30 Jahre Mauerfall Mehr erfahren
APUZ Dossier Bild

11.9.2009 | Von:
Susanne Güsten

Die Kurdenfrage in der Türkei

Wer sind die Kurden?

Wie so vieles in der emotional stark aufgeladenen Kurdenfrage, sind Beschreibungen dessen, was die Kurden als Bevölkerungsgruppe ausmacht, häufig umstritten. Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass die Kurden ein Volk von vorwiegend sunnitischen Muslimen sind, das seit mehr als tausend Jahren im Osten der heutigen Türkei sowie im Nordwesten von Iran, im Norden Iraks sowie im nordöstlichen Syrien zu Hause ist. Seit dem Übertritt der kurdischen Stämme zum Islam im siebten Jahrhundert ist das Wort "Kurde" belegt.[4]

Da sie über viele Länder verstreut leben, ist die Gesamtzahl der Kurden schwer zu ermitteln. Allgemein wird von 20 bis 25 Millionen Menschen ausgegangen, davon lebt rund die Hälfte in der Türkei. Einen eigenen Staat hatten die Kurden in ihrer Geschichte noch nie.

Die Kurden sprechen keine einheitliche Sprache. Zwei indo-germanische, mit dem Persischen verwandte Dialekte werden unterschieden: In Teilen Nordiraks, im Nordwesten Irans und in der Türkei herrscht Kurmancî vor, im Westen Irans und südlicheren Teilen des kurdisch besiedelten Nordiraks wird vor allem Sorani gesprochen, das auch die offiziell anerkannte Form des Kurdischen im Irak ist. Die Zersplitterung in etliche Einzelsprachen und Dialekte führt dazu, dass sich viele Kurden in ihren Muttersprachen untereinander kaum verständlich machen können. Selbst die kurdischen Rebellen von der PKK veröffentlichen ihre Erklärungen deshalb zumeist in türkischer Sprache, weil das Türkische für die Zielgruppe der PKK eine lingua franca bildet.

Fußnoten

4.
Vgl. Encyclopedia Britannica Online, Kurd (people), in: www.britannica.com/EBchecked/topic/325191/ Kurd (29.7. 2009).