressourcenorientierung vollziehend, sind auch innerhalb der Kinderarmutsforschung die Schutzfaktoren allmählich in den Blickpunkt gerückt. Sie werden auch als "protektive Faktoren" und "Bewältigungspotenziale" bezeichnet und sind von der so genannten Resilienzforschung untersucht worden. Diese erforscht Schutzfaktoren und Bewältigungsstrategien, die Kinder trotz ausgeprägter Risikokonstellationen zu einer gesunden, altersadäquaten Entwicklung im Wohlbefinden befähigen. Als wichtige Resilienzfaktoren im frühen Kindesalter gelten beispielsweise eine gute Eltern-Kind-Beziehung, soziale Kompetenzen, Kontakte und ein aktives Problembewältigungsverhalten von Kindern und Eltern sowie gemeinsame familiäre Freizeitaktivitäten.

Förderprogramme, Soziale Dienste und Projekte in benachteiligten Quartieren



Als Reaktion auf fortschreitende sozialräumliche Spaltungen infolge des wirtschaftlichen und sozialen Strukturwandels wurden in den neunziger Jahren viele Stadtteile als benachteiligte und besonders zu fördernde Sozialräume ausgewiesen.[15] Seither sind sie zum Ziel sozialpolitischer Interventionsstrategien von Bund und Ländern geworden; beispielhaft genannt seien das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" sowie dessen Teilprogramm "Entwicklung und Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten". Ersteres zielt unter anderem darauf, "die Abkoppelung benachteiligter Stadtteile von der Entwicklung der übrigen Stadt zu beenden, die Wohn- und Lebensverhältnisse zu verbessern und der Polarisierung der Stadtentwicklung entgegenzuwirken".[16] Das Ziel des Letzteren ist es, über die im Rahmen des Kinder- und Jugendplans des Bundes geförderte Infrastruktur der Kinder- und Jugendhilfe Ressourcen für benachteiligte Sozialräume zu mobilisieren und die Strukturen der Arbeit vor Ort weiter zu entwickeln. Im Kontext dieser Programme konnten durch Synergieeffekte von bestehenden Diensten und durch zusätzliche Fördermittel eine Reihe von Projekten, Initiativen und Netzwerken in den Stadtteilen etabliert werden.

Neben reguläre Kinder-, Jugend- und Familienhilfemaßnahmen, die als soziale Dienste auf kommunaler und Stadtbezirksebene flächendeckend angeboten werden, treten allmählich punktuelle Angebote, die spezifisch für Familien und Kinder entwickelt werden. Sie reichen von Modellprojekten zur Bewältigung von Kinderarmut bis zu Verbesserungsmaßnahmen der sozialen Infrastruktur, von Vernetzungsaktivitäten sozialer Akteure bis hin zu einer sozialräumlichen Neuausrichtung der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Auch gemeinwesenorientierte Instrumente Sozialer Arbeit - wie das auf die Stärkung der Selbsthilfe- und Teilhabepotenziale von Bewohnern setzende Quartiersmanagement - werden in benachteiligten Stadtteilen vermehrt eingesetzt.

Um die Vielfalt von Maßnahmen gegen Kinderarmut im Sozialraum zu systematisieren, könnte man analytisch auf der strukturellen Ebene des Gemeinwesens angesiedelte Ansätze und solche auf der sozialen Interaktionsebene von Fachkräften (Erziehern, Lehrern, Sozialarbeitern) mit Familien und Kindern unterscheiden. Projekte und Initiativen der strukturellen Ebene versuchen beispielsweise, Angebote der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe sozialräumlich neu auszurichten, deren Akteure vor Ort zu vernetzen oder eine politische Positionierung - etwa im Leitbild von Gemeinden zu (Kinder-)Armut als Querschnittsthema der kommunalen Stadtentwicklung - zu etablieren. Auch gezielte Infrastrukturmaßnahmen und armutspräventive Hilfsangebote gehören dazu.

Auf der sozialen Interaktionsebene ist das Spektrum von Aktivitäten noch größer. Sie sind einmal nach Zielgruppen unterscheidbar. Zum anderen lassen sich verschiedene Handlungsfelder identifizieren, die jeweils im Zentrum stehen. So nennt eine in katholischen Kindertagesstätten durchgeführte Erhebung Bildungs- und Sprachförderung, Beratung, Sensibilisierung, konkrete Unterstützung sowie "Kultur" als sechs Schwerpunkte von Projekten, die jeweils unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten bieten.[17] Darüber hinaus gibt es Angebote für Kinder und Eltern in der Gesundheits- und Ernährungsförderung, in der Hauswirtschafts- und Familienbildung (etwa zu Erziehungsfragen) und in außerschulischen Freizeitaktivitäten.

Da in der Praxis regelmäßig beide Handlungsebenen berücksichtigt werden, wird im Folgenden eine andere Kategorisierung von Ansätzen verfolgt. Demnach werden soziale Projekte und Initiativen danach eingeordnet, ob sie eher reaktive oder aber präventive Aspekte betonen. Tendenziell zeichnet sich eine Ergänzung der klassischen Interventionsmaßnahmen um Präventionsansätze zur Kinderarmut ab, die aus Mitteln von Sonderprogrammen finanziert werden und die Vernetzung von Akteuren in benachteiligten Stadtteilen fördern.

Interventionsansätze: Soziale Dienste und Projekte im Stadtteil



Die sozialen Dienste der kommunalen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe stellen auf der Grundlage des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII) situationsadäquate Hilfsmaßnahmen bereit, wenn Krisen, Erziehungsprobleme oder Kindervernachlässigung in Familien auftreten, die das Kindeswohl gefährden. Klassische Hilfsangebote wie Inobhutnahme, Heimerziehung oder sonstige betreute Wohnformen verzeichnen seit einigen Jahren eine gestiegene Inanspruchnahme.[18]

Im Rahmen von Reorganisationsmaßnahmen bildet sich innerhalb der kommunalen Kinder- und Jugendhilfepraxis allmählich die in der Fachöffentlichkeit bereits seit längerem propagierte Devise einer neuen Sozialraumorientierung heraus. Dieser Wandel ist mit weit reichenden Vernetzungserfordernissen, etwa durch Stadtteilkonferenzen und den Ausbau von Ganztagsschulangeboten, verbunden.[19] Ebenso wie von der kommunalen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe wird auch von Kindertagesstätten, Schulen und Trägern außerschulischer Kinder- und Jugendfreizeitangebote eine "Öffnung der Einrichtung zum Stadtteil" gefordert.[20]

Frühkindliche Deprivationen bergen das Risiko einer biografischen Verfestigung, etwa in Form von Bildungsarmut.[21] Die im frühen Kindesalter ausgebildeten kognitiven, emotionalen und motorischen Grundfertigkeiten bilden das Fundament, auf dem eine erfolgreiche Sozialisation und Bildungsteilhabe aufbaut. So konzentriert sich eine wachsende Zahl von Projekten im Kindertagesstättenbereich auf die Bekämpfung von Armutsfolgen bei jüngeren Kindern. Je jünger die im Mittelpunkt der Maßnahme stehende Altersgruppe ist, desto größere Bedeutung erlangen Eltern und in besonderem Maße Mütter. Gerade mit jüngeren Kindern haben sich, wie bei Mutter-Kleinkind-Sprachlernangeboten, zielgruppenübergreifende Angebote bewährt. Beispielhaft für weitere elternbezogene Maßnahmen seien Mütterkurse für Alleinerziehende genannt, Sprachförderangebote für Mütter mit Migrationshintergrund, hauswirtschaftliche Bildungsangebote oder die Bereitstellung einer "Beratungs- und Hilfeplanung aus einer Hand" in familiären Notsituationen.

Für ältere Kinder und Jugendliche dominieren sport-, kultur-, erlebnis- und medienpädagogische Aktivitäten sowie Bildungsangebote wie Hausaufgabenbetreuung, die von den Kinder- und Jugendeinrichtungen und den Schulen in den Stadtteilen angeboten werden. Diese Angebote zielen darauf, (Bewältigungs-)Potenziale zu stärken sowie materielle, gesundheitliche, kulturelle oder soziale Deprivationen abzubauen. Nach Themenschwerpunkten können Ansätze der Gesundheits- und Ernährungsförderung, der Sozial- und Kulturpädagogik, der Bildungs- und Sprachförderung sowie Angebote mit Bezug auf die Grundversorgung von Schulkindern und Jugendlichen unterschieden werden. Eine weitere Gruppe von Maßnahmen richtet sich explizit an Jugendliche im Übergang von der Schule in den Beruf. Schließlich sind Fortbildungsangebote für Mitarbeiter sozialer Einrichtungen (wie Kindertagesstätten, Schulen, Stadtteilzentren oder Jugendfreizeitstätten) zu nennen, die unmittelbar mit Kindern, Jugendlichen und deren Familien arbeiten. Zwei ausgewählte Beispiele von sozialraumbezogenen Modellprojekten für von Armut betroffene Kinder seien im Folgenden illustriert.

Saarbrücker Stadtteilprojekte: Mit den in zwei benachteiligten Stadtbezirken Saarbrückens - im Unteren Malstatt und Alt-Saarbrücken - seit 2003 durchgeführten Modellprojekten wird versucht, den Auswirkungen von Armut bei 10- bis 12-jährigen Kindern auf Stadtteilebene zu begegnen.[22] In Trägerschaft zweier Wohlfahrtsverbände wurden verschiedene Aktivitäten für Kinder aus Familien mit Langzeitsozialhilfebezug entwickelt:

Bei dem Alt-Saarbrücker Modellprojekt handelt es sich um ein sozialpädagogisches Schwerpunktprogramm. Die Sprachbildungsangebote fördern die Lese- und Medienkompetenz sowie künstlerische und musische Neigungen bei Kindern. Mittels Freizeit-, Kultur- und Outdoorveranstaltungen werden die gesellschaftliche und kulturelle Partizipation, das Kennenlernen des Stadtteils zwecks Erweiterung des kindlichen Aktionsradius und eine aktive Freizeitgestaltung ermutigt. Ergänzend wird Eltern eine Beratung in Erziehungsfragen und freizeitkulturelle Aktivitäten offeriert und eine Vernetzungsarbeit mit Institutionen im Stadtteil verfolgt.

Im Unteren Malstatt wurde ein Kinderhaus eröffnet, das als niedrigschwellige offene Anlaufstelle einerseits Freizeit- und Kreativitätsangebote, Mittagessen und soziale Unterstützung für Kinder der Nachbarschaft anbietet und andererseits eine Gruppe von Kindern gezielt unterstützt. Durch Hausaufgabenhilfe, Spiel- und Freizeitangebote sowie Elternkurse und eine kontinuierliche Familienarbeit sollen die Ressourcen dieser Kinder und die Selbsthilfepotenziale und Erziehungskompetenzen ihrer Familien gefördert werden. Auf Stadtteilebene werden die Bestandsaufnahme und die Weiterentwicklung einer nachhaltigen Vernetzung verfolgt.

"Ku.Ki" - Kulturarbeit mit Kindern: Das jüngst im Ruhrgebiet begonnene, von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW geförderte Projekt des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands (DPWV) richtet sich an Kinder, insbesondere von Alleinerziehenden mit Migrationshintergrund, die in zwei benachteiligten Gebieten von Duisburg und Bottrop leben. Die Zielgruppe ist nicht nur dem größten Armutsrisiko ausgesetzt, sondern weist auch im Bereich der kulturellen Kompetenzen einen besonderen, über Sprache hinausgehenden Förderungsbedarf auf. Durch eine sozialraumorientierte Kinder- und Jugendkulturarbeit, die von zwei freien Trägern - dem Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband NRW e.V. und der Arbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte e.V. - vor Ort durchgeführt wird, sollen Kinder und Jugendliche verschiedenen Alters in ihren Alltagskompetenzen gestärkt werden. Unter musikpädagogischer Anleitung entwickeln sie Musicals, die als Veranstaltungsreihe im Stadtteil präsentiert werden.

Diese Aktionsform wurde gewählt, weil damit Tätigkeiten wie Tanzen, Singen, Musizieren, Schauspielen und Requisitenherstellen aufgegriffen und ein breites Spektrum kultureller und musischer Kompetenzen von Kindern gefördert werden können. Daneben wird eine aktive Kooperations- und Netzwerkarbeit verfolgt. Die Veranstaltungsreihe soll nach Projektabschluss in das "Regelangebot" einer im Stadtteil ansässigen Einrichtung überführt werden.[23]

Prävention von Kinderarmut in benachteiligten Stadtteilen



Präventiven Angeboten wird seit geraumer Zeit eine gestiegene Bedeutung beigemessen. So legte die Bundesregierung im Kontext des nationalen Aktionsplanes zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung ein familienpolitisches Armutspräventionsprogramm auf.[24] Mit der gewachsenen Armutsgefährdung hat sich, initiiert durch die eingangs genannten Förderprogramme von Bund und Ländern, in den betroffenen Stadtteilen ein breites Spektrum präventionsorientierter Projekte und Netzwerke entwickelt. Sie behandeln Themen wie Gesundheitsförderung,[25] Stadtteilkultur oder (Jugend-)Beschäftigungsförderung. Manche Modellprojekte unterstützen vorbeugend kindliche Bewältigungspotenziale.[26]

In Fachwissenschaft und Praxis ist man sich darüber einig, dass präventive Hilfen so früh wie möglich, also bei Kindern spätestens im Kindergartenalter und bei Müttern idealerweise während der Geburtsvorbereitung, einsetzen sollten. Insbesondere Klein- und Kindergartenkinder und ihre Mütter sind als Zielgruppe präventiver Projekte deshalb in den Fokus gerückt. Wenngleich das Problembewusstsein etwa unter Erzieherinnen in Kindertagesstätten enorm gestiegen ist, sind präventive Hilfen im Umfeld gefährdeter Familienhaushalte relativ selten anzutreffen.

Seit einigen Jahren werden so genannte soziale Frühwarnsysteme als Instrumente einer präventionsorientierten Sozialpolitik empfohlen, die sich verdichtende Problemlagen inbenachteiligten Sozialräumen frühzeitig erkennen.[27] Neben Kindesvernachlässigung kann so auch Armutsfolgen bei Kindern und Jugendlichen begegnet werden.[28] Margaritha Zander und Bertold Dietz schlagen vor, Frühwarnsysteme danach zu differenzieren, ob sie auf der Makroebene einer Gesamtkommune, der Mesoebene wohnumfeldnaher, privater und institutioneller Sphären von Familien oder auf der Mikroebene angesiedelt sind, auf welcher die Familie als Netzwerk in den Blick genommen wird.[29] Gemeinsam ist verschiedenen Frühwarnsystemen, dass geeignete Sensoren (etwa Sozialraumanalysen, kommunale Sozialarbeit, Expertenbefragungen, Beratungsstellen) die Anzeichen von Fehlentwicklungen bereits im Entstehungsprozess erkennen und Institutionen darüber informieren.

Auch im Bereich präventiver Ansätze können Projekte entweder nach thematischen Schwerpunkten ihrer Zielsetzung (z.B. im Bereich Gesundheits- oder Bildungsförderung) oder danach klassifiziert werden, ob sie auf der sozialen Interaktionsebene primär an Kinder und Eltern oder auf der strukturellen Ebene an Fachkräfte bzw. Netzwerke sozialer Einrichtungen adressiert sind. Eine kindbezogene Armutsprävention hat die Sozialisationsbedingungen in den Blick zu nehmen; sie sollte "auf die Schaffung und Gestaltung von existenziellen Entwicklungsmöglichkeiten für die Kinder sowie auf die Stärkung des kindlichen Umfeldes, ganz besonders der Familie", zielen.[30] Insbesondere in präventionsorientierten Initiativen für Kleinst-, Klein- und Kindergartenkinder sind Eltern deshalb eine wichtige Zielgruppe. Elternberatung, Mütterkurse für Alleinerziehende, Familienbildungs- und Erziehungshilfemaßnahmen sollen die Erziehungs- und Wirtschaftskompetenzen von Eltern stärken, bevor das Wohlbefinden von Kindern langfristig beeinträchtigt wird. Der Stellenwert von Netzwerkarbeit ist in präventionsorientierten Einrichtungen hoch, weil diese eine Voraussetzung für die Früherkennung und ein Gegensteuern bilden. Dies sei anhand einiger ausgewählter Modellprojekte illustriert.

Modellprojekt Kids & Knete: Zielsetzung des im Bereich der hauswirtschaftlichen Bildung zu verortenden Aachener Modellprojekts einer Schuldnerberatung ist es, Kinder bereits im Vor- und Grundschulalter zu aufgeklärten Konsumenten zu erziehen, um einer Verschuldung im Jugendalter frühzeitig vorzubeugen.[31] Parallel zu einer überregionalen Multiplikatorenarbeit erstellte man dazu Unterrichtsmaterialien in Form eines Lehrer- sowie eines Schülerheftes, mit deren Hilfe auch Grundschulkinder aus benachteiligten Familien unter pädagogischer Anleitung kreative Zugänge zum Thema "Geld und Konsum" ausprobieren können. Die Hefte greifen Themen wie "Wünsche und Bedürfnisse", "Mein Taschengeld", "Der Geldkreislauf" oder "Die Werbung" auf.

Mo.Ki - Monheim für Kinder: "Mo.Ki." ist ein mehrfach ausgezeichnetes Modellprojekt in Monheim am Rhein und einem benachteiligten Stadtteil, dem Berliner Viertel. Um verschiedene Aktivitäten anzuregen, wurde in Trägerschaft des Jugendamtes eine Regiestelle eingerichtet, die als Seismograph für Veränderungen im Viertel dient und als Knotenpunkt die Netzwerk- und Projektarbeit vor Ort koordiniert. Die Regiestelle agiert sowohl auf strategischer Ebene mit kommunalpolitischen Gremien, Einrichtungsleitungen sowie Betroffenenvertretungen als auch auf operativer Ebene mit den vor Ort tätigen Fachkräften und Betroffenen; mittlerweile ist sie in das kommunale Regelangebot überführt worden.

Die zweite tragende Säule von Mo.Ki ist eine ausgereifte Vernetzung der kommunalen Akteure, die ausgehend von den trägerübergreifend vernetzten Kindertagesstätten im Berliner Viertel zur Entwicklung zahlreicher Angebote für armutsbedrohte Kinder und Familien beiträgt. Im Laufe der Projektarbeit wurde ein "Netzwerk Mo.Ki" etabliert, dem 50 lokale und regionale Institutionen von Kindertagesstätten, Schulen, Ämtern und freien Trägern sozialer Dienste bis hin zu einem Stadtteilbüro, der Volkshochschule und der örtlichen Frauenärztin angehören.

Kern des Projekts ist eine "Präventionskette", die verschiedene Bausteine für Kinder, Eltern und mit ihnen befasste Fachkräfte ab der Schwangerschaftsvorbereitung und dem frühen Kindesalter bereitstellt.[32] Zu den auch andernorts nutzbaren Bausteinen zählen beispielsweise das Sprach- und Lernförderungsmodul "Rucksack" für 4- bis 6-Jährige und ihre Mütter, das in Zusammenarbeit mit der regionalen Arbeitsstelle zur Förderung ausländischer Kinder angeboten wird, oder die Module "Lott Jonn" und "Gänseliesellauf", die der kindlichen Bewegungs- und Gesundheitsförderung dienen. Für Eltern bietet die Sozialpädagogische Familienhilfe in Kindertagesstätten eine niedrigschwellige Beratung an; außerdem werden Bausteine zu "Elternberatung und -information" und einem "Familienbildungsprogramm" zur Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz entwickelt sowie multikulturelle Mutter-Kind-Kochkurse angeboten. Den Fachkräften werden präventionsorientierte Qualifizierungsangebote gemacht, etwa zur Gesprächsführung bei Elterngesprächen oder einem Videotraining für pädagogische Fachkräfte.

Fazit



Länder- und Regionalvergleiche zeigen, dass eine wachsende Zahl armer Kinder durch die historische Koinzidenz von zwei Krisen verursacht wird: auf der einen Seite der Bedeutungsverlust des "Ernährerehemann"-Modells[33] des industriellen Zeitalters, im Zuge dessen sich Lebensformen pluralisieren; auf der anderen Seite der Übergang in eine postindustrielle, "globalisierte" Dienstleistungsgesellschaft. Beide Krisen verstärken sich wechselseitig. Niedrig entlohnte, zum Teil prekäre (Teilzeit-)Beschäftigung, etwa in den distributiven, personen- und haushaltsnahen Dienstleistungsgruppen, bilden ein wachsendes Segment des Arbeitsmarktes. Migrantenfamilien, (alleinerziehende) Frauen und kinderreiche Familien sind von diesen Krisen überdurchschnittlich betroffen. Weil immer mehr von ihnen konzentriert in benachteiligten städtischen Wohngebieten leben, ist das Armutsrisiko von Kindern und Jugendlichen dort erheblich gestiegen.

Vielleicht werden Beobachter in 50 Jahren sagen, dass diese Krisen ein Kohortenschicksal einer historischen Übergangsphase gewesen seien. Aber auch eine langfristige "US-Amerikanisierung" mit räumlich segregierten Wohngebieten einer "urban underclass" ist nicht auszuschließen. Ein Schlüssel zur Steuerung beider Krisen liegt in den Stadtteilen. Dort kann den Folgen relativer Armut präventiv begegnet werden.

Armut bedeutet für Kinder häufig nicht nur eine Einschränkung ihrer gegenwärtigen Handlungsspielräume, sondern auch eine Begrenzung ihrer zukünftigen Entwicklungschancen. Ein kinderunfreundlicher Sozialraum, in dem "Hartz-IV"Bezug zur lebensweltlichen Normalität geworden ist, kann eine pessimistische Lebenseinstellung und eine negative Einschätzung eigener Möglichkeiten verstärken. Der eigentliche Skandal der Kinderarmut liegt dann nicht mehr - wie im 19. Jahrhundert - in Hunger und ausufernder Kinderarbeit, sondern in der historischen Zufälligkeit dieses Kohortenschicksals. Diesem Risiko lässt sich mittels Intervention und Prävention wirksam begegnen. Allein dadurch wird Kinderarmut allerdings nicht aus der Welt zu schaffen sein. Ihre Vermeidung stellt zugleich eine politische Querschnittsaufgabe dar, die von Bund, Ländern und Kommunen gemeinsam in der Steuer-, Arbeitsmarkt-, Familien-, Sozial- und Bildungspolitik zu bewältigen ist.

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Fußnoten

1.
Vgl. Richard Hauser, Entwicklungstendenzen der Armut in der Bundesrepublik Deutschland, in: Dieter Döring/Richard Hauser (Hrsg.), Politische Kultur und Sozialpolitik. Frankfurt/M.-New York 1989, S. 126; Andreas Klocke/Klaus Hurrelmann (Hrsg.), Kinder und Jugendliche in Armut, Opladen-Wiesbaden, 2001(2); Christoph Butterwegge u.a., Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland, Wiesbaden 2005; Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.), Zehnter Kinder- und Jugendbericht, Bonn 1998, S. 90ff.; Michael Fertig/Markus Tamm, Kinderarmut in Deutschland - einige empirische Befunde, in: WSI-Mitteilungen, (2000) 5, S. 240.
2.
Vgl. Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (Hrsg.), Lebenslagen in Deutschland. Der Zweite Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Berlin 2005, S. 60.
3.
Vgl. Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband Gesamtverband e.V. (Hrsg.), Expertise. Kinder und Hartz IV: Eine erste Bilanz der Auswirkungen des SGB II, Berlin 2005, S. 22f.
4.
Ebd., S. 4.
5.
Vgl. Beate Hock u.a., Frühe Folgen - langfristige Konsequenzen? Armut und Benachteiligung im Vorschulalter. Vierter Zwischenbericht zu einer Studie im Auftrag des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt, Frankfurt/M. 2000, S. 42.
6.
Vgl. Frank Bertsch/Michael B. Piorkowsky, Impulse für die neue Politik der Sozialen Stadt, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), (2005) 3, S. 33.
7.
Vgl. Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e.V. (Hrsg.), Zukunftschancen für Kinder. Wirkung von Armut bis zum Ende der Grundschulzeit, Berlin-Bonn 2005, S. 34ff.; Anmerkung der Redaktion: Siehe hierzu auch den Beitrag von Gerda Holz in dieser Ausgabe.
8.
Vgl. Gerda Holz u.a., Armutsprävention vor Ort - "Mo.Ki - Monheim für Kinder". Evaluationsergebnisse zum Modellprojekt von Arbeiterwohlfahrt Niederrhein und Stadt Monheim, Frankfurt/M. 2005, S. 21.
9.
Vgl. auch zum Folgenden: Johann M. Gleich, Arme Kinder in katholischen Tageseinrichtungen für Kinder. Untersuchung, Anregungen und Empfehlungen für die Arbeit in den Einrichtungen, Freiburg i.Br. 2005, S. 86ff.
10.
Vgl. Gerda Holz, Kinderarmut in benachteiligten Stadtteilen, in: Difu-Projektgruppe, Bundestransferstelle Soziale Stadt, Soziale Stadt, Info Nr. 15/2004, S. 9. Anmerkung der Redaktion: Siehe auch den Beitrag von G. Holz in dieser Ausgabe.
11.
Vgl. ebd.
12.
Vgl. dazu Ursula Boos-Nünning, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund: Armut und soziale Deprivation, in: Margherita Zander (Hrsg.), Kinderarmut. Einführendes Handbuch für Forschung und soziale Praxis, Wiesbaden 2005, S. 161 - 180.
13.
Vgl. G. Holz (Anm. 10), S. 9.
14.
Vgl. Andrea Breitfuss/Jens S. Dangschat, Sozialräumliche Aspekte von Armut im Jugendalter, in: A. Klocke/K. Hurrelmann (Anm. 1), S. 127ff.
15.
Vgl. F. Bertsch/M.-B. Piorkowsky (Anm. 6), S. 32.
16.
Vgl. Hartmut Häußermann, Umbauen und Integrieren - Stadtpolitik heute, in: APuZ, (2005) 3, S. 6.
17.
Vgl. Diözesan-Caritas Verband für das Erzbistum Köln e.V. (Hrsg.), Arme Kinder in Tageseinrichtungen für Kinder. Kompakt Spezial, April 2005, S. 23.
18.
Vgl. G. Holz u.a. (Anm. 8), S. 5.
19.
Vgl. Werner Schefold, Sozialräumlichkeit von Hilfeverfahren, in: Projekt "Netzwerke im Stadtteil" (Hrsg.), Grenzen des Sozialraums. Kritik eines Konzepts - Perspektiven für Soziale Arbeit, Wiesbaden 2005, S. 145ff.
20.
Vgl. auch Wolfgang Mach/Joachim Schroeder, Schule und lokale Bildungspolitik, in: Fabian Kessl u.a. (Hrsg.), Handbuch Sozialraum,Wiesbaden 2005, S. 342ff.
21.
Für Armut im Grundschulalter vgl. Arbeiterwohlfahrt Bundesverband (Anm. 7), S. 78 ff.
22.
Vgl. iSPO-Institut, 2. Zwischenbericht der beiden Modellprojekte zur Bekämpfung der Auswirkungen von Kinderarmut, Saarbrücken 2005, S. 8 ff.; auch zum Folgenden: Rosie Divivier/Dirk Groß, Bekämpfung von Armutsfolgen durch Soziale Arbeit, in: M. Zander (Anm. 12), S. 260ff.
23.
Vgl. www.ku-ki.de.
24.
Vgl. Strategien zur Stärkung der sozialen Integration. Nationaler Aktionsplan zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung 2003 - 2005, Aktualisierung 2004, S. 56; www.bmas.bund.de.
25.
Vgl. dazu die Projektdatenbank Gesundheit www.datenbank-gesundheitsprojekte.de.
26.
Zur Dokumentation sozialraumorientierter Projekte für Familien und Kinder vgl. Difu-Projektgruppe (Anm. 10).
27.
Vgl. auch zum Folgenden: Margherita Zander/Bertold Dietz, "Kommunale Familienpolitik". Expertise für die Enquetekommission "Zukunft der Städte in NRW" des Landtages von Nordrhein-Westfalen, Münster 2003, S. 77f.
28.
Praxisbeispiele dazu in Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie NRW (Hrsg.), Soziale Frühwarnsysteme in NRW - Wertvolle Beispiele aus der Praxis, Düsseldorf 2003.
29.
Vgl. M. Zander/B. Dietz (Anm. 27), S. 77.
30.
Siehe G. Holz u.a. (Anm. 8), S. 24.
31.
Vgl. R. Divivier/D. Groß (Anm. 22), S. 257ff.
32.
Vgl. hierzu und zum Folgenden: G. Holz u.a. (Anm. 8), S. 63 u.115ff.
33.
Vgl. Ute Klammer, Soziale Sicherung, in: Hans-Böckler-Stiftung, WSI-Frauen Daten Report 2005, Düsseldorf 2005, S. 307ff.