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7.7.2008 | Von:
Jutta Braun

Sportler zwischen Ost und West

Von 1956 bis 1964 traten gesamtdeutsche Olympiamannschaften bei den Spielen an. Dennoch war der Sport in der frühen DDR stark "durchherrscht", wie zwei Beispiele von "republikflüchtigen" Sportlern zeigen.

Einleitung

"Worin lag das 'national' Verbindende in der Epoche der Teilung?" ist die zentrale Frage, um die weite Teile der historischen Deutschlandforschung bis heute kreisen.[1] Sicherlich nicht in den gesamtdeutschen Olympiamannschaften, möchte man hierauf aus sporthistorischer Sicht erwidern. Die olympischen Winter- und Sommerspiele der Jahre 1956, 1960 und 1964 sind die Wegmarken, die das organisatorische Abenteuer der Bildung gesamtdeutscher Teams aus Ost- und Westdeutschland bezeichneten.




Im Jahr 1968 kämpften die beiden deutschen Mannschaften schließlich doch getrennt um Medaillen, waren aber noch durch eine gemeinsame Flagge und eine gemeinsame Hymne - Beethovens Ode an die Freude - symbolisch vereint. Als Ausdruck eines nationalen Gemeinschaftsgefühls konnten die gesamtdeutschen Mannschaften jedoch kaum gelten. Vielmehr traten die Deutschen nicht gemeinsam an, weil sie es wollten, sondern weil sie es mussten.

Fußnoten

1.
Horst Möller, Worin lag das "national" Verbindende in der Epoche der Teilung?, in: Hans Günter Hockerts (Hrsg.), Koordinaten deutscher Geschichte in der Epoche des Ost-West-Konflikts, München 2004, S. 307-324, hier: S. 311.