APUZ Dossier Bild
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 Pfeil rechts

Schwarz-Grün auf Bundesebene - Politische Utopie oder realistische Option?


20.8.2007
Trotz Annäherung ist das Verhältnis von Bündnis90/Die Grünen und der Union ambivalent. Bei den Spitzenakteure zeigt sich eine Überwindung der Lagergrenzen, und auf einigen Politikfeldern lassen sich Überschneidungen feststellen.

Einleitung



Als am Wahlabend des 18. September 2005 der rot-grünen Koalition die elektorale Legitimität entzogen worden war, flammte eine Debatte auf, die Jahre zuvor auf Bundesebene kaum so hätte geführt werden können. Grüne und Union verhandelten unter Einbeziehung der FDP über die Bildung einer "Jamaika-Koalition". Bemerkenswert war dabei das politische und gesellschaftliche Echo, das diese Gespräche hervorbrachte: Die Zahl der Befürworter war größer als erwartet. Auf allen Seiten sprachen sich Protagonisten dafür aus, nach Gemeinsamkeiten zwischen den potenziellen Partnern zu suchen. Dass dabei vor allem das Verhältnis von Union und Grünen im Fokus des medialen Interesses stand, liegt auf der Hand: Beide Parteien bildeten über Jahre die natürlichen Gegenpole des Parteiensystems.






Wie relevant das Verhältnis beider Parteien nach wie vor zueinander ist, verdeutlicht der Blick auf die aktuelle politische Arena. Zwei Jahre vor der nächsten Bundestagswahl im Herbst 2009 hat die Große Koalition ihre Halbwertszeit überschritten. Mehr als jede andere Variante ist dieses Bündnis ein Bündnis auf Zeit. Die Etablierung der Partei "Die Linke" und die anhaltende Schwäche der Volksparteien lassen die Koalitionsmuster der alten Bundesrepublik auf Bundesebene täglich unwahrscheinlicher erscheinen. Der arithmetische Druck zur Realisierung von Koalitionsoptionen unter Einbeziehung von Christdemokraten und Grünen wächst.