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12.12.2008 | Von:
René Schlott

Der Papst als Medienstar

Johannes Paul II. war der mediale Superstar unter den Päpsten. Doch schon seine Vorgänger wussten die massenmedialen Möglichkeiten ihrer Zeit für sich zu nutzen. Der Medienstar Benedikt XVI. steht in einer langen Tradition.

Einleitung

Bei 250 Pastoralreisen besuchte er 128 Länder der Erde. Dabei legte er schätzungsweise 1,3 Millionen Kilometer zurück und umrundete die Erde mehr als 30 Mal. Ungefähr 18 Millionen Menschen begegnete er allein bei seinen wöchentlichen Generalaudienzen in Rom. Mehr als 1000 Mal traf er mit Politikern aus aller Welt im Vatikanpalast zusammen. 200 Staats- und Regierungschefs und fast vier Millionen Gläubige pilgerten nach seinem Tod in die Ewige Stadt.


Wahrscheinlich war er der meistfotografierte und -gefilmte Mensch der Geschichte. Womöglich ist nie zuvor ein Einzelner mit so vielen Menschen in Kontakt getreten: unmittelbar durch die Begegnung auf Audienzen oder Reisen, mittelbar über die Massenmedien. Mehr als zwei Milliarden Zuschauer sollen allein sein Requiem an den Fernsehbildschirmen verfolgt haben. Das Institut "Global Language Monitor" hat über 100 000 Zeitungsartikel und zwölf Millionen Internetzitate gezählt, die weltweit anlässlich seines Todes erschienen sind.[1]

Er war der Papst der Superlative und ein medialer Superstar. Die Rede ist von Karol Wojtyla, dem "Great Communicator",[2] der als Papst Johannes Paul II. fast 27 Jahre lang an der Spitze der katholischen Kirche stand.

Fußnoten

1.
Vgl. N. N., Unprecedented Global Media Outpouring in Coverage of Pope John Paul II's Passing, in: http://www.languagemonitor.com/media_ analysis/po pe-john-paul-ii (11.11. 2008).
2.
Jonathan Petre/Bruce Johnston He lived by the camera and he is dying by it', in: The Daily Telegraph vom 2.4. 2005, S. 2.